SPORT1-Experte Kohl sieht die Südkorea-Premiere als gelungen an - aber nicht für jeden Fahrer. Ein Deutscher war zu selbstgewiss.

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TOPS

Strecke: Was hat es im Vorfeld nicht alles für Negativ-Schlagzeilen gegeben. Aber von wegen Chaos, Pleiten, Pech und Pannen. Die Fahrer waren voll des Lobes, die Strecke ist interessant und anspruchsvoll, jedes Team kann seine Stärken auf dem Kurs ausspielen. Allerdings muss die Boxeneinfahrt, sowie die Zufahrt für die Zuschauer dringend geändert werden. In meinen Augen war es alles in allem aber eine sehr gelungene Premiere.

Sebastian Vettel: Ein perfekter, souveräner und nervenstarker Auftritt bis zu seinem unverschuldeten Ausfall.

Fernando Alonso: Glück gehört dazu, aber man muss die sich bietenden Chancen auch nutzen. So wird man Weltmeister. Hat nervenstark den Fehler seiner Mechaniker beim Boxenstopp ausgebügelt.

Felipe Massa: Der Brasilianer wird bei Regen immer nur an seinem Black-Out-Auftritt in Silverstone 2008 gemessen. Hier hat er gezeigt, dass er es durchaus auch bei schwierigsten Bedingungen kann.

Lewis Hamilton: Ein Racer durch und durch, vor allem bei solchen Bedingungen. Gehört definitiv nicht der Kategorie "Weichei" an!

Nico Rosberg: Hatte Teamkollege Schumacher erneut im Griff, sein Überholmanöver gegen Hamilton war erste Sahne. Schade, dass er so früh rausgerissen wurde von Durch-Die-Gegend-Trudel-Opa Webber...

Michael Schumacher: Angriffslustig und fehlerfreie Top-Platzierung. Ein Auftritt, der Hoffnung macht, dass aus dem Comeback doch noch irgendwann eine Erfolgsstory wird.

Vitantonio Liuzzi: Ich habe ihn schon oft gnadenlos kritisiert - diesmal war er souverän und klar besser als sein Teamkollege Sutil! Respekt!

Timo Glock: Immer wenn's richtig schwierig wird, ist Timo eine echte Granate - wie er sich mit dem gnadenlos unterlegenen Virgin auf Rang 11 kämpfte war bemerkenswert. Der Abschuss durch Buemi war unfair und unverdient!

Sauber: Beide Autos wie in Japan in den Punkten - obwohl Kobayashi und Heidfeld viel zu früh Intermediates aufziehen ließen, teilweise hilflos damit rumruderten, und die Dinger am Ende total abgefahren waren. Da geht noch was in den letzten beiden Rennen.

FLOPS

Mark Webber: Wer nicht will, der hat schon! Der sonst so coole Australier scheint unter dem Druck der WM-Führung zum echten Nerverl geworden zu sein. Sein Patzer war ein fetter Schuss ins eigene Knie, der richtig teuer werden könnte. Vielleicht hat er die größte und letzte Chance seines Lebens, Weltmeister zu werden, in Korea in den Beton versenkt. Dass er seine Kiste dann auch noch quer über die Piste trudeln ließ und Rosberg torpedierte, war des Schlechten dann echt zu viel!

Jenson Button: Falsche Taktik und zahnlos für jemanden, der um seine letzten Titelchancen kämpft.

Adrian Sutil: Was haben sie dem denn ins Frühstück getan? Wurde wohl zu oft gelobt für seine Qualitäten im Regen und hat geglaubt, er könnte über Wasser gehen. Viel zu aggressiv in der Schlussphase, gut dass Kobayashi die Harakiri-Crash-Attacke des Force-India-Piloten schadlos überstanden hat.

Sebastien Buemi: Teamkollege Alguersuari hat ihm den Rang abgelaufen. Unter dem Druck, Leistung zeigen zu müssen, zu unbeherrsch und aggressiv unterwegs - wie ein Abräumbagger.

Witali Petrow: 13 Positionen gut gemacht, vor Kubica gelegen und alles mit einer Unaufmerksamkeit weggeworfen ? Herr im Himmel, wie will der seinen Platz bei Renault behalten? Da helfen Putin und Rubelmillionen wohl nicht weiter...

Lucas di Grassi: Das genaue Gegenteil von Teamkollege Glock. War wie schon in Japan ganz offensichtlich überfordert. Die Formel-1?Bühne ist zu groß für ihn.

Noch zwei Rennen in einer total verrückten Saison - ich bin gespannt was uns Interlagos ab dem 5. November bietet - ich freue mich auf Sao Paulo! Die Freien Trainings mit Hans-Joachim "Strietzel" Stuck gibt's LIVE im TV auf SPORT1.

Bis dahin, gute Fahrtwünscht Ihr Peter Kohl

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