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Fernando Alonso (l.) führt in der WM mit 231 Punkten vor Mark Webber (r.) © imago

Fernado Alonso kann schon beim Brasilien-GP Weltmeister werden. Auch Mark Webber hat gute Chancen. Vettel braucht viel Glück.

Von Marc Ellerich

München - Die WM ist zwei Rennen vor Schluss zu einer Fleißaufgabe für Rechenkünstler geworden.

Fünf Kandidaten haben vor den Grands Prix von Brasilien (1. Training, Fr. ab 13 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) und Abu Dhabi noch die Chance, Formel-1-Weltmeister 2010 zu werden: Ferrari-Star Fernando Alonso führt im WM-Tableau mit 231 Punkten. Hinter ihm folgen Red-Bull-Pilot Mark Webber (220 Punkte), Lewis Hamilton im McLaren (210 Punkte), der zweite Red-Bull-Fahrer Sebastian Vettel (206 Punkte) und McLarens Weltmeister Jenson Button (189 Punkte).

Der Punkteabstand zwischen den Top Fünf lässt rechnerisch alle denkbaren Szenarien zu. Wer muss also wie abschneiden, um die begehrte Trophäe zu gewinnen? Das ist die heiße Frage, die nicht nur die Teams beschäftigt. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

SPORT1 spielt einige Möglichkeiten durch.

In der Pole-Position auf den Titel ist logischerweise Fernando Alonso. Elf Punkte beträgt der Vorsprung des Weltmeisters von 2005 und 2006 auf seinen ersten Verfolger.

Bereits in Interlagos könnte sich der Pilot aus Oviedo also seinen dritten Titel sichern. Das wäre der Fall, wenn er den vorletzten Grand Prix gewänne und Mark Webber nicht besser als Platz fünf abschneiden würde. Alonso bekäme für den Sieg 25 Zähler, der Australier bestenfalls zehn Punkte. Dann stünde es 256:230, und Ferraris Nummer eins wäre nicht mehr einzuholen.

[kaltura id="0_dnuokcxq" class="full_size" title="Die Strecke in Interlagos"]

Ein Sieg mehr

Bei einem zweiten Platz Alonsos wäre es schon komplizierter. Webber dürfte bestenfalls Achter werden, Hamilton nicht über Platz vier hinauskommen, und vor allem dürfte Sebastian Vettel den Brasilien-GP nicht gewinnen. Die Punkte sähen dann folgendermaßen aus: Alonso hätte 249 Zähler auf dem Konto, Webber und Vettel je 224 und Hamilton 222 Punkte.

Bei einem Nuller Alonsos in Abu Dhabi und einem Sieg zum Beispiel Webbers stünde es dann zwar 249:249 nach Punkten, der Spanier hat aber einen Sieg mehr auf dem Konto als der Konkurrent aus Queanbeyan. Vettel hat sogar zwei Siege weniger verbucht als Alonso.

Gute Chancen für Webber

Eine weiteres Szenario, das Alonso den vorzeitigen Titelgewinn bescheren würde: Er stellt seinen Ferrari auf Platz drei ab und Vettel schneidet nicht besser ab. Mark Webber landet nicht unter den Top-Ten und Hamilton wird höchstens Fünfter.

Als einziger der Alonso-Rivalen kann Red-Bull-Pilot Webber aus eigener Kraft im reifen Alter von 35 Weltmeister werden. Würde er beide Grands Prix gewinnen und Alonso jeweils Zweiter werden, stünde es zwischen den beiden 270:267, Webber wäre Champion.

Vettel reichen Siege nicht

Vettel und Hamilton werden natürlich ebenfalls versuchen, beide Grands Prix zu gewinnen, um ihre Titelchancen am Leben zu halten. Aber nicht einmal die maximale Ausbeute genügt den beiden, um zu triumphieren. Sie müssen schon auf grobe Schnitzer Alonsos und Webbers hoffen.

Gewänne zum Beispiel Vettel in Interlagos und Abu Dhabi und Alonso würde jeweils Zweiter, käme der Deutsche auf 256 WM-Punkte, und sein Ferrari-Rivale dürfte mit komfortablen 267 Zählern seinen dritten Titel feiern. Sogar ein dritter oder vierter Platz des Spaniers würden demnach reichen.

Alonso müsste schon einen schwarzen Tag erwischen und zwei Mal Vierter oder schlechter sein oder Dritter und Fünfter, um Vettels Titeltraum realistischer werden zu lassen. Wobei auch hierbei der Webber-Faktor keinesfalls vernachlässigt werden darf.

Rechenkunst, so sieht es aus, hilft Sebastian Vettel nicht, um als jüngster Weltmeister in die Formel-1-Geschichte einzugehen. Er braucht wohl mindestens ein Wunder.

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