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2009 wurde Sebastian Vettel beim Brasilien-Grand-Prix Vierter © getty

Sebastian Vettel will in Brasilien den Titel-Sturm von Fernando Alonso verhindern. Er sieht sich "noch voll im Rennen".

Sao Paulo - Zu Beginn der Woche hat Sebastian Vettel kräftig mit Mythen und Märchen rund um die Formel 1 aufgeräumt. Es stimme, "leider", dass Rennfahrer in den Overall pinkeln.

"Aber ich bin noch nie so weit gewesen, dass ich es laufen ließ", sagte er dem Fachmagazin "Speedweek". Er selbst sei nicht furchtlos, sondern habe Angst vor Mäusen.

Dass Groupies vor seiner Hotelzimmertür stehen, sei ihm noch nie passiert, dafür brauche es nicht mal ein Glas Bier, um angetrunken zu sein. Rennfahrer lesen keine Bucher, sondern Daten-Ausdrucke, sind abergläubisch, miserable Beifahrer und nicht alle Millionäre.

Das ist also alles geklärt. Am Wochenende will die deutsche Titelhoffnung nun mit einer neueren Binsenweisheit der Formel 1 aufräumen: Der Weltmeister wird immer in Brasilien (1. Training, Fr. ab 13 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) gekrönt. So war es zumindest in den vergangenen fünf Jahren, ganz egal, ob das drittletzte, vorletzte oder letzte Rennen in Sao Paulo stieg. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Am Sonntag könnte sich WM-Spitzenreiter Fernando Alonso zum König von Brasilien aufschwingen. (Rechenspiele: Alonso ist Weltmeister, wenn...)

Vettel kann, obwohl derzeit nur WM-Vierter, dies aus eigener Kraft verhindern, indem er vor dem Spanier landet und nicht allzu weit hinter Teamkollege Mark Webber und Lewis Hamilton. Im Falle eines Sieges hätte er beim Saisonfinale in Abu Dhabi am 14. November noch Chancen, der jüngste Formel-1-Weltmeister der Geschichte zu werden.

"Male Dinge nicht schwarz"

"Ich werde weiter kämpfen", sagt der Red-Bull-Pilot denn auch: "Mathematisch bin ich noch voll im Rennen. Deswegen wäre es Blödsinn, den Glauben auf den Titel bereits jetzt in den Sand zu schmeißen." (POWER-RANKING: Für Vettel ist es längst nicht vorbei)

Mit Blick auf das vorherige Rennen in Südkorea, als ihn ein Motorplatzer den Sieg und die WM-Führung kostete, ergänzt der 23-Jährige: "Die letzten Rennen haben gezeigt wie schnell sich alles ändern kann. Ich male die Dinge nicht schwarz, bin Optimist und werde bis zum Ende kämpfen. Vielleicht hat Fernando einen Vorsprung, aber das heißt nicht, dass man die anderen abschreiben sollte."

[kaltura id="0_dnuokcxq" class="full_size" title="Die Strecke in Interlagos"]

Ecclestone will Red Bull

Vor dem Rennen am Sonntag in Brasilien liegt Vettel mit 206 Punkten hinter Alonso mit 231, Webber mit 220 und Hamilton mit 210. Die Red-Bull-Piloten - von Firmen-Boss Dietrich Mateschitz als "Jung-Siegfried" und "Winnetou" bezeichnet - können sich der Unterstutzung vom Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sicher sein. (28421DIASHOW: Knappste WM-Entscheidungen)

Der wünscht sich nämlich Vettel oder Webber als neuen Champion - damit neben Alonso (2005 und 06), Hamilton (2008), Button (2009) und dem siebenmaligen Champion Michael Schumacher künftig ein fünfter Weltmeister zum Feld gehört und die Vermarktungschancen weiter steigern kann.

Alonso kontert Horner

Alonso vertraut nach 133 von 175 möglichen Punkten aus den letzten sieben Rennen auf die eigene Stärke. "Ich will mit den Füßen am Boden bleiben, einen guten Job und keine Fehler machen", sagt er.

Den Angriff von Red-Bull-Teamchef Christian Horner, es wäre "frustrierend", wenn Alonso wegen der Teamorder-Affäre von Hockenheim den Titel gewinnen wurde, konterte er gelassen: "Es gibt eben Teams, die wollen von den eigenen Problemen ablenken, die sie nicht in den Griff bekommen". (Entscheidet Betrug die WM?)

Webber: Total relaxed

Webber versucht sich in der Rolle des Außenseiters, der ohne Druck ins Rennen gehen kann. "Ich bin total relaxed", beteuert er: "Ich habe in dieser Saison mehr erreicht, als ich erwarten durfte. Mein Soll ist schon erfüllt. Ich kann voll angreifen."

Liegt Vettel hinter Alonso, darf Webber auch auf eine Teamorder zu seinen Gunsten hoffen.

Ferrari-Pilot Fernando Massa hatte seinem Kollegen Alonso bereits uneingeschränkte Unterstutzung zugesichert. Und McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh ist sich ebenfalls sicher, dass "beide Fahrer zusammenarbeiten" werden.

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