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Sebastian Vettel liegt in der WM-Wertung mit 206 Punkten auf Platz vier © imago

Der Red-Bull-Pilot lässt im Training zum Brasilien-Grand-Prix seine WM-Konkurrenten hinter sich. Ferrari hat Probleme.

Sao Paulo - Erst die Weigerung zur Teamorder, dann eine Traumrunde im Training: Sebastian Vettel hat sich im Herzschlagfinale der Formel 1 kampfbereit gezeigt und ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt. Der Red-Bull-Pilot fuhr am ersten Trainingstag zum vorletzten Rennen in Brasilien (Qualifying, Sa. ab 16.45 Uhr im LIVE-TICKER) in beiden Einheiten die schnellste Runde.

Seine Bestzeit lag bei 1:11,968 Minuten. (SERVICE: Das Trainingsergebnis)

Damit ließ der aktuelle WM-Vierte seinen markigen Worten im Vorfeld Taten folgen und zeigte nach dem Protest gegen die Stallregie auch auf der Strecke, dass er den Kampf um den Titel noch nicht aufgegeben hat. (Rechenspiele: Alonso ist Weltmeister, wenn...)

"Kein schlechtes Zeichen"

Dass sein Teamkollege Mark Webber in beiden Einheiten Rang zwei belegte, nährt zudem die Hoffnung, dass das Autodromo Jose Carlos Pace eine Red-Bull-Strecke ist. Webber fuhr seine schnellste Runde in 1:12,072 Minuten.

"Wir haben zwar erst Freitag, aber das war schon mal kein schlechtes Zeichen", sagte Vettel sichtlich zufrieden: "Wir sind hier sehr gut unterwegs." Auch Webber lobte das Auto, sah aber keine Vorteile bei seinem deutschen Rivalen aus dem eigenen Lager: "Wir sind auf einem Niveau." (Webbers nächster Angriff: Red Bull liebt Vettel)

[kaltura id="0_dnuokcxq" class="full_size" title="Die Strecke in Interlagos"]

Alonso bleibt ruhig

WM-Spitzenreiter Fernando Alonso als Dritter (1:12,328 Minuten) und Lewis Hamilton als Vierter (1:12,656 Minuten) sorgten dafür, dass die vier Titelkandidaten auch am Freitag die schnellsten waren. Alonso war am Morgen nach einem Defekt eines ohnehin nicht mehr renntauglichen Motors nur 13. geworden. "Das ist kein Grund zur Sorge", meinte der Spanier beschwichtigend. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Sein Teamkollege Felipe Massa, der im zweiten Durchgang seinen Rennwagen mit Kupplungsproblemen abstellte, musste dagegen eine ungewöhnliche Drohung verdauen. Staatsanwalt Paulo Castilho kündigte in einem Zeitungsinterview an, er wolle den Brasilianer hinter Gitter bringen, falls dieser Alonso per offensichtlicher Teamorder helfe: "Wenn es dazu kommt, wird er Interlagos in Handschellen verlassen!"

Red-Bull-Boss gegen Teamorder

Vettel hatte zuvor bereits klargestellt, dass er den Kampf um den Titel nicht aufgegeben hat und deshalb auch nicht gewillt ist, den 14 Punkte vor ihm rangierenden Webber zu unterstützen. "Ich sehe meine Chance noch. Fertig, aus. Ich werde niemanden vorbeiwinken", sagte er und deutete sogar an, sich für den Fall der Fälle einer entsprechenden Anordnung zu verweigern: "Wenn es soweit ist, wird man mir vielleicht sagen, was zu tun ist. Ob ich es dann hören will, ist etwas anderes." Webber hatte die Unterstützung Vettels eingefordert. (POWER-RANKING: Für Vettel ist es längst nicht vorbei)

Doch selbst Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz sprach sich eindeutig gegen eine Teamorder aus - selbst auf die Gefahr hin, dass der Titel dadurch verloren wird. "Das, was Ferrari gemacht hat, machen wir ganz sicher nicht", sagte Mateschitz mit Blick auf den Teamorder-Skandal von Hockenheim der "Kleinen Zeitung": "Im schlimmsten Fall werden wir nicht Weltmeister - dann können wir es noch immer nächstes Jahr werden." (28421DIASHOW: Knappste WM-Entscheidungen)

Regen im Qualifying?

Teamchef Christian Horner unterstützt dies. "Wir wissen nicht, was uns die Mathematik während des Rennens diktiert", sagte er zwar erneut: "Aber Dietrich hat Recht. Wir werden beide Fahrer frei fahren lassen. Und der erste Tag war schon mal sehr gut." Sorgen macht sich Horner lediglich über das Wetter: "Am Samstag könnte es regnen, das könnte manches ändern."

Als zweitbester Deutscher überzeugte am Freitag Sauber-Pilot Nick Heidfeld, der als Achter direkt vor dem Mercedes-Duo Nico Rosberg und Michael Schumacher landete. Nico Hülkenberg wurde im Williams 13. direkt vor Adrian Sutil im Force-India-Mercedes. Timo Glock belegte im Virgin den 24. und damit letzten Platz.

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