vergrößernverkleinern
Sebastian Vettel feierte in Interlagos seinen neunten Sieg in der Formel 1 © getty

Vettel siegt vor Webber: Die Red-Bull-Piloten vermasseln Alonso in Brasilien vorerst die Tour und holen einen Titel.

Sao Paulo - Sebastian Vettel hat sich im Herzschlagfinale der Formel 1 eindrucksvoll zurückgemeldet, Fernando Alonso geht aber als Spitzenreiter mit den besten Karten ins WM-Finale.

Vettel feierte im vorletzten Rennen des Jahres nach einer starken Leistung seinen vierten Saisonsieg vor seinem Teamkollegen Mark Webber und dem Spanier im Ferrari (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Damit verzichtete Red Bull, das sich durch den Doppelsieg vorzeitig erstmals in der Teamheschichte die Konstrukteurs-WM sicherte, wie angekündigt auf die von Webber geforderte Teamorder und geht im Titelkampf auf sportlich faire Weise volles Risiko 309351(DIASHOW: Die Bilder des Rennens).

"Heute abend wird die ein oder andere Flasche geköpft. Richtig so", sagte Vettel und strahlte über das ganze Gesicht: Ich bin sehr stolz auf mein Team und auf mich selbst. Das war ein fantastischer Tag und die richtige Antwort auf den Motorplatzer in Korea."

In Abu Dhabi will er nun den großen Angriff auf den Titel starten und doch noch jüngster Weltmeister aller Zeiten werden.

"Den Konstrukteurstitel ein Rennen vor dem Ende sicher zu haben, ist fantastisch. Jetzt kämpfen wir um den Fahrertitel. Wir müssen die Leistung wiederholen und gewinnen. Dann schauen wir, was Fernando macht", so der 23-Jährige.

15 Vorsprung auf Vettel

Alonso (246 Punkte) geht mit acht Zählern Vorsprung auf Webber und 15 auf Vettel ins abschließende Rennen am kommenden Sonntag in Abu Dhabi, ein zweiter Platz würde ihm dort sicher zum dritten Titelgewinn nach 2005 und 2006 reichen.

Lewis Hamilton hat nach Rang vier in Brasilien bei 24 Punkten Rückstand nur noch theoretische Chancen, sein McLaren-Teamkollege Jenson Button ist nach Rang fünf endgültig als Weltmeister entthront.

"Es ist spannend, wir bleiben auf der Jagd", kündigte Webber an. Alonso gab sich dagegen ganz entspannt.

"Heute war Red Bull nicht zu schlagen, aber ich bin sehr zufrieden", meinte der Spanier: "Die WM ist wieder völlig offen, in der Formel 1 kann immer alles passieren. Aber Platz zwei würde reichen, das ist eine gute Situation."

Kuriose Konstellation möglich

Nachdem der neue Champion erstmals seit 2004 nicht in Sao Paulo gekürt wurde, könnte sogar eine kuriose Konstellation entstehen:

Gewinnt Vettel zum Abschluss erneut vor Webber und Alonso würde nur Fünfter, dann würden alle drei Rivalen die Saison punktgleich beenden - und Vettel wäre aufgrund der besten Einzelergebnisse erstmals Weltmeister.

[kaltura id="0_dnuokcxq" class="full_size" title="Die Strecke in Interlagos"]

Hülkenberg durchgereicht

Williams-Pilot Nico Hülkenberg, der am Samstag als achter gebürtiger Deutscher sensationell die Pole-Position erobert hatte, wurde bis auf Rang acht durchgereicht und bereits nach zwei Dritteln der Distanz überrundet.

Dafür hielt er zu Beginn aber Alonso auf und verhalf Vettel und Webber zu einem lange Zeit komfortablen Vorsprung, der erst durch eine Safety-Car-Phase zunichte gemacht wurde.

Rosberg direkt vor Schumi

Nico Rosberg fuhr im Mercedes nach dem schlechtesten Qualifying der Saison (13.) mit einer starken Leistung noch auf Rang sechs direkt vor seinen Teamkollegen Michael Schumacher.

Adrian Sutil als 12. im Force-India-Mercedes und Nick Heidfeld als 17. im Sauber-Ferrari verpassten die Punkteränge. Timo Glock ließ im Virgin als 20. nur zwei platzierte Fahrer hinter sich.

Traumstart von Vettel

Vettel erwischte einen Traumstart und überholte Hülkenberg in der ersten Kurve. Nur drei Kurven weiter passierte auch Webber den Pole-Mann. Alonso überholte in der zweiten Runde Hamilton, verbesserte sich auf Rang vier und attackierte Hülkenberg fortan beständig, ohne alles zu riskieren.

Der Williams-Pilot zeigte sich zunächst hartnäckig und fungierte als Puffer für die Red Bull, die sich absetzten. Nach sechs Runden lag Alonso bereits fast zehn Sekunden hinter Vettel, ehe er dann doch an Hülkenberg vorbeizog. Dieser verlor anschließend Platz um Platz.

Red Bull dominant

Als erster des Top-Trios fuhr Alonso in Runde 25 an die Box, Vettel folgte Sekunden später, Webber einen weiteren Umlauf danach. Nach den Reifenwechseln waren sowohl die Reihenfolge als auch die Abstände zunächst unverändert.

Doch mit den neuen Reifen waren die Red Bulls noch dominanter. Vettel fuhr zwei schnellste Rennrunden nacheinander, der Abstand zu Alonso wuchs weiter an. Der Spanier verlor die Rivalen aus den Augen und rief über Funk: "Sind sie noch in Reichweite?"

Safety Car hilft Alonso

In der 50. Runde war Alonso durch die insgeheim ersehnte Safety-Car-Phase wegen eines Unfalls von Sutils Teamkollege Vitantonio Liuzzi plötzlich wieder im Rennen.

Die Abstände waren Makulatur, von fast 17 Sekunden auf Alonso blieben Vettel 15 Runden vor dem Ende nur noch sieben.

Doch der Heppenheimer legte gleich im ersten Umlauf nach der Freigabe des Rennens eine schnellste Rennrunde hin, ließ schnell zwei weitere folgen und fuhr danach souverän zum Sieg.

Alonso rückte noch mal gefährlich nahe an Webber heran, der Australier machte aber den Doppelsieg des neuen Konstrukteurs-Weltmeisters perfekt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel