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Michael Schumacher hat seit 1991 stolze 91 Grand-Prix-Siege eingefahren © getty

Der Deutsche lässt Teamkollege Rosberg in Brasilien passieren, der bedankt sich artig. Teamchef Brawn will Red Bull "jagen".

Von Björn Seitner

München - Diskussionen um die Stallorder gibt es bei Mercedes GP nicht.

Im Kampf um wichtige WM-Punkte für das Team zeigte sich Altmeister Michael Schumacher beim Doppelsieg von Red Bull in Brasilien gänzlich uneigennützig.

"In der Schlussphase ließ ich Nico überholen, denn er war auf frischen Reifen unterwegs und ich nicht", sagte der 41-Jährige nach dem Rennen.

Rosberg hätte die besseren Chancen gehabt, Jenson Button anzugreifen, so Schumacher.

Das es am Ende nicht für ein erfolgreiches Manöver reichte, schmälert die starke Leistung der Silberpfeile auf dem Autodromo Jose Carlos Pace von Interlagos aber nicht. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Kalte Schulter für die Konkurrenz

Rosberg, der erst zum vierten Mal in dieser Saison das Qualifying-Duell gegen seinen Landsmann verloren hatte, musste von einem enttäuschenden 13. Rang ins Rennen gehen. Schumacher startete als Achter. Keine gute Ausgangposition für Mercedes also.

Im Rennen zeigten die beiden Deutschen ihren Konkurrenten dann jedoch nicht nur einmal das Heck.

Bis auf Platz fünf und sechs arbeiteten sich Schumacher und Rosberg zwischenzeitlich vor (Runde 19). 309351(DIASHOW: Die Bilder des Rennens)

Rosberg mit Strategie zufrieden

"Ich startete heute sehr gut", resümierte Rosberg: "Als Michael vor mir seinen Boxenstopp einlegte, hatte ich freie Fahrt und machte dank unserer Strategie ein paar Plätze gut."

In der entscheidenden Phase des Rennens, als aufgrund des Unfalls von Force-India-Pilot Vitantonio Liuzzi das Safety Car auf die Strecke geschickt wurde, holte Mercedes Rosberg erneut in die Box - sein dritter Stopp.

Er bekam noch einmal frische Reifen und hätte angreifen können. Doch "leider machte Jenson Button das Gleiche und es gab ein ziemliches Durcheinander mit überrundeten Autos", musste Rosberg eingestehen.

[kaltura id="0_dnuokcxq" class="full_size" title="Die Strecke in Interlagos"]

Rosberg sagt Danke

Die Stimmung im Mercedes-Lager war dennoch gut, und so bedankte sich Rosberg bei seinem Kollegen: "Schön, dass Michael mich vorbeiließ."

Am Ende landeten Rosberg und Schumacher auf den Plätzen sechs und sieben - 14 wichtige Punkte für das Team im Kampf um den Platz hinter dem enteilten Trio Red Bull (das die Konstrukteurs-WM für sich entschied), Ferrari und McLaren.

"Wie in den sechs Grands Prix im letzten Saisondrittel seit Spa haben wir heute erneut die 'Best of the Rest'-Platzierung hinter den WM-Aspiranten belegt", so Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Brawn will Red Bull "jagen"

"Wir freuen uns, dass wir mit guten Rennen von Nico und Michael mit beiden Autos in die Punkteränge fuhren", sagte Teamchef Ross Brawn.

Und weiter: "Unsere Strategen trafen die richtigen Entscheidungen und wir überholten mehrere Autos, die vor uns in der Startaufstellung gestanden hatten."

Red Bull beglückwünschte Brawn mit einem Versprechen zum ersten Titel: "Nächstes Jahr werden wir sie jagen."

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