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2009 siegte Sebastian Vettel in Abu Dhabi vor Mark Webber (Bild) und Jenson Button © getty

Es ist das spannendeste Finale aller Zeiten: Vier Fahrer können im letzten Rennen die WM holen. SPORT1 beleuchtet die Lage.

Sao Paulo - Fernando Alonso? Mark Webber? Sebastian Vettel? Oder doch noch Lewis Hamilton?

Noch nie in ihrer 60-jährigen Geschichte hat die Formel 1 ein WM-Finale wie das in Abu Dhabi (Training, Fr., 10 Uhr im LIVE-TICKER und im TV auf SPORT1) erlebt.

Die Situation, dass drei Fahrer im letzten Rennen um den Titel kämpften, gab es bisher schon neunmal.

Zuletzt 2007, als Kimi Räikkönen sich noch an dem damaligen McLaren-Duo Hamilton und Alonso vorbeischob. Ein finaler Vierkampf ist dagegen eine Premiere, auch wenn Hamiltons Chancen eigentlich nur noch theoretischer Natur sind.

Vettel jagt den Rekord

Vettel hat da schon bessere Karten, um pünktlich beim Finale erstmals in seiner Karriere die WM-Führung zu übernehmen und Hamilton den Rekord des jüngsten Weltmeisters der Geschichte abzujagen.

Allerdings ist der Red-Bull-Pilot auf fremde Schützenhilfe oder Pech von Alonso angewiesen. Denn auch, wenn Vettel in Abu Dhabi gewinnt, dürfte der in der WM-Wertung führende Ferrari-Pilot bestenfalls Fünfter werden.

Knappste WM-Entscheidung denkbar

Dann wären beide punktgleich (256) und hätten jeweils fünf Siege, zwei zweite und drei dritte Plätze auf dem Konto.

Den Ausschlag zugunsten Vettels würde dann ein vierter Platz mehr (3:2) geben. Eine so enge WM-Entscheidung gab es noch nie, bislang war ein halber Punkt Vorsprung von Niki Lauda 1984 der knappste.

Vettels Teamkollege Webber könnte in diesem Szenario mit Platz zwei in Abu Dhabi ebenfalls auf 256 Punkte kommen, hätte aber dann mit nur vier Saisonsiegen das Nachsehen.

Ein zweiter Platz würde Vettel zum Titel reichen, wenn Alonso maximal Neunter und Webber bestenfalls Fünfter würde. Wird Vettel Dritter, ist er auf jeden Fall aus dem Rennen.

Vettel kann Webber helfen

Möglicherweise könnte Vettel aber auch Webber den Weg zum Titel ebnen, indem er ihm einen eventuellen Sieg überließe, falls Alonso nicht weit genug hinten landet.

Webber wäre mit einem Sieg erstmals in seiner Karriere Weltmeister, falls Alonso maximal Rang drei belegt. Bei einem zweiten, dritten oder vierten Platz dürfte Vettel nicht gewinnen und Alonso höchstens Sechster, Siebter beziehungsweise Neunter werden.

Hamilton muss siegen

Am einfachsten sind die Rechnungen für Spitzenreiter Alonso und Außenseiter Hamilton. Alonso kann mit einem Sieg oder Platz zwei aus eigener Kraft alles klar machen, die Plätze drei und vier würden reichen, falls Webber nicht gewinnt, ein fünfter Rang, falls keiner der beiden Red-Bull-Piloten Erster wird.

Hamilton müsste für seinen zweiten Titel selbst das Rennen gewinnen und hoffen, dass Alonso nicht in die Top 10 kommt, Webber maximal Sechster und Vettel bestenfalls Dritter wird.

SPORT1 gibt einen Überblick über die Rechenspiele:

FERNANDO ALONSO (246 Punkte - 5 Saisonsiege) wird Weltmeister, wenn:

- er das Rennen gewinnt (271) oder Platz zwei (264) belegt

- er Dritter (261) oder Vierter (258) wird und Mark Webber (maximal 256) nicht gewinnt

- er Fünfter (256) wird und weder Webber (maximal 256) noch Sebastian Vettel (maximal 249) gewinnen

- er Sechster (254) wird, Webber maximal Platz drei (253) belegt und Vettel nicht gewinnt (maximal 249)

- er Siebter (252) oder Achter (250) wird, Webber maximal Platz vier (250 - weniger Siege) belegt und Vettel nicht gewinnt (maximal 249)

- er Neunter (248) wird, Webber maximal Platz fünf (248 - weniger Siege) und Vettel maximal Platz drei (246) belegt

- er Zehnter (247) wird, Webber maximal Platz sechs (246) und Vettel maximal Platz drei (246) belegt

- er maximal Elfter wird oder nicht ins Ziel kommt (246), Webber maximal Platz sechs (246 - weniger Siege), Vettel maximal Platz drei (246 - weniger Siege) belegt und Lewis Hamilton (maximal 240) nicht gewinnt

MARK WEBBER (238 Punkte - 4 Saisonsiege) wird Weltmeister, wenn:

- er das Rennen gewinnt (263) und Fernando Alonso maximal Dritter (261) wird

- er Zweiter (256) wird, Alonso maximal Sechster (254) und Sebastian Vettel nicht gewinnt (maximal 249)

- er Dritter (253) wird, Alonso maximal Siebter (252) und Sebastian Vettel nicht gewinnt (maximal 249)

- er Vierter (250) wird, Alonso maximal Neunter (249) und Sebastian Vettel nicht gewinnt (maximal 249)

- er Fünfter (248) wird, Alonso maximal Neunter (249) und Sebastian Vettel nicht gewinnt (maximal 249)

SEBASTIAN VETTEL (231 Punkte - 4 Saisonsiege) wird Weltmeister, wenn:

- er das Rennen gewint (256) und Fernando Alonso maximal Fünfter (256 - weniger vierte Plätze) wird

- er Zweiter (249) wird, Alonso maximal Platz neun (248) und Mark Webber maximal Platz fünf (248) belegt

LEWIS HAMILTON (222 Punkte - 3 Saisonsiege) wird Weltmeister, wenn:

- er das Rennen gewinnt (247), Fernando Alonso maximal Elfter (246), Mark Webber maximal Sechster (246) und Sebastian Vettel bestenfalls Dritter (246) wird

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