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Sebastian Vettel peilt in Abu Dhabi seinen zehnten Formel-1-Sieg an - reicht das? © getty

Sebastian Vettel fährt in Abu Dhabi ein grandioses Qualifying und startet von Pole. Webber blamiert sich, Alonso ist Dritter.

Abu Dhabi - Als er mit der Pole-Position für den heißen WM-Showdown in der Wüste von Abu Dhabi seinen eigenen Job perfekt erledigt hatte, zeigte er den Fans ganz cool den Vettel-Finger. (DATENCENTER: Das Quali-Ergebnis)

Erst links, dann rechts, dann nahm Sebastian Vettel die ersten Glückwünsche seines Freundes Michael Schumacher entgegen. (311771DIASHOW: Die Bilder des Qualifyings)

Allerdings trübte die Freude über die zehnte Pole-Position in dieser Saison die Tatsache, dass WM-Spitzenreiter Fernando Alonso sich in letzter Sekunde der Qualifikation noch vom fünften auf den dritten Platz vorgeschoben hatte. Sollte der Ferrari-Pilot diesen Platz am Sonntag halten, wäre er Weltmeister, auch wenn Vettel das Rennen wie im Vorjahr gewinnen sollte.

"Wir haben das Bestmögliche herausgeholt, jetzt müssen wir sehen, was im Rennen passiert", sagte Vettel mit Blick auf den 19. und letzten WM-Lauf (So., 13.45 Uhr im LIVE-TICKER).

"Hoffnung stirbt zuletzt"

Nur wenn Alonso, der mit 246 Punkten 15 Zähler vor dem Red-Bull-Piloten liegt, bestenfalls als Fünfter ins Ziel käme, würde Vettel (231) der Sieg genügen, um selbst noch den WM-Titel zu holen - als jüngster Fahrer aller Zeiten. (SPORT1-Interview mit Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko)

"Ich versuche, mein Ding durchzuziehen. Alles andere ergibt sich dann oder es ergibt sich nicht. Der Glaube ist noch da, die Hoffnung stirbt zuletzt. Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe", sagte der 23-Jährige.

Vettel war 31 Tausendstelsekunden schneller als Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes, der bei 24 Punkten Rückstand auf Alonso noch eine rechnerische WM-Chance hat.

Alonso zufrieden

Vettels Teamkollege Mark Webber dagegen, der in der WM-Wertung als Zweiter (238) noch vor dem Heppenheimer liegt, belegte nur Rang fünf und musste damit einen herben Dämpfer für seine Titelhoffnungen hinnehmen.

Sollte der Australier auch im Rennen so weit hinten bleiben, würde Vettel auch nicht in die Situation geraten, Webber auf dem Weg zum Titel vielleicht vorbeilassen zu müssen, falls er selbst keine Chance mehr hat.

"Mark auf Platz fünf ist besser als Mark auf Startplatz eins", sagte daher auch Alonso, der bei einem Sieg des 34-Jährigen Zweiter werden müsste, um seinen dritten Titel nach 2005 und 2006 einzufahren: "Aber das Rennen ist erst am Sonntag, dann kann alles passieren. Wir müssen erst noch 55 Runden absolvieren."

[kaltura id="0_3mw5zbnf" class="full_size" title="Eine Runde in Abu Dhabi"]

Vettels zehnte Pole

Vettel freute sich unterdessen schon einmal über Pole Nummer zehn.

"Das ist großartig und zeigt, wie gut unser Auto ist. Ich habe Statistiken von Leuten vor Augen, die viele Poles in einem Jahr geholt haben. Da stehen Leute wie Senna, Senna oder Michael (Schumacher). Mit zehn bin ich zwar nicht an der Spitze, aber vielleicht schaffen wir das ja im nächsten Jahr", sagte er.

Für sein Red-Bull-Team war es sechs Tage nach dem ersten Gewinn der Konstrukteurs-WM die 15. Pole in diesem Jahr. Damit stellten die "Bullen" den Saisonrekord von McLaren (1988 und 1989) und Williams (1992 und 1993) ein.

Schumi glänzt

Zweitbester Deutscher hinter Vettel war Rekordweltmeister Michael Schumacher, der zum Saisonabschluss als Achter seinen Mercedes-Kollegen Nico Rosberg einen Platz hinter sich ließ.

Adrian Sutil im Force-India-Mercedes, Nick Heidfeld im Sauber-Ferrari und Nico Hülkenberg im Williams-Cosworth verpassten die letzte Runde der Qualifikation und landeten im Paket auf den Startplätzen 13 bis 15.

Glocks starke Bilanz

Deutsches Schlusslicht war Virgin-Pilot Timo Glock auf Rang 21. Zwar blieb der 28-Jährige zum 17. Mal im 19. Rennen vor seinem Kollegen Lucas di Grassi und weist damit gemeinsam mit Renault-Pilot Robert Kubica die zweitbeste Bilanz aller Teams auf, allerdings lag er erneut hinter beiden Lotus-Piloten.

Zu allem Überfluss kassierte er auch noch eine Geldstrafe in Höhe von 600 Euro, weil er im letzten freien Training mit Tempo 62,4 statt der erlaubten 60 geblitzt worden war.

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