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So war es 2010: Weltmeister Sebastian Vettel dreht seine Runden in Bahrain © getty

Gewalt und Unruhen gefährden das erste Rennen in Bahrain. Ecclestone ist in großer Sorge. Die GP2-Serie ist bereits abgesagt.

Köln - Die Welle der Gewalt im Nahen Osten droht auch die Formel 1 zu erfassen.

Nach den blutigen Unruhen mit mehreren Todesopfern in Bahrain ist der Saison-Auftakt im Golfstaat gefährdet. (DATENCENTER: Rennkalender 2011)

Der erste WM-Lauf soll am 13. März ausgetragen werden, bereits zehn Tage vorher (3. bis 6. März) stehen dort Tests auf dem Programm.

Ein Ersatzrennen erscheint aufgrund der geringen Zeit bis zum angepeilten Start ausgeschlossen. So würde die Saison 2011 mit 19 statt 20 Grands Prix über die Bühne gehen.

Am Donnerstag wurde bereits das für Freitag und Samstag vorgesehene Rennen der asiatischen GP2-Serie nach den Meldungen über Zusammenstöße in der Hauptstadt Manama abgesagt.

GP2-Rennen bereits abgesagt

"Aufgrund der aktuellen Ereignisse wurde der Wettbewerb auf Bitten des Motorsport-Verbandes von Bahrain abgesagt", hieß es in einer Mitteilung der Organisatoren.

Bei den Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten, die sich nach dem Vorbild von Tunesien und Ägypten für Reformen stark machen, und der Polizei wurden seit dem Ausbruch der Unruhen bislang fünf Menschen getötet.

Gruppen von Aktivisten haben bereits angekündigt, dass auch das Formel-1-Rennen ein mögliches Ziel für Protestaktionen sein könnte.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

Erneut blutige Reaktion auf Protest?

Nabeel Rajab, Vizepräsident der Kampagne Bahrain Center für Menschenrechte, sagte, der Grand Prix sei natürlich der perfekte Anlass, um ihre Botschaft in die Welt zu schicken.

Die Formel 1 würde "dieses Mal sicher nicht friedlich ablaufen", so Rajab: "Es sind eine Menge Journalisten vor Ort, viele Leute schauen zu, und die Regierung wird wieder auf dumme Art und Weise reagieren. Und das wird blutig sein, aber das wird mehr Öffentlichkeit bekommen", sagte der Aktivist weiter.

Die überwiegend schiitische Bevölkerung des Bahrain begehrt gegen die Familie von König Hamad ibn Isa Al Chalifa auf, weil sich sich diskriminiert fühlt.

Ecclestone: "Ich habe keine Idee"

Mit zunehmender Sorge beobachtet Formel-1-Boss Bernie Ecclestone die Entwicklung in Bahrain.

Nach einem Treffen mit dem Kronprinzen sagte der Brite: "Wenn sich die Lage bis Mittwoch nicht beruhigt hat, werden wir das Rennen wahrscheinlich absagen müssen."

Er riet davon ab, eine Reise zum Grand Prix zu planen.

Teil der Team-Fracht schon auf dem Weg

Die Teams bereiten sich schon auf das Auftaktrennen vor. "Ein Teil unserer Fracht für Bahrain wurde bereits vor einem Monat auf ein Schiff verladen", erklärte Virgin-Teamchef John Booth der "BBC".

"Ein Großteil davon ist unerlässlich, damit die Autos überhaupt fahren können", so Booth weiter.

Fahrer untergebracht in Manama

Laut Ecclestone sei derzeit noch mit keinem Team wegen der aktuellen Situation in Bahrain Kontakt aufgenommen worden.

Bislang habe er sich in Bahrain dort "immer sehr sicher gefühlt", so Ecclestone, "aber man weiß nie. Die Welt verändert sich."

Während des Grand-Prix-Wochenendes sind Teams und Fahrer in Hotels in Manama untergebracht.

Gewalt in Bahrein eskaliert

Zu einer Eskalation der Gewalt war es am Donnerstagmorgen gegen 3 Uhr Ortszeit gekommen, als die Polizei gewaltsam gegen Demonstranten vorging.

Dabei wurde der Lulu-Platz in der Hauptstadt Manama geräumt, als die meisten der rund 6000 Menschen dort noch schliefen. Die Polizisten umstellten den Platz und eröffneten ohne Vorwarnung das Feuer.

Drei Menschen kamen ums Leben, zahlreiche Personen wurden verletzt. Mit Schlagstöcken verfolgten die "Ordnungshüter" anschließend die vor Angst fliehenden Demonstranten.

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