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Erstmals in der Geschichte der Formel 1 fällt einen Rennen wegen politische Unruhen aus © getty

Alle Ampeln auf Rot: Wegen politischer Unruhen fällt das Rennen im Emirat aus. Die Saison startet in Australien.

Manama - Erstmals in der Geschichte der Formel 1 ist ein WM-Rennen aus politischen Gründen abgesagt worden.

Wegen der blutigen Unruhen in Bahrain haben die Organisatoren den für den 13. März im Königreich vorgesehenen Saisonauftakt gestrichen. Das Rennen soll aber möglicherweise nachgeholt werden.

"Der Streckenbetreiber hat heute mitgeteilt, dass das Königreich Bahrain auf eine Austragung des diesjährigen Formel-1-Grand-Prix verzichtet, sodass sich das Land dem nationalen Dialog widmen kann", heißt es in dem Statement des Bahrain International Circuit.

Als neuer Termin bietet sich der November an. Der Saisonauftakt steigt nun am 27. März in Melbourne.(DATENCENTER: Rennkalender 2011)

Testfahrten nach Barcelona verlegt

Die für die Zeit vom 3. bis 6. März geplanten Testfahrten in Bahrain sind nach Barcelona verlegt worden. "Wir werden sie voraussichtlich vom 8. bis 11. März durchführen", erklärte Red-Bull-Teamchef Christian Horner am Rande der laufenden Testfahrten in der katalanischen Metropole gegenüber "Reuters".

Norbert Haug nahm die Nachricht von der Absage mit Erleichterung auf. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

"Unser wichtigstes Anliegen ist es, die Sicherheit unserer Teammitglieder zu gewährleisten. Wir begrüßen und unterstützen die Entscheidung", sagte der Motorsportdirektor von Mercedes.

Ecclestone spielt auf Zeit

Die Verantwortlichen der Formel 1 hatten sich in den vergangenen Tagen nicht zu einer Absage des Rennens durchringen können, sie spielten auf Zeit. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone reichte die Verantwortung ans Königshaus weiter.

"Es ist schade, dass Bahrain das Rennen absagen muss", sagte der Brite: "Wir wünschen der gesamten Nation, dass im Land ein Heilungsprozess beginnt."

"Die Menschen haben größere Probleme"

In Bahrain wurden bei den Ausschreitungen bislang sieben Menschen getötet und zahlreiche Personen verletzt. Überwiegend schiitsche Oppositionelle setzen sich in dem Land am Persischen Golf für mehr Freiheit ein.

"Wenn in einem Land Menschen sterben, dann ist das eine Tragödie. Es ist nicht die Zeit, um einen sportlichen Wettbewerb auszutragen. Die Menschen haben derzeit größere Probleme", sagte der Australier Mark Webber.

In Deutschland, England und anderen europäischen Ländern haben die Auswärtigen Ämter bereits von Reisen in die Region abgeraten, darauf könnten sich Angestellte zahlreicher Rennställe berufen.

Verlegung als Kompromiss

Eine Verschiebung wäre auch für Ecclestone ein tragbarer Kompromiss.

Dazu hatte der Brite erklärt: "Vielleicht können wir das Rennen auch auf einen späteren Zeitpunkt in der Saison verlegen. "

Dies hält auch Bahrains Kronprinz für denkbar. "Wir denken, es ist wichtig, dass wir uns im Moment um die Angelegenheiten im Lande kümmern und uns offen lassen, das Rennen zu einem späteren Zeitpunkt auszutragen", erklärte Salman ibn Hamad ibn Isa Al Chalifa.

Der Scheich muss zahlen

Ecclestone hatte zuvor verkündet, der Kronprinz solle die Entscheidung über die Durchführung des Rennens fällen und sich damit gleich doppelt auf die sichere Seite begeben.

Zum einen muss das Königshaus für mögliche Schäden aufkommen, und bei einer Absage muss Bahrain das Startgeld in Höhe von 35 Millionen Dollar - von denen die Hälfte an die Teams geht - dennoch bezahlen.

Die beiden GP2-Rennen am vergangenen Wochenende waren bereits abgesagt worden.

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