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McLaren-Pilot Jenson Button gewann 2009 und 2010 den Australien-GP © getty

Spektakulärer Auftakt in Melbourne: Button fährt Trainigsbestzeit vor Hamilton. Norbert Haug ordnet die Ergebnisse ein.

Von Marc Ellerich

München - Spektakuläre Eröffnung beim Saisonauftakt der Formel 1 in Melbourne: In der zweiten Trainingssession zum Großen Preis von Australien (Qualifying, Sa. ab 6.45 Uhr im LIVE-TICKER) düpierte das in der Saisonvorbereitung nur mittelmäßige McLaren-Duo Jenson Button und Lewis Hamilton die versammelte Konkurrenz (SERVICE: Trainingsergebnis).

Button benötigte als Tagesbester für seinen schnellsten Umlauf eine Zeit von 1:25,854 Minuten. Sein Teamkollege blieb mit einer Zeit von 1:25,986 Minuten nur hauchdünn dahinter.

Die beiden früheren Weltmeister blieben damit als einzige Fahrer am Freitag unter der Marke von 1:26 Minuten.

Alonso vor Vettel

Platz drei ging an Ferrari-Star Fernando Alonso, der 1:26,001 Minuten für seine schnellste Runde benötigte. Vierter wurde Weltmeister Sebastian Vettel vor seinem Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber, der im ersten Durchgang die Bestzeit gefahren war.

Vettel benötigte 1:26,014 Minuten, Webber fuhr 1:26,283 Minuten.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug zeigte sich von der deutlichen Leistungssteigerung des McLaren-Gespanns gegenüber SPORT1 nur wenig überrascht.

"Wer dieses Team kennt, und wer kennt es besser als ich nach 15 Jahren, weiß, dass sie das Potenzial haben", meinte Haug am Telefon: "Klar ist, dass McLaren seine Probleme gelöst hat."

Haug: Halber Schritt fehlt

Seine beiden Piloten fielen in Melbourne durch unterschiedliche Resultate auf. Michael Schumacher, im ersten Durchgang noch Achter, schob sich in der zweiten Session auf den sechsten Platz vor. Er benötigte dafür 1:26,590 Minuten.

Nico Rosberg, zunächst Vierter, kam in der Endabrechnung mit einer Zeit von 1:27,448 Minuten auf den zehnten Platz.

Haug war mit dem Abschneiden des silbernen Duos nicht vollends zufrieden. "Für heute sind wir einen halben Schritt hinten dran", sagte er: "Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen. Aber ich weiß, dass nicht alles so geklappt hat, wie es klappen sollte. Es sollte schon noch etwas Potenzial da sein."

Vettel zufrieden

Gleichwohl stimme die Richtung bei Mercedes, so Haug weiter: "Aber klar ist auch, dass wir nicht von Platz vier aus über den Winter zum Favoritenschreck werden."

Neben McLaren schätzte der Schwabe die beiden anderen vorne platzierten Teams als dominant ein. "Red Bull ist stark, Ferrari ist stark", so Haug bei SPORT1: "Sollten wir in diesen Kreis vordringen können, dann arbeiten wir in die richtige Richtung."

Vettel sprach nach dem Training von einem "aufregenden Start" in die neue Saison: "In Melbourne passiert immer ziemlich viel."

Dennoch habe sein Team gute Eindrücke sammeln können. "Das Wetter war ein wenig schwierig. Erst hat es geregnet, dann wurde es trocken, das macht es nicht ganz leicht, verschiedene Dinge zu testen."

"Nicht allzu schlecht"

Aber nun habe er einen Eindruck bekommen, wo er im Vergleich zur Konkurrenz stehe.

Vettels Urteil: "Alles in allem denke ich, können wir zufrieden sein. Es scheint, dass wir nicht allzu schlecht sind. Aber wir müssen natürlich noch abwarten."

Michael Schumacher zeigte sich nach dem Training Down Under ebenfalls nicht unzufrieden. "Meine ersten Eindrücke der neuen Saison sind wirklich positiv", meinte der Rekord-Weltmeister: "Wir haben heute viel gelernt und sind mehr oder weniger da, wo wir uns erwartet haben." Einige Probleme am Auto müssten noch behoben werden, er sei dennoch "glücklich, mit dem, was er in Melbourne bisher gesehen" habe.

Auch Rosberg sprach davon, dass einiges am MGP W02 nicht richtig funktioniert habe. Daher sei das zweite Training für ihn etwas schwierig verlaufen. Gleichwohl: "Ich denke, wir sind in ansprechender Verfassung."

Die übrigen deutschen Piloten mussten beim Auftakt in Australien zunächst mit hinteren Platzierungen vorlieb nehmen.

Lotus-Renault-Fahrer Nick Heidfeld belegte Platz 13 (1:27,536 Min.). Auf den 17. Platz fuhr Adrian Sutil im Force India (1:28,583 Min.).

Letzter des Feldes, und somit auch Letzter aus deutscher Sicht wurde Virgin-Fahrer Timo Glock auf Platz 24 (1:32,926).

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