vergrößernverkleinern
Sebastian Vettel (M.) blieb in Melbourne als einziger unter der Marke von 1:24 Minuten © getty

Das Qualifying bringt Überraschungen hervor - positiv wie negativ. SPORT1 nennt vor dem Australien-GP Gewinner und Verlierer.

Von Marc Ellerich

München - Das Qualifying von Melbourne hat das monatelange Rätselraten beendet und die wahren Kräfteverhältnisse in der Formel enthüllt. 370658(DIASHOW: Bilder des Qualifyings)

Weltmeister Sebastian Vettel ist fast zu schnell, um wahr zu sein. Wie entfesselt fuhr der Red-Bull-Pilot zur 16. Pole-Position seiner Karriere.

Doch nicht nur Vettels Leistung ist bemerkenswert, auch andere haben überrascht - positiv wie negativ.

Vor dem Grand Prix am Sonntag (ab 7.45 Uhr im LIVE-TICKER) benennt SPORT1 die vorläufigen Gewinner und Verlierer des Saisonauftakts. (DATENCENTER: Das Qualifying-Ergebnis)

Tops

Der Weltmeister: Sebastian Vettels Pole-Fahrt war eine Demonstration der Stärke. Niemand kam ihm auch nur ansatzweise nahe.

McLaren-Pilot Lewis Hamilton fehlten als erstem Verfolger bereits fast acht Zehntelsekunden. Vettel, so ist der Eindruck, kann nur per Defekt, Unfall oder grobem Strategiefehler vom ersten Melbourne-Triumph abgehalten werden.

Vettel verzichtete im Qualifying sogar auf den Extra-Schub durch KERS, immerhin 82 PS für sechseinhalb Sekunden Dauer. Danach meinte er: "Der heutige Tag war gut, der morgige wird vielleicht noch besser."

[kaltura id="0_bjwc0jhk" class="full_size" title="Vettel erkl rt KERS und Fl gel"]

McLaren: Die Silbernen haben gerade rechtzeitig zum ersten Rennwochenende des Jahres die Kurve gekriegt.

Was der zweitplatzierte Lewis Hamilton und sein Teamkollege Jenson Button als Vierter zeigten, war nach den mittelmäßigen Wintertests beinahe sensationell.

"Ich bin absolut begeistert, heute hier zu stehen", meinte Hamilton, zurecht erfreut. "Wir haben uns entschieden, zurückzugehen und eine andere Richtung einzuschlagen", spielte er auf die verkorksten Tests und die folgenden Umbauarbeiten am MP4-26 an, Platz zwei sei "eine großartige Basis", um darauf aufzubauen.

Sorgen bereitete dem Engländer allerdings, dass Vettel sogar auf KERS verzichten konnte: "KERS bringt eine halbe Sekunde. Dann liegen wir ja 1,3 Sekunden zurück. Das ist nicht normal."

Petrow, Kobayashi, Buemi: Gleich drei vermeintliche Underdogs sprengten die Phalanx der Top-Teams. Während Ferrari und Mercedes nicht gut aussahen, glänzten Renault, Sauber und Toro Rosso.

"Es fühlt sich toll an, hier in der dritten Reihe zu stehen", meinte der sechstplatzierte Petrow. Der Lotus-Renault-Pilot, in der Vorsaison oft kritisiert, hängte seinen deutschen Kollegen Nick Heidfeld (18.) um Längen ab.

"Nicht schlecht", meinte auch Kobayashi, der als Neunter starten wird: "Die Arbeit, die wir im Winter gemacht haben, war anscheinend in Ordnung."

Zumal Rookie Sergio Perez das schöne Resultat für die Schweizer komplettierte, er wurde in seinem ersten Formel-1-Qualifying 13. "Sergio war eine schöne Überraschung", urteilte Teamchef Peter Sauber.

Buemi punktete im internen Toro-Rosso-Duell gegen Jaime Alguersuari und darf zur Belohung als Zehnter starten.

Flops

Mercedes GP: Ein klassischer Fehlstart der Silberpfeile, die sich nach guten Testeindrücken so viel vorgenommen hatten.

Nico Rosberg fehlten als Siebtem fast 1,9 Sekunden auf Vettels Bestzeit. Michael Schumacher verpasste als Elfter Q2, er lag fast zweieinhalb Sekunden hinter dem Weltmeister.

So richtig erklären konnte den Untergang Down Under keiner der beiden Fahrer. Zwar berichteten beide von Problemen mit dem PS-Schub KERS, damit waren Rosberg und Schumacher dann aber mit ihrem Latein am Ende.

"Im Moment sind wir nicht da, wo wir sein wollten", stellte Schumi ernüchtert fest: "Die Gründe dafür kennen wir noch nicht."

Einen Hinweis gab Motorsportchef Norbert Haug. Probleme im Training hätten die Fahrer dabei behindert den MGP W02 besser abzustimmen.

Ferrari: Nicht viel besser als dem "deutschen Nationalteam" erging es der roten Scuderia. Vize-Weltmeister Fernando Alonso lag als Fünfter aussichtslos fast eineinhalb Sekunden hinter Vettels Pole-Bestzeit. Felipe Massa wurde nur Achter.

Der heimliche Sieger der Saisonvorbereitung geht schwer geschlagen in den ersten Grand Prix.

Alonso berichtete später von fehlender Haftung der Pirelli-Reifen und fehlender Leistung seines F 150th Italian.

Seinen Abstand zu Spitze bezeichnete der Spanier als "nicht weiter tragisch". Es sei ja lediglich das erste Qualifying der Saison schiefgelaufen.

Von seinem Plan, das Podium anzupeilen, wollte Alonso trotz seines enormen Rückstands nicht abweichen. "Der fünfte Platz ist eine fantastische Ausgangsposition, um unter die Top drei zu fahren", stellte er fest.

Nick Heidfeld: Man konnte Nick Heidfeld am Gesicht ablesen, wie er sich nach seinem 18. Platz in der Qualifikation fühlte: miserabel.

Er habe Probleme mit dem KER-System des Lotus Renault gehabt, bekannte der Ersatzmann für den verunglückten Robert Kubica, und zudem im entscheidenden Anlauf keine freie Strecke gehabt.

"Ich habe schlecht begonnen", sprach sich Heidfeld Mut zu: "Ab jetzt kann es hoffentlich nur noch besser werden."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel