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Sebastian Vettel kam vor der Saison 2009 von Toro Rosso zu Red Bull © getty

Der Weltmeister siegt und bricht seinen persönlichen Melbourne-Fluch. Schumacher und Rosberg sind chancenlos und scheiden aus.

Melbourne - Weltmeister Sebastian Vettel beginnt die neue Saison, wie er die alte beendet hat: Auf Platz 1.

Der 23-Jährige feierte beim Auftakt in Melbourne nach einer eines Champions würdigen Vorstellung einen souveränen Sieg und übernahm damit gleich wieder die WM-Führung (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Einen besseren Start in die Mission Titelverteidigung hätte es für den Red-Bull-Piloten nicht geben können, der Startnummer 1 machte er jedenfalls alle Ehre (Ab 21 Uhr im TV auf SPORT1: Die Highlights des Rennens).

"Danke Jungs, fantastisch. Sehr cool. Exzellentes Auto, exzellente Stopps", sagte Vettel nach der Zieldurchfahrt über Boxenfunk zu seinem Team: "Wir haben heute viel gelernt, behaltet das im Kopf." 371072(DIASHOW: Bilder des Rennens)

Petrow sensationell Dritter

Nach seiner Gala-Vorstellung im Qualifying am Samstag dominierte Vettel auch das Rennen am Sonntag fast nach Belieben und gewann am Ende mit 22,2 Sekunden Vorsprung auf den Briten Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes.

Womit Vettel seinen "Melbourne-Fluch" - drei Rennen, drei Ausfälle - aus der Welt schaffte.

Sensationell Dritter wurde Renault-Pilot Witali Petrow im Renault.

Der erste Russe in der Königsklasse, im vorigen Jahr beim Saisonfinale Vettels "Weltmeistermacher", stand damit zum ersten Mal in seiner Karriere auf dem Siegerpodest - und hielt wie seinerzeit in Abu Dhabi Ferrari-Pilot Fernando Alonso hinter sich.

Webber enttäuscht

Vettels Teamkollege Mark Webber erlebte dagegen erneut ein enttäuschendes Heimspiel.

Der Australier, der von Rang drei gestartet war, kam im Rennen nicht über Platz fünf hinaus - mit 38,1 Sekunden Rückstand auf Vettel im gleichen, eigentlich deutlich überlegenen Auto.

Immerhin stellte Webber damit seine bislang beste Platzierung Down Under ein, den fünften Platz aus seinem Debütrennen 2002 im Hinterbänkler-Auto von Minardi.

Schumacher und Rosberg raus

Ein Tag zum Vergessen war es für die übrigen fünf deutschen Piloten.

Das Mercedes-Duo Michael Schumacher und Nico Rosberg schied in den Runden 22 und 24 aus, Adrian Sutil im Force-India-Mercedes und Nick Heidfeld im Renault verpassten auf den Rängen 11 und 14 die Punkteränge.

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Timo Glock hatte seinen Virgin nach technischen Problemen zwischenzeitlich schon in die Box gesteuert, fuhr dann aber nach einer Reparaturpause mit mehreren Runden Rückstand dem Feld hinterher, um zumindest noch Kilometer zu sammeln.

Vettel behauptet sich am Start

Beim Start behauptete Vettel fast mühelos seine Pole Position und setzte sich gleich von Hamilton ab, der seinerseits Webbers Angriff abwehrte.

Am Ende der ersten Runde hatte er bereits einen Vorsprung von 2,4 Sekunden, nach der zweiten schon mehr als drei Sekunden.

Bis zu Vettels erstem Reifenwechsel in Runde 14 war Hamilton zwar bis auf 1,5 Sekunden herangekommen, seine zwei zusätzlichen Runden bis zu einem ersten Stopp in Runde 16 genügten ihm aber nicht, vor Vettel zu bleiben, obwohl der von Button ein wenig aufgehalten worden war.

Schumis Reifen aufgeschlitzt

Mit einem spektakulären Überholmanöver außen in einer Kurve hatte sich Vettel aber an dem Briten vorbeigequetscht und sich danach wieder den nötigen Vorsprung auf Hamilton verschafft.

Der Arbeitstag der Silberpfeile war innerhalb von drei Runden komplett beendet.

Schumacher, den ein von Jaime Alguersuari aufgeschlitzter Hinterreifen schon in der ersten Runde ans Ende des Feldes zurückgeworfen hatte, stellte seinen Mercedes nach dem dritten Stopp in Runde 22 in der Garage ab.

Zwei Runden später wurde Rosberg unverschuldet von Rubens Barrichello von der Strecke gerempelt und schied aus. Von der später verhängten Durchfahrtstrafe für den Brasilianer hatte Rosberg daher nichts mehr.

Boxenstopps ändern nichts

An der Spitze kontrollierte Vettel unterdessen seinen Vorsprung vor Hamilton.

In der Folge bekam Hamilton Probleme mit einem herunterhängenden Unterboden, bei Vettel ließen die Reifen wieder nach.

Deshalb steuerte er direkt in Runde 36 zum Reifenwechsel die Box an, Hamilton aber ebenso. Die Reihenfolge blieb daher unverändert - und Vettel fuhr unbehelligt seinem ersten Australien-Sieg entgegen.

Haug: "Ein Satz mit X"

Konkurrenzfähig mit der Spitze wären Schumacher und Rosberg auch ohne ihr Kollisions-Pech nicht. "Wir sind nicht da, wo wir sein wollen", betonten die beiden deutschen Piloten unisono.

"Wegen der technischen Probleme konnten wir keine Trainingssitzung richtig nutzen, um das Auto abzustimmen", erklärte Nordbert Haug, der Motorsport-Chef von Mercedes:

"Michael konnte nichts dafür, Nico konnte nichts dafür - das war ein Satz mit X."

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