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Top-Trio: Sebastian Vettel (M:), Lewis Hamilton (l.) und Witali Petrow © getty

Der Saisonstart in Australien beschert der Formel 1 die ersten Gewinner und auch viele Verlierer. Pirelli ernet viel Lob.

Von Marc Ellerich

München - Die ersten 303 Kilometer der neuen Saison sind gefahren, der Auftakt in Australien hat Gewinner und Verlierer hervorgebracht. (Ab 21 Uhr im TV auf SPORT1: Die Highlights des Rennens)

Die Dominanz von Weltmeister Sebastian Vettel im ersten Grand Prix war erdrückend, doch im Red-Bull-Team fand sich auch einer der großen Verlierer des Auftakts wieder: Mark Webber gab bei seinem Heim-Grand-Prix ein schwaches Bild ab.

Nicht nur das Weltmeister-Team zeigte am ersten Rennwochenende erstaunliche Gegensätze, auch andere fielen im Guten wie im Schlechten auf. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

SPORT1 fasst die ersten Eindrücke der neuen Saison zusammen. 371072(DIASHOW: Bilder des Rennens)

Die Gewinner

Der Weltmeister: Macht Vettel in diesem Stil weiter, könnte die Saison ziemlich langweilig werden. Keiner konnte ihm beim Saisonauftakt wirklich gefährlich werden.

Dennoch bremste der Red-Bull-Pilot nach seinem ersten Sieg in Australien. "Wir müssen auf dem Boden bleiben", warnte er sein Team. "Es kann noch so viel passieren", orakelte Vettel. Schritt für Schritt müsse der Rennstall "versuchen, das weiter zu tun, was wir hier getan haben. Spaß zu haben und weiter hart zu arbeiten. Dann haben wir eine gute Chance."

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McLaren: Lewis Hamilton als Zweiter und Jenson Button auf Platz sechs haben den Engländern wertvolle Punkte beschert. Von einer Krise, in der man Team der beiden früheren Weltmeister nach dem Winter wähnte, bleibt nach dem ersten Rennen keine Spur mehr.

McLaren hat die Kurve gekriegt, so viel steht fest. Hamilton brachte Vettel nach dessen erstem Reifen-Stopp sogar kurzzeitig in die Bredouille, doch der Deutsche umkurvte den Engländer geschickt nach dessen Boxen-Ausfahrt. Danach hatte Hamilton keine Chance mehr, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

"So früh in der Saison Druck auf Sebastian aufzubauen, war extrem ermutigend", meinte folgerichtig Vettels erster Verfolger.

Witali Petrow und Lotus Renault: Ausgerechnet der 2010 so anfällige Pilot aus Wyborg trat in die Fußstapfen seines verunglückten Kollegen Robert Kubica. Nach Kubicas zweitem Platz 2010 bescherte Petrow seinem Team als überraschender Dritter auch in diesem Jahr ein Australien-Podium.

Weil Kubica-Ersatzmann Nick Heidfeld am ersten Wochenende als Zwölfter enttäuschte, wähnte sich der Russe bereits als die Nummer 1 im Team.

Die Pirelli-Reifen: Im Vorfeld viel gescholten, ernteten die neuen Reifen nach dem Melbourne-Rennen viel Lob. "Es war sehr positiv. Wir müssen Pirelli ein paar Komplimente machen", meinte Vettel zum Beispiel: "Nach den Testfahrten waren wir alle ein bisschen besorgt, aber dann haben wir hier nicht so viele Stopps gesehen wie erwartet." Auch Chef-Kritiker Adrian Sutil hob den Daumen. Pirelli hat den Ernstfall gemeistert.

Die Verlierer

Mercedes GP: Die "deutsche Nationalmannschaft der Formel 1" erlebte einen Auftakt zum Vergessen. Sowohl Michael Schumacher als auch sein junger Kollege Nico Rosberg schieden vorzeitig aus, das ambitioniert gestartete Team nimmt aus Australien einen Berg an Problemen und null Punkte mit zum nächsten Rennen nach Malaysia.

Größte Schwierigkeit: Niemand bei den Silberpfeilen konnte anschließend erklären, woran es gelegen hatte. Schumi behielt in der schwarzen Stunde der Silbernen dennoch den Kopf oben: "Ich glaube weiterhin, dass wir Potenzial besitzen."

Ferrari: Als Favorit in die Saison gegangen, landete die rote Scuderia in Melbourne hart auf dem Boden der Tatsachen.

Von einem Fehlstart zu sprechen wäre gewiss zu hart, immerhin nahm Fernando Alonso als Vierter wichtige Punkte mit.

Doch auch die Italiener werden lange nachsitzen müssen. "Wir sind davon ausgegangen, ein schnelleres Auto zu haben", stellte der siebtplatzierte Felipe Massa ernüchtert fest.

Sauber: Für ein paar Stunden durfte sich der Schweizer Rennstall als einer der Sieger des australischen Auftakts fühlen.

Rookie Sergio Perez zeigte ein grandioses Rennen und fuhr als Siebter auf Anhieb in die Punkteränge. Nur einen Platz hinter ihm komplettierte Kamui Kobayashi das Fabel-Ergebnis.

Von einem "Traumstart" sprach Teambesitzer Peter Sauber.

Doch dann kam der K.o.: Die Rennleitung disqualifizierte beide Fahrer. Grund: Nicht konforme Heckflügel.

Bitter: Eben noch gefeiert, steht Sauber plötzlich als großer Verlierer des Saisonstarts da.

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