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Sebastian Vettel winkt ein perfekter Saisonstart mit drei Siegen aus drei Rennen © getty

Mit einer Fabel-Runde in der China-Quali verblüfft der Champ die Konkurrenz. McLaren schwankt zwischen Anerkennung und Kampfeslust.

Von Julian Meißner

München - Nach dem beeindruckenden Sturm auf die dritte Pole-Position beim dritten Grand Prix des Jahres schnaufte Sebastian Vettel erst einmal durch.

"Es lief heute nicht so glatt, wie wir geplant hatten", meinte der Weltmeister auf der Pressekonferenz nach dem Qualifying in China (Rennen, Sonntag, ab 8.45 Uhr im LIVE-TICKER), obwohl er seine Konkurrenten mit einer Fabel-Runde gerade gehörig distanziert hatte.

Speziell im zweiten Durchgang der Zeitenjagd auf dem Shanghai International Circuit habe er sich "nicht zu 100 Prozent wohl gefühlt", erklärte der Red-Bull-Pilot (DATENCENTER: Die Startaufstellung).

Davon war jedoch wenig zu sehen. Und spätestens als es darauf ankam, war Vettel voll da: Er sicherte sich ungefährdet seine 18. Karriere-Pole, musste am Ende nicht einmal eine zweite schnelle Runde hinlegen und konnte so Reifen sparen.

Das Fazit des Champions fiel dann auch versöhnlich aus: "Wir haben einen guten Job gemacht und können sehr zufrieden sein."

Satter Vorsprung

Bei der Konkurrenz staunte man über die Performance des Seriensiegers. Der Abstand des Zweiten Jenson Button im McLaren betrug schon über sieben Zehntelsekunden.

"In der Hitze des Gefechts hoffst du immer, dass es möglich ist", sagte der Brite über seine Chancen auf den begehrten Startplatz eins: "Aber Sebastians Pace war einfach phänomenal."

"Ok, vielleicht doch eher Platz zwei"

Der Weltmeister von 2009 hatte sich, im Gegensatz zu seinem drittplatzierten Teamkollegen Lewis Hamilton, dazu entschieden, einen zweiten Reifensatz zu opfern, um Vettel zu attackieren.

Button blieb aber letztlich chancenlos und sagte anerkennend: "Dann sah ich Sebs Zeit und dachte: 'Ok, vielleicht müssen wir doch eher um Platz zwei kämpfen.'"

[kaltura id="0_vjy0s6tg" class="full_size" title="Eine Runde in Schanghai "]

Die Briten werden dennoch wie schon in den vergangenen beiden Rennen Vettels härteste Verfolger sein.

Rosberg lässt aufhorchen

Allenfalls Außenseiterchancen auf den Sieg darf sich der erstarkte Nico Rosberg im Mercedes von Platz vier aus machen, während sein Teamkollege Michael Schumacher nach verkorkster Quali von Platz 14 schon eine fabelhafte Aufholjagd benötigt, um nur in die Nähe des Podiums zu kommen (Schumi: Das geht auf meine Kappe).

"Wir sind näher dran an manchen von den Jungs vor uns, zumindest heute", gab sich Rosberg vorsichtig optimistisch: "Wir haben auch hart am Rennspeed gearbeitet, es besteht also eine echte Chance auf ein gutes Rennen morgen."

Doch ähnlich wie die beiden Ferrari-Piloten Fernando Alonso (Startplatz 5) und Felipe Massa (6) wird er mit dem Sieg wohl nichts zu tun haben - zu deutlich ist vor allem Vettels Vorsprung.

Webber erlebt "Albtraum"

Dass die Red Bull nicht unschlagbar sind, stellte allerdings einmal mehr Pechvogel Mark Webber unter Beweis. Vettels Teamkollege scheiterte schon im ersten Quali-Abschnitt und geht nur von Rang 18 ins Rennen.

"Ich kann mich nicht erinnern, wann das das letzte Mal passiert ist. Wir waren nicht schnell genug", beklagte der Australier, nachdem er sich bei der Reifenwahl böse verzockt hatte. "Und dann noch dieser KERS-Albtraum", stöhnte Webber, der aufgrund von Elektronik-Problemen erneut auf das Hybrid-System verzichten musste.

Obwohl KERS bei Vettels "Kinky Kylie" ohne Probleme funktionierte, wie Red-Bull-Teamchef Christian Horner bestätigte, hat der Heppenheimer das Thema im Hinterkopf. "Man macht sich natürlich Gedanken", sagte Vettel zu den Schwierigkeiten Webbers: "Das Problem, das er hat, denke ich, ist keine Gefahr für mich. Zumindest hier."

Vettel weiter das Maß der Dinge

Der Weg zum Sieg führt in China jedenfalls nicht über Webber, sondern erneut nur über Vettel, das ist die Quintessenz des samstäglichen Geschehens in Schanghai.

Der WM-Zweite Button bekräftigte zwar: "Wir sind sicher, dass wir Red Bull früher oder später kriegen."

Momentan sieht es jedoch aus, als könnte es länger dauern.

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