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Mark Webber fuhr beim Schanghai-GP vom 18. Startplatz noch auf Rang drei vor © getty

Der Australier eröffnet ein erneutes Psycho-Duell - Vettel bleibt gelassen. Bei KERS velassen sich die "Bullen" auf Newey.

Schanghai - Die Verfolger wittern Morgenluft, der Teamkollege eröffnet erneut das Psycho-Duell.

Nach dem Ende der Siegesserie spürt der nun doch nicht unschlagbare Weltmeister Sebastian Vettel wieder die Konkurrenz im Nacken. (BERICHT: Hamilton bricht Vettels Serie)

Selbst Teamrivale Mark Webber, 18. in der Startaufstellung und Dritter im Rennen, lachte sich ins Fäustchen.

"Es war gut, dass ihn jemand gestoppt hat", sagte der Australier und sprach nach dem Großen Preis von China sogar von "einem guten Tag für den Rennsport. Natürlich ist Seb mit mir im gleichen Team, aber er hatte einen phänomenalen Lauf. Schade, dass McLaren gewonnen hat, aber wir alle durften Seb nicht zu weit davonziehen lassen." (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Webber gegen Vettel

Die Gala-Vorstellung des Siegers Lewis Hamilton und taktische Fehler nahmen Vettel nach vier Siegen in Serie den Nimbus der Unschlagbarkeit.

Und ausgerechnet vor dem Europa-Auftakt in der Türkei, wo im vorigen Jahr der teaminterne "Bullen"-Streit eskaliert war, stichelt nun auch noch Webber gegen Vettel.

Der war seit seinem Sieg in Monaco im Mai 2010 aus eigener Kraft immer schneller gewesen als der Teamkollege.

"Die Formel 1 lebt"

Auch die Medien aus aller Welt frohlockten, schließlich schien für manche die große Dominanz und Langweile zu drohen.

"Keine Spannung? Keine Überholmanöver? Keine Sieger außer Vettel? Ganz falsch. Die Formel 1 lebt. Seit dem Rennen in Schanghai am Sonntag mehr denn je", hieß es beispielsweise im "Kurier" aus Österreich.

[kaltura id="0_vjy0s6tg" class="full_size" title="Eine Runde in Schanghai"]

"Das war das Rennen, nach dem 2011 geschrien hat", schrieb der britische "Telegraph": "Ein grandioses Drunter und Drüber auf dem Weg zur Zielflagge. Und am Ende mal ein anderer als Sebastian Vettel ganz oben auf dem Podest."

Und der "Corriere dello Sport" konstatierte: "Red Bull ist also besiegbar? Ja, wenn Vettel Fehler bei der Taktik macht."

Freude über Platz zwei

Doch der WM-Titel hat dem 23-Jährigen eine gehörige Portion mehr Gelassenheit gegeben.

Webbers Aussagen und ein "schwieriges Rennen" bringen ihn deshalb nicht gleich aus der Ruhe. Stattdessen freute er sich, trotz eines schwachen Starts, einer falschen Strategie sowie erneuter Probleme mit dem KERS-System, auf Platz zwei gelandet zu sein.

Vettel hofft auf Lerneffekt

"Wir haben vielleicht keinen perfekten Job gemacht. Das zeigt einfach, dass es, wenn man seine 100 Prozent nicht bringt, immer jemand anderen gibt, der einem dann auf der Nase rumtanzt und den Sieg wegschnappt", sagte Vettel, nach dessen Meinung sein Team aus diesem Rennen aber viel lernen wird.

"Wir wissen, dass wir in vielerlei Hinsicht besser werden müssen, und wissen auch, wie", erklärte er ganz entspannt: "Es ist nicht so, dass wir vor einer Wand stehen und nicht wissen, wie wir rüberkommen. Die Leiter steht parat."

Was plant Newey?

Während Vettel sich darauf freut, erstmals nach vier insgesamt erfolgreichen Wochen wieder nach Hause zu kommen, macht sich Chef-Designer Adrian Newey schon Gedanken, wie er bis zum Türkei-GP neben den ohnehin geplanten Verbesserungen auch das KERS-System bei Red Bull zuverlässiger machen kann.

"Unser KERS ist schon verbessert. Wir haben jetzt drei Wochen, um den nächsten Schritt zu machen. Das ist eine komplexe Technologie, und wir lernen bei jedem Rennen dazu", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Die "Bullen" gehen beim Hybridantrieb einen eigenen Weg und passen das von Renault gelieferte Basis-System an eigene Bedürfnisse an.

"Adrian Newey wäre nicht Adrian Newey, wenn er ein normales KERS bauen würde", meinte Horner vielsagend.

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