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McLaren-Pilot Lewis Hamilton feierte in Schanghai seinen 15. Grand-Prix-Erfolg © getty

Die Medien nehmen das Ende von Vettels Siegesserie erleichtert auf. Ferrari ist "das abwesende Team". Die Pressestimmen.

München - Das Ende der Siegesserie von Weltmeister Sebastian Vettel (Bericht) in der laufenden Formel-1-Saison wurde von den Medien aller Länder größtenteils mit Erleichterung aufgenommen.

"Keine Spannung? Keine Überholmanöver? Keine Sieger außer Vettel? Ganz falsch. Die Formel 1 lebt. Seit dem Rennen in Schanghai am Sonntag mehr denn je", schrieb beispielsweise der "Kurier" aus Österreich. (DATENCENTER: Ergebnis).

"Das war das Rennen, nach dem 2011 geschrien hat", schrieb der britische "Telegraph": "Ein grandioses Drunter und Drüber auf dem Weg zur Zielflagge. Und am Ende mal ein anderer als Sebastian Vettel ganz oben auf dem Podest."

Und der "Corriere dello Sport" konstatierte: "Red Bull ist also besiegbar? Ja, wenn Vettel Fehler bei der Taktik macht."

SPORT1 hat die internationalen Pressestimmen zum Großen Preis von China.

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Hamilton: Magischer Sieg. Der Engländer beugt Vettel nach einem Super-Duell. Ferrari verliert wieder die Wette. Vettel muss sich mit dem zweiten Platz begnügen, er hat ein risikoreiches Rennen bestritten. Er hat zwar das Rennen verloren, doch er hat keine Fehler begangen und in der Tabelle sehr wenig verloren".

Corriere dello Sport: "Hamilton demütigt Vettel. Ferrari muss eine weitere Enttäuschung erleben. Red Bull ist also besiegbar? Ja, wenn Vettel Fehler bei der Taktik macht und sich für zwei Stopps statt für drei entscheidet, die notwendig sind, um bestens die Reifen zu nutzen. Ferrari fährt langsam und verliert sich im Chaos".

Tuttosport: "Ferrari, wieder einmal ein Fehler! Komisch, dass Red Bull, das stärkste Team in der Formel 1, einen Sieg verschwendet, indem es Fehler bei der Taktik macht. Vettel bleibt zwar der stärkste Pilot, doch er ist nicht besonders gut gestartet, und zwei Stopps haben ihn gebremst. Dafür zeigt sich Webber in guter Form, nachdem er in Australien und Malaysia noch von Vettel erdrückt worden war."

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Corriere della Sera: "Hamilton erteilt der Formel 1 eine Lehre: Vettel und Red Bull sind besiegbar! Zum ersten Mal bekommt Red Bull einen harten Hieb. Hamilton vernichtet das Gesetz, nach dem Vettel und Red Bull unbesiegbar sind. Der Weltmeister Red Bull begreift, dass er Grenzen hat. Red Bull darf nicht denken, in dieser Saison ein zu einfaches Spiel zu haben".

Repubblica: "Hamilton-Show: Der Brite versenkt Vettel und belebt die Formel 1. Ferrari ist das abwesende Team der Saison. Alonso verpatzt im dritten Rennen den dritten Start. Für den Spanier ist es an der Zeit, dass er wieder den Weltmeister spielt".

ÖSTERREICH

Kurier: "Keine Spannung? Keine Überholmanöver? Keine Sieger außer Vettel? Ganz falsch. Die Formel 1 lebt. Seit dem Rennen in Shanghai am Sonntag mehr denn je. Nach den ersten beiden Rennen und der überzeugenden Vorstellung im Qualifying hatte man schon mit einem Solo für Sebastian Vettel gerechnet. Doch auch der regierende Weltmeister im Red Bull ist zu schlagen. Lewis Hamilton, der Weltmeister von 2008, fuhr ein fantastisches Rennen und hatte mit drei Boxenstopps auch die richtige Strategie gewählt - im Gegensatz zu Vettel. Der heimliche Sieger des Wochenendes ist Webber. Dass er nach einer famosen Leistung als Dritter vom Podium winken durfte, ist eine Sensation."

SCHWEIZ

Blick: "Von wegen langweilige Formel 1! Ein Riesenspektakel bei der Reifenschlacht von China mit einem überragenden Lewis Hamilton als Sieger vor Sebastian Vettel. Er überrascht den immer langsamer werdenden Vettel in einer Linkskurve, stiehlt sich rotzfrech am Weltmeister vorbei und vermiest Vettel den Hattrick."

Tagesanzeiger: "Hamilton stutzt Vettel die Flügel. Weil Red Bull Sebastian Vettel eine falsche Taktik zurechtlegte, feiert Lewis Hamilton in China einen brillanten Sieg. Hamiltons Überholmanöver war dabei die Aktion des Tages: Er übertölpelte Vettel ausgerechnet in einer Vollgas-Linkskurve, die eigentlich für Red Bull wie maßgeschneidert ist. Wie schnell der Red Bull mit der richtigen Taktik gewesen wäre, demonstrierte Mark Webber."

ENGLAND

The Telegraph: "Das war das Rennen, nach dem 2011 geschrien hat: Ein grandioses Drunter und Drüber auf dem Weg zur Zielflagge. Und am Ende mal ein anderer als Sebastian Vettel ganz oben auf dem Podest. Nichts gegen den Deutschen, aber der sensationelle Erfolg von Lewis Hamilton am Sonntag beim Großen Preis von China hat die Formel-1-Saison erst so richtig lebendig gemacht."

The Times: "Lewis Hamilton hat kürzlich 60.000 Pfund für eine goldene Gitarre ausgegeben. Aber für die schönsten Klänge sorgte an diesem Wochenende die britische Hymne während er ganz oben auf dem Podium stand. Nach einem Rennen, das hoffnungslos begann und mit einem atemberaubenden Sieg endete. Ein Rennausgang, der - ganz nebenbei - die erstaunliche Siegesserie von Sebastian Vettel beendete. "

The Sun: "Lewis auf Wolke sieben. Lewis Hamilton brauste in China zum Sieg und gab nachher zu: Ich hatte schon vergessen, wie sich das anfühlt. Die britische Sportskanone schlürfte nach einer großartigen Leistung zum ersten Mal seit neun Rennen wieder den Champagner für den Rennsieger. Es hätten auch zwei Briten auf dem Podium stehen können, aber Jenson Button fuhr schusselig in die Box von Red Bull und wurde Vierter."

Guardian: "Hamilton schnappt sich den Sieg in Shanghai und das Formel-1-Fieber steigt. Der Große Preis von China war ein tolles Rennen, in dem es Jenson Button in Runde 15 sogar schaffte, sich den Platz von Sebastian Vettel in der Boxengasse zu sichern, bevor er dort verscheucht wurde. Das Rennen setzte der mittlerweile schon beunruhigenden Siegesserie des Sebastian Vettel ein Ende. Der frühreife und talentierte Deutsche hatte zuvor vier Rennen in Folge gewonnen - und fünf der letzten sechs. Vettels Dominanz hatte nicht nur bei seinen direkten Rivalen von McLaren, Ferrari und Mercedes für Stirnrunzeln gesorgt, sondern in der gesamten lärmenden Formel-1-Szene."

Daily Mail: "Lewis schlägt zurück! Hamilton lässt die Probleme mit seinem Motor hinter sich und gewinnt zum ersten Mal seit acht Monaten. Das waren Lewis Hamilton und McLaren in Bestform. In diesem Fall haben es Fahrer und Team gemeinsam geschafft, die einzig richtige Strategie zu entwickeln, wie man einen schnelleren Konkurrenten schlagen kann."

SPANIEN

As:

"Hamilton wird wieder zum Titelkandidaten. Der siebte Platz Alonsos, der nicht seinen besten Tag hatte, zeigte wieder die Defizite von Ferrari."

Marca: "Hamilton beendet die Diktatur Vettels und zeigt Ferrari, wie man Red Bull schlagen kann. Der McLaren übertölpelte Vettel vier Runden vor dem Ende."

Sport: "Hamiltons Wiedersehen mit dem Sieg. Vier Runden vor Schluss klaute er Vettel die Führung. Das war das emotionalste Rennen dieser Saison."

El Mundo Deportivo: "Maloche-Sieg von Hamilton. Vettel hat seinen zweiten Platz nur einem Irrtum von Button zu verdanken. Vettel ist weiterhin klarer WM-Spitzenreiter, aber McLaren hat die Zähne gezeigt."

FRANKREICH

L'Equipe: "Hamilton musste sich wie ein Verrückter anstrengen, um die Vorherrschaft Red Bulls (vorübergehend?) zu beenden."

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