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Sebastian Vettel gewann 2011 zwei Grands Prix und wurde einmal Zweiter © imago

Sebastian Vettel erteilt vor dem Türkei-GP jeglichem Pole-Poker eine Absage. Webbers Sticheleien toleriert der Weltmeister.

Istanbul - Vollgas auf der Strecke, handzahm im Umgang mit dem stichelnden Teamkollegen Mark Webber.

Sebastian Vettel scheint sich auf dem Weg zum zweiten WM-Titel in der Formel 1 von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen zu lassen. Vor dem vierten WM-Lauf in Istanbul (Training, Fr. ab 9 Uhr im LIVE-TICKER und im TV auf SPORT1) will sich der Weltmeister deshalb weder auf einen Reifenpoker noch auf das Psychoduell mit Webber einlassen.

"Einige machen da jetzt Panik, aber mein Motto lautet: Wenn Du Spaß haben willst, starte von hinten, wenn Du gewinnen willst, starte von vorne", sagte Vettel zu Spekulationen, er könne im Qualifying Reifen für das Rennen aufsparen. (Neue Bullen-Strategie: Besser ohne Pole?)

"Bin mit Mark zufrieden"

Der Red-Bull-Pilot, der in allen drei Läufen 2011 die Pole-Position inne hatte, hatte die ersten beiden gewonnen, sich zuletzt in Schanghai wegen der falschen Strategie aber mit Rang zwei hinter McLaren-Pilot Lewis Hamilton begnügen müssen.

Den Affront des 34 Jahre alten Webber, der das Ende von Vettels Siegesserie als "guten Tag für den Rennsport" bezeichnet hatte, konterte der elf Jahre jüngere Hesse gelassen. "Wir sind nicht die besten Freunde, aber zeigt mir ein Fahrerpaar, das abends ein Bier zusammen trinken geht", sagte er: "Alles in allem bin ich mit Mark zufrieden."

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Hamilton vermeidet Kampfansage

Derweil hat Hamilton trotz des Sieges in China keine Kampfansage an den WM-Spitzenreiter gerichtet. "Ich bin sehr vorsichtig", erklärte der Ex-Weltmeister: "Wir haben in Schanghai nicht gewonnen, weil wir das schnellste Auto hatten, sondern weil wir die beste Taktik hatten. Wir werden pushen, so viel es geht, aber insgesamt wäre ich zufrieden, wenn wir den Rückstand weiter verkürzt hätten." (McLarens Strategie: Nur die Pole zählt)

Vettel versichert derweil, Hamilton habe in Schanghai "nicht glücklich gewonnen, sondern weil sie einen besseren Job gemacht haben". (BERICHT: Hamilton bricht Vettels Serie)

Gleichzeitig gestand er ein, das Überholmanöver des Briten fünf Runden vor Rennende wegen abbauender Reifen ohne Gegenwehr zugelassen zu haben. "Mir war klar, dass ich ihn nicht bis zur Ziellinie hinter mir halten kann", erklärte er: "Und wenn ich in diesem Moment zu viel riskiert hätte, wäre ich vielleicht nicht Zweiter geworden, sondern Fünfter."

Red Bull löst KERS-Problem

Dennoch nagt die erste "Niederlage" nach saisonübergreifend vier Siegen in Folge an dem extrem ehrgeizigen Titelverteidiger. "Ich mag es nicht, schlagbar zu sein", sagte er: "Aber niemand ist unschlagbar. Ein kleiner Fehler und jemand anderes gewinnt. Wichtig ist, dass man lernt und nicht zweimal denselben Fehler macht."

Für Istanbul erwartet Vettel endlich ein zuverlässiges KERS. "Eine Garantie gibt es zwar nie, aber wir haben einen Schritt nach vorne gemacht. Auf dem Brett sieht es gut aus, nun müssen wir es auf der Strecke bestätigen", sagte er.

Bei dem Energierückgewinnungssystem habe man "gewisse Kinderkrankenheiten aussortieren" müssen. In den ersten beiden Rennen hatte Red Bull deshalb auf KERS verzichtet, beim dritten funktionierte es nicht reibungslos.

Insgesamt sei sein Auto deutlich zuverlässiger als das aus dem Vorjahr, berichtete Vettel erleichtert: "Denn ein schnelles Auto, das nicht ins Ziel kommt, bringt gar nichts."

Massas Zweifel

Derweil streckt der erste Verfolger nach weniger als einem Sechstel der Saison schon fast die Waffen.

"Wir geben zwar nie auf, aber Sebastians Vorsprung ist schon sehr, sehr groß und wir müssten uns sehr verbessern", sagte Ferrari-Pilot Felipe Massa.

Der Brasilianer hat als aktueller WM-Sechster schon 44 Zähler Rückstand auf den Titelverteidiger, sein Teamkollege, Vize-Weltmeister Fernando Alonso deren 42. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

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