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Sebastian Vettel steht im vierten Saisonrennen zum vierten Mal auf der Pole © getty

Weltmeister Vettel domiert das Qualifying zum Türkei-GP. Rosberg darf vom Podium träumen, Schumi fährt erstmals in die Top Ten.

Istanbul - Als die Konkurrenz den Titel "best of the rest" ausfuhr, stand Dominator Sebastian Vettel schon entspannt in der Box.

Unbeirrt von seinem spektakulären Unfall am Freitag fuhr der Weltmeister auch im Qualifying (Sa. ab 23.10 Uhr im TV auf SPORT1) zum Rennen in Istanbul (So., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) in einer eigenen Liga. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Schon im Training am Morgen und in den ersten beiden Qualfikationsrunden war der 23-Jährige der Schnellste gewesen.

In Q3 brannte er dann früh eine unglaubliche Zeit (1:25, 049) in den Asphalt von Istanbul und stieg bereits zwei Minuten vor Ende siegessicher aus dem Auto. (DATENCENTER: Ergebnis Qualifying)

Reifensatz gespart

"Ich hoffe, dass ich morgen wieder hier sitzen und alle Mütter grüßen kann", sagte Vettel mit Blick auf das Rennen am Muttertag.

Es sei "keine einfache Situation, so ganz ohne Training loszufahren. Aber ich habe mich von Anfang an gut gefühlt und am Ende sogar noch einen Satz Reifen gespart. Wir sind stolz auf das, was wir geleistet haben, aber das schwerere Stück Arbeit kommt morgen."

Webber lobt perfekte Runde

Mit dem nach dem Totalschaden runderneuerten Red Bull war der Titelverteidiger nach einem "total verhauenen Tag" im Qualifying vier Zehntelsekunden schneller als Teamkollege Mark Webber, der Vettels schnellste Runde neidlos "perfekt" nannte.

Mercedes-Pilot Nico Rosberg (1:25,574) liegt als Dritter auf Podestkurs. Er steht vor den Ex-Weltmeistern Lewis Hamilton (1:25,595), Fernando Alonso (1:25,581) und Jenson Button (1:25,982).

Michael Schumacher (1:26, 646) ist im zweiten Silberpfeil Achter direkt vor Nick Heidfeld (1: 26,659) im Renault.

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Vettel führt die WM-Wertung nach zwei Siegen und einem zweiten Platz mit 68 Punkten vor Hamilton (47), Button (38) und Webber (37) an.

Entschuldigung beim Team

Auch im Moment des Erfolgs dachte der Weltmeister am Samstag noch an seine Mechaniker.

"Ich muss mich entschuldigen, dass ich das Auto so kaputt gemacht habe", sagte er: "Die Jungs haben schon genug zu tun, da hilft es nicht, wenn ich das Auto wegschmeiße."

Eine wichtige Motivation sei es für ihn gewesen, dass "heute morgen alle gut drauf waren und gesagt haben, dass das alles kein Problem ist".

Pole keine Garantie

Eine Garantie für den Sieg sei die vierte Pole im vierten Rennen des Jahres nicht, versicherte der Hesse und ergänzte mit Blick auf das vorherige Rennen in Shanghai: "Ich drücke nur die Daumen, dass diesmal der Teamfunk klappt."

Dieser hatte in Shanghai gestreikt - einer der Gründe dafür, dass sich Vettel erstmals in diesem Jahr Hamilton geschlagen geben musste.

"Klasseleistung von Nico"

Immer näher an die Spitze rückt auch Rosberg. Nach seinen 14 Führungsrunden von China setzte der Wahl-Monegasse ein weiteres Highlight.

"Es ist toll zu sehen, wo wir nach dem schlechten Saisonstart plötzlich stehen", sagte er: "Dritter hinter Red Bull, das ist super. Wir lernen aus unseren Fehlern und kommen immer näher dahin, wo wir hinwollen."

In China war er wegen nicht ausreichender Spritmenge letztlich nur Fünfter geworden. In Istanbul scheint Rosberg gute Chancen auf eine Podiumsplatzierung zu haben, zumal er ebenfalls einen Satz neuer Reifen aufsparen konnte.

"Eine Klasseleistung von Nico", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Glock frustriert

Adrian Sutil nimmt das Rennen im Force India von Position zwölf auf.

Timo Glock startet im Virgin von Rang 21 und steht nur deshalb vor seinem Teamkollegen Jerome d'Ambrosio, weil dieser wegen Ignorierens einer gelben Flagge im Training ans Ende des Feldes versetzt wurde.

"Im Team herrscht hohe Alarmstufe, weil die Updates nicht funktionieren", sagte Glock frustriert, nachdem er bereits zuvor geschimpft hatte.

"Man fängt jedes Wochenende wieder von vorne an. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir uns die ganzen Testfahrten hätten sparen und uns einfach auf einen Kaffee hätten treffen können", meckerte der Virgin-Pilot.

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