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Sebastian Vettel kam 2009 von Toro Rosso zu Red Bull © getty

Beim Reifenfresser-Rennen in Istanbul gibt es einen Red-Bull-Doppelsieg. Rosberg verpasst das Podium, Schumi die Punkteränge.

Istanbul - Weltmeister Sebastian Vettel fährt in der Formel 1 weiter wie von einem anderen Stern.

Selbst mit einem runderneuerten "Unfallwagen" feierte der Red-Bull-Pilot beim Großen Preis der Türkei in Istanbul in überlegener Manier seinen dritten Saisonsieg im vierten Rennen (Renn-Zusammenfassung, ab 23.30 Uhr im TV auf SPORT1) .

Damit machte Vettel den Trainingsunfall zwei Tage zuvor (398545Bilder: Vettel zerlegt Kylie) sowie den Taktikfehler von Shanghai vergessen und hat in der WM-Wertung mit 93 von 100 möglichen Punkten schon stolze 34 Zähler Vorsprung auf den diesmal viertplatzierten Shanghai-Sieger Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes (DATENCENTER: Rennergebnis).

In der Türkei dominierte der 23-jährige Hesse die Konkurrenz trotz des Totalschadens am Freitag nach Belieben und ließ nie den geringsten Zweifel an seinem Erfolg aufkommen.

Webber vor Alonso Zweiter

Platz zwei sicherte sich beim Doppelsieg Red Bulls 2011 Vettels Teamkollege Mark Webber vor Vize-Weltmeister Fernando Alonso, der im Ferrari sein bestes Saisonergebnis einfuhr.

Das Rennen war geprägt von unzähligen Boxenstopps wegen der unerwartet hohen Reifenbelastung: Es gab insgesamt 82, so viele wie nie, seit die Stopps gezählt werden, das Spitzentrio fuhr wie die Mehrzahl des Feldes jeweils ganze viermal in die Gasse.

In der WM-Wertung ist Webber mit 55 Punkten nun Dritter vor Ex-Weltmeister Jenson Button (46), der im McLaren nur Sechster wurde, und Alonso (41).

Der von Platz drei gestartete Nico Rosberg musste sich im Mercedes mit Rang fünf begnügen (Quali-Bericht). Sein Teamkollege Michael Schumacher wurde nach einem frühen Unfall mit Witali Petrow und zwei weiteren glimpflichen Kollisionen nur Zwölfter und blieb ohne Punkte. Nick Heidfeld belegte im Renault Rang sieben, Adrian Sutil im Force India Platz 13.

Derweil geht die Pechsträhne von Timo Glock weiter. Der Virgin-Pilot musste wegen eines Getriebeschadens kurzfristig auf den Start verzichten, nachdem er bereits am Samstag konstatiert hatte, dass im Team "hohe Alarmstufe" herrsche.

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Vettel startet ideal

Während Vettel beim Start ideal wegkam, machte Rosberg sein Versprechen wahr und überholte Webber noch vor der ersten Kurve. Auch Schumacher gelang wieder ein guter Start, er überholte Petrow und hielt dessen Teamkollege Heidfeld hinter sich.

In der zweiten Runde kam es dann zur Kollision zwischen Schumacher und Petrow, weil der Rekord-Weltmeister dem eigentlich vorbeigezogenen Russen die Tür zumachte.

Schumacher verlor dabei den Frontflügel, musste in die Box und nahm das Rennen von Platz 20 aus wieder auf. Rosberg musste in der fünften Runde wieder Webber passieren lassen und konnte das Tempo des Australiers nicht halten. Drei Runden später kassierte auch Alonso den Deutschen.

Hamilton behakte sich derweil lange mit Teamkollege Button und kollidierte bei der Boxenausfahrt fast mit Felipe Massa. Heidfeld kollidierte in der zwölften Runde leicht mit Teamkollege Petrow, beide Autos blieben ohne nennenswerten Schaden.

Einsamer Spitzenreiter

Vettel drehte unterdessen einsam seine Runden, beim ersten Reifenwechsel im elften Umlauf hatte er bereits sechs Sekunden Vorsprung herausgefahren.

Zwei Runden nach der Rückkehr auf die Strecke zog er bereits wieder am bis dahin noch nicht in die Box gefahrenen Button vorbei und eroberte die Spitze zurück. Das Feld von hinten rollte Alonso auf, der als einziger mit den Red Bulls mithalten konnte.

Massa im zweiten Ferrari bedrängte immer heftiger Rosberg, der sich zumindest tapfer wehrte. Nachdem der Brasilianer und auch Button doch vorbeigezogen waren, lag der 25-Jährige nach nicht einmal der Hälfte der Strecke nur noch auf Rang sechs.

Webber fängt Alonso spät ab

Wie gut erstmals in dieser Saison die Ferrari liefen, bewies Alonso bei seinem scheinbar mühelosen Überholmanöver gegen Webber (29.).

Die zahlreichen Stopps erschwerten den Überblick über die wahre Position im Feld. Nur eine war immer klar: Vettel zog an der Spitze einsam seine Kreise. Selbst nach seinem dritten Stop blieb er deutlich vorne.

Webber überholte schließlich sieben Runden vor dem Ende wieder den bis dahin ganz stark fahrenden Alonso und brachte den Doppelsieg für die "Bullen" ins Ziel.

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