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McLaren-Pilot Lewis Hamilton in der WM- Wertung mit 59 Punkten auf Rang zwei © imago

Mischen die technischen Neuerungen auch den Spanien-GP auf? Lewis Hamilton spricht vom "größten Test", Schumi ist skeptisch.

Von Olaf Mehlhose

München - In den bisherigen Rennen - vor allem in China und der Türkei - waren Überholvorgänge auf der Strecke eher die Regel als die Ausnahme.

Dass es aber beim Spanien-GP zu ähnlich vielen Positionswechseln auf der Strecke kommt, ist trotz des verstellbaren Heckflügels, KERS und der schnell verschleißenden Pirelli-Reifen nicht zu erwarten.

In der Vergangenheit waren die Rennen in Spanien meist schon nach dem Qualifying entschieden, geglückte Überholmanöver hatten Seltenheitswert.

Es bleibt die Frage, wie stark die technischen Neuerungen das Rennen auf dem Circuit de Catalunya beeinflussen werden - das Fahrerlager ist geteilt.

Fehlende Voraussetzungen

Lewis Hamilton sprach gegenüber "Autosport" sogar davon, dass dem DR-System in Spanien der bisher größte Test bevorstehe.

"Bisher haben wir auch von den überholfreundlichen Kursen profitiert - in Barcelona wird es nicht so einfach", lautete die Einschätzung des 26-jährigen McLaren-Piloten.

Die Rennen in China und der Türkei hätten zwar gezeigt, dass die Neuerungen nützlich seien, aber in Spanien fehlten die Voraussetzungen: "Die beste Möglichkeit - in der ersten Kurve - ist zu schnell, um am Vordermann vorbeizuziehen."

Zwar münde die DRS-Zone - der Bereich, in dem der Heckflügel verstellt werden darf - in jene Kurve, allerdings sei diese zu eng, um sie zu zweit zu durchfahren, erklärte Hamilton. Deshalb sei Ausbremsen keine Option.

"Die Systeme arbeiten gegen dich"

Den zu Beginn der Saison eingeführten Neuerungen steht der WM-Zweite aber weiter positiv gegenüber.

"Ich genieße es, mit KERS und DRS Rennen zu fahren - es ist unterhaltsamer für die Piloten und die Fans", sagte der Weltmeister von 2008: "Natürlich willst du immer gewinnen - und manchmal arbeiten die Systeme gegen dich, weil sie dich angreifbar machen, wenn du vor jemanden fährst - dennoch, mir gefallen die Regeländerungen."

Trulli hofft auf DRS-Effekt

Genauso wie Hamilton zweifelt auch Jarno Trulli daran, ob sich die vielen Überholvorgänge beim fünften Grand Prix der Saison wiederholen lassen.

"Auf der Runde gibt es nicht gerade viele Chancen", meinte der Lotus-Pilot, unterstrich aber, dass ein wenig mehr Spektakel beim Spanien-GP durchaus wünschenswert wäre:

"Wir werden sehen, ob DRS in Spanien die gleiche Rolle spielt wie in der Türkei. Falls es so sein sollte, gibt es plötzlich die Möglichkeit, zu überholen. Für die Fans wäre das gut."

Skepsis bei Schumi

Michael Schumacher wollte sich nicht zu einer Prognose hinreißen lassen, an ein Überholfestival wie bei den bisherigen Rennen scheint der Rekordweltmeister nicht zu glauben.

"Von den Tests kennen wir den Circuit de Catalunya gut. Es wird interessant sein, die Auswirkungen von KERS, DRS und den Pirelli-Reifen auf einer Strecke zu sehen, auf der das Überholen grundsätzlich schwierig ist", sagte Schumi.

Whitmarsh zuversichtlich

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh war dagegen deutlich optimistischer.

"Wir haben gesehen, wie DRS und KERS die Rennen in dieser Saison beeinflusst haben", verkündete der 53-Jährige, deshalb sei davon auszugehen, dass die Systeme auch in Barcelona mehr Überholmanöver ermöglichen werden.

"Ich bin glücklich darüber"

Genauso sieht es auch Kamui Kobayashi, der in Istanbul von den technischen Veränderungen profitierte und mit einem rasanten Ritt vom Ende des Feldes auf Platz zehn vorpreschte.

"In der Vergangenheit war das auf diesem speziellen Kurs kaum zu schaffen. Aber ich glaube, dass das DR-System dazu beitragen wird, dass es ein aufregender Grand Prix wird", sagte der Sauber-Pilot.

Die Einführung des verstellbaren Heckflügels bewertet der Japaner uneingeschränkt positiv: "Mir ist es in Fleisch und Blut übergegangen, ihn zu benutzen. Ich bin glücklich darüber. Beim Grand Prix von Spanien werden vor allem die Zuschauer davon profitieren."

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