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Sebastian Vettel beendete die Saison 2010 mit 14 Punkten Vorsprung vor Mark Webber © getty

Red Bull eine Klasse für sich: Nach der verpassten Pole-Position baut der Champion fürs Rennen auf einen Trumpf in der Hinterhand.

Von Julian Meißner

München - Sein Lächeln fand Sebastian Vettel schnell wieder.

Richtig enttäuscht könne er nicht sein, meinte der Weltmeister, nachdem ihm sein Teamkollege Mark Webber erstmals in dieser Saison die Pole-Position weggeschnappt hatte (Bericht).

Allerdings habe ihn seine Runde auch "net vom Hocker gehaue", wie der Heppenheimer in breitem Hessisch und spitzbübisch grinsend anfügte.

Dass Vettel die Niederlage gegen seinen Rivalen beim Großen Preis von Spanien (So., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) vergleichsweise gelassen hinnahm, dürfte seinen Grund haben.

Einmal mehr streikte beim Deutschen das Energierückgewinnungssystem KERS, diesmal in der entscheidenden Phase der Qualifikation auf dem Circuit de Catalunya - mit dem Hybrid-Turbo hätte er Webber wohl geschlagen.

Horner: "Dominante Performance"

So oder so: Auch beim fünften Rennstart des Jahres steht ein Red Bull in vorderster Front. Vettel direkt dahinter komplettiert die zweite Doppel-Pole für Red Bull in diesem Jahr (DATENCENTER: Das Quali-Ergebnis).

Teamchef Christian Horner lobte seine Crew deshalb völlig zu Recht für eine "dominante Performance", die Konkurrenz musste derweil staunend anerkennen, dass Webber und Vettel in ihrem RB7 momentan keiner das Wasser reichen kann.

Hamilton beklagt Rückstand

Angesichts des massiven Rückstands der Verfolger steht fest: Unter normalen Umständen werden die beiden den Sieg am Sonntag unter sich ausmachen.

"Das Ergebnis zeigt, dass die Lücke zu Red Bull noch größer geworden ist", meinte der drittplatzierte Lewis Hamilton sichtlich frustriert.

"Glücklicherweise sind wir vor Ferrari, das war eng", so der McLaren-Pilot, der sich wenig Hoffnungen auf seinen zweiten Saisonsieg macht: "Wir werden im Rennen pushen, aber Red Bull hat uns heute eine Sekunde abgenommen."

[kaltura id="0_do2pfk7q" class="full_size" title="Eine Runde in Barcelona"]

Doch nur der Champion von 2008 platzierte sich vor der Scuderia, Jenson Button im zweiten McLaren musste zumindest dem Lokalmatador den Vortritt lassen.

Alonso feiert "perfekte Runde"

Fernando Alonso, der vor dem Wochenende seinen Vertrag bei Ferrari bis 2016 verlängert hatte (Bericht), freute sich über seinen vierten Platz wie einst über eine Pole-Position.

"Mir ist eine perfekte Runde gelungen", bejubelte er seine erste Platzierung in der zweiten Startreihe 2011: "Das könnte ich noch zwanzig Mal probieren und dabei nicht besser machen."

Allerdings sei die Pole-Position "immer noch weit weg" und Red Bull "einmal mehr außer Reichweite".

Silberpfeile mit Reifen-Joker

Ebenfalls Welten entfernt vom Liga-Primus waren erneut die beiden Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Michael Schumacher, die von den Startplätzen sieben und zehn ins Rennen gehen.

Die Silberpfeile setzten in der Qualifikation auf eine defensive Reifenstrategie, um so mehr Optionen für das Rennen zu haben. Zudem hatte auch Schumacher ein KERS-Problem.

"Ich werde auf jeden Fall versuchen, wie zuletzt wieder einen guten Start hinzulegen und direkt einige Positionen gutzumachen", meinte der Routinier, der nach dem enttäuschenden Rennen in Istanbul wieder für positive Schlagzeilen sorgen möchte.

Haug rechnet mit Red-Bull-Doppelsieg

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sagte bei "Sky" angesichts der Red-Bull-Dominanz: "Der Doppelsieg steht fest, wenn nichts dazwischenkommt."

Umso frappierender ist diese Erkenntnis, da der Kurs in Katalonien als die Referenzstrecke schlechthin in der Formel 1 gilt: Wer hier schnell ist, ist es überall.

Der Blick auf das Tableau vom Samstag dürfte den Jägern der "Bullen" wenig Hoffnung für den weiteren Saisonverlauf machen.

Vettel und Webber in Kampfeslaune

Die beiden Sieg-Kandidaten für den Spanien-GP machten sich erst einmal Gedanken um die jüngere Zukunft. "Ich will den Sieg", kündigte Vorjahresgewinner Webber an.

Und Vettel versprach hinsichtlich der "unendlichen Geschichte" zum Thema KERS: "Morgen wird es wieder funktionieren."

Sein Teamkollege wird die Botschaft verstanden haben.

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