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Sebastian Vettel (vorn) setzt sich in einem heißen Kampf gegen Lewis Hamilton durch © getty

Der Weltmeister wird beim Barcelona-GP von Hamilton hart attackiert, behält aber die Nerven. Schumi landet vor Rosberg.

Barcelona - Weltmeister Sebastian Vettel hat sich in einem Herzschlagfinale zum "König von Spanien" gekrönt und fährt weiter im Eiltempo einer erfolgreichen Titelverteidigung entgegen.

Der 23-Jährige feierte beim abwechslungsreichen Rennen in Barcelona den vierten Sieg im fünften Saisonrennen (408045Bilder) und baute seine Führung in der Gesamtwertung auf 41 Punkte aus.

Sein ärgster Verfolger bleibt der Brite Lewis Hamilton, der Vettel auch in Spanien bis zum Schluss Widerstand bot und nach einem spannenden Kampf mit 0,6 Sekunden Rückstand Zweiter wurde.

Hamiltons Teamkollege Jenson Button wurde Dritter vor Vettels von der Pole gestartetem Stallrivalen Mark Webber.

"Das war echt hart am Ende"

Vize-Weltmeister Fernando Alonso belegte im Ferrari nach einem Traumstart und 19 Führungs-Runden vor heimischem Publikum am Ende nur Rang fünf und wurde kurz vor dem Ziel sogar überrundet.

Vettel war am Ende mehr als erleichtert: "Das war echt hart am Ende. Ich hatte einen guten Start, dann war plötzlich Fernando Alonso da. McLaren war sehr stark, es war eine riesen Erleichterung, die Zielflagge zu sehen."

Alonso als Fünfter überrundet

"McLaren hat uns hart bedrängt. Ein großartiges Rennen, aber maximaler Stress für uns. Mark hatte heute etwas Pech", erklärte auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

In der WM-Wertung führt Vettel (118 Punkte) vor Hamilton (77), Webber (67), Button (61) und Alonso (51). (DATENCENTER: Das Rennergebnis

Hamilton war zufrieden mit seinem Auftritt: "Ich kann heute nicht enttäuscht sein. Der Start war gut, und auch die Pace war ordentlich. Es war leider nicht möglich, Sebastian zu überholen."

Rekordweltmeister Michael Schumacher sorgte als Sechster für sein bestes Ergebnis seit Saison. Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg musste sich nach zuletzt zwei fünften Plätzen diesmal mit Rang sieben begnügen.

Heidfeld fährt auf Rang acht

Ärgerlich: Beide Silberpfeile wurden mehr als zehn Umläufe vor dem Ende überrundet. (Zusammenfassung ab 21 Uhr im TV auf SPORT1)

Nick Heidfeld nutzte nach seinem spektakulären Feuer-Unfall am Samstag und dem Zwangs-Verzicht auf die Qualifikation die Vorteile der zusätzlichen Reifensätze glänzend aus und kam vom 24. und letzten Startplatz aus noch auf acht.

Damit verdiente sich der Routinier noch vier WM-Punkte und landete sogar vor dem von Platz sechs gestarteten Teamkollegen Witali Petrow.

[kaltura id="0_do2pfk7q" class="full_size" title="Eine Runde in Barcelona"]

Sutil und Glock bleiben blass

Im letzten freien Training am Samstag hatte Heidfelds Renault auf der Strecke Feuer gefangen, der 34-Jährige war schnell an den Streckenrand gefahren und aus dem Auto gesprungen.

Adrian Sutil blieb im Force India als 13. ebenso ohne Punkte wie Timo Glock als 19. im Virgin.

Mit einem der besten Starts der jüngeren Formel-1-Geschichte schoss Lokalmatador Alonso vom vierten auf den ersten Platz und sorgte für tosenden Jubel bei den 78.000 Zuschauern.

Auch Vettel überholte den Teamkollegen Webber.

Frühe Boxenstopps

Schumacher startete wie so oft sehr gut, verbesserte sich vom zehnten auf den sechsten Rang und lag damit nach der ersten Runde sogar vor dem drei Plätze vor ihm gestarteten Teamkollegen Rosberg. Heidfeld machte gleich fünf Plätze gut.

An der Spitze setzte sich das Quartett Alonso, Vettel, Webber und Hamilton gleich ab und hatte nach acht Runden schon zehn Sekunden zwischen sich und die weiteren Verfolger gebracht.

Doch dann begann auch bei den Spitzenfahrer die Boxenstopp-Orgie, Vettel fuhr bereits im neunten Umlauf zum ersten Mal heraus, Alonso eine Runde später.

Hamilton macht Druck

Vettels Stopp verlief nicht optimal, mit schnellen Überholmanövern gegen Button und Felipe Massa zeigte er aber umgehend seine Entschlossenheit.

Nachdem alle einen Stopp hinter sich hatten, lag das Quartett wieder vorne, nun aber Hamilton vor Webber auf Rang drei.

Vettel musste sich nun dem Angriff des Briten erwehren. "Verwende dein ganzes KERS, in jeder Runde", forderte ihn sein Team per Funk auf.

Vettel wieder früh drin

In der zweiten Boxenphase um Runde 20 herum stellte Vettel die Kräfteverhältnisse dann wieder klar.

Nachdem er an Alonso vorbei war, spielte er seine Speed-Vorteile aus und baute sofort seinen Vorsprung zügig aus.

Nach dem etwas späteren zweiten Stopp von Hamilton hatte der Weltmeister nach der 24. Runde offiziell die Führung inne.

Das Feld splittete sich nun.

Duell zwischen Schumi und Rosberg

Vettel und Hamilton kämpften um den Sieg, Webber, und der im Gegensatz zur Konkurrenz auf eine Drei-Stopp-Strategie setzende Button um den letzten Podestplatz.

Alonso musste mehr und mehr abreißen lassen, dahinter kam es zum teaminternen Duell zwischen Schumacher und Rosberg.

20 Runden vor dem Ende bekam der deutsche Weltmeister plötzlich erneut Probleme mit dem KERS, Hamilton witterte seine Chance und verkürzte den Abstand bis auf unter eine Sekunde.

Vettel ging dann als erster in die Box und überließ dem Widersacher zunächst die Führung.

Nach Hamiltons Stopp zwei Runden änderte sich das Bild wieder - trotz einer beherzten Fahrt des McLaren-Piloten und eines spannenden Finales zum letzten Mal.

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