Peter Kohl enttarnt die Roten Pseudo-Strategen. Gut dagegen, dass es noch Fahrer wie Hamilton gibt. Tops Flops von Barcelona.

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TOPS:

Nick Heidfeld: Dank Komplettausstattung mit frischen Reifen eine furiose Aufholjagd. Einer seiner besten GP.

Sebastian Vettel: Cool geblieben bei härtesten Angriffen von Hamilton in den letzten 15 Runden, obwohl phasenweise ohne KERS.

McLaren: Im Renntrimm klar besser als im Qualifying, konsequent in Q3 Reifen gespart, im Rennen vom Speed her auf Augenhöhe mit Red Bull - das macht Hoffnung für den weiteren Saisonverlauf.

Lewis Hamilton: Ein ganz starkes Rennen. Gut, dass es noch Fahrer gibt, die nicht nur ans Reifenschonen denken, sondern nach wie vor angreifen, wann immer es möglich ist!

Jenson Button: Am Start mit Problemen bis auf Platz zehn zurück gefallen, einmal weniger gestoppt als die Konkurrenten an der Spitze, trotz mehr Runden pro Reifensatz dank beherzter Überholmanöver, wie gegen Webber, noch aufs Podium - Respekt!

Michael Schumacher: Ohne KERS in Q3 chancenlos, aber dank erneutem Turbostart sofort vier Positionen gewonnen. Geschickt gegen Attacken von Rosberg verteidigt, den Teamkollegen 2011 zum zweiten Mal geschlagen.

Sauber: Konstante Weiterentwicklung, dazu die gute Idee, in der Qualifikation Reifen zu sparen (bis auf den Patzer, Kobayashi so rauszulassen, dass er auf Verkehr aufläuft und viel Zeit verliert in Q 2 und hängen bleibt) - zwei Punkteränge am Ende sind der verdiente Lohn, und Sergio Perez darf sich die ersten WM Punkte seiner Formel-1-Karriere vollauf verdient gutschreiben lassen.

Alonsos Start: Der war überirdisch!

Paul di Resta: Teamkollege Sutil wieder im Griff gehabt, klare Aussagen in Interviews ohne um Probleme herumzureden - dass ihm Force India nicht das nötige Auto gibt, um in die Punkte zu kommen, dafür kann der DTM-Champion rein gar nichts?.

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SOLALA:

Pastor Maldonado: Gratulation zum ersten Top-10-Qualifying. Der Haken dabei: Er musste in Q2 zwei Sätze weiche Reifen verbraten, und in Q3 hielt er ebenfalls nichts von Reifenschonen. Im Rennen hatte er keine frische weiche Reifen mehr zur Verfügung, das hat ihm das Genick gebrochen im Kampf um WM-Punkte, am Ende war er Kanonenfutter.

Witali Petrov: Siehe Maldonado - ein Top-Qualifying allein reicht nicht - die Strategie muss ebenfalls passen, hat beim Russen nicht hingehauen. Er hat diesmal aber wenigstens seinen Teamkollegen auf der Piste im Rennen nicht unnötig ausgebremst.

Nico Rosberg: Viel versucht im Rennen gegen Schumacher, wenig dabei erreicht - war nicht sein Rennsonntag?.

Red-Bull-Rennpace: Gerade in Barcelona, auf dieser Aerostrecke, galten die Bullen als haushoch überlegen - stimmte nur im Freien Training und in der Qualifikation - im Rennen war davon nicht viel zu sehen.

Entwicklungstempo Mercedes: Beide Piloten waren mit ihren Autos nicht zufrieden - o.k., Rosberg und Schumacher im Qualifying in den Top 10, im Rennen die Plätze 6 und 7 - das ist solide, aber der Rückstand zu Red Bull und McLaren ist eher größer, denn kleiner geworden - beide Fahrer wurden überrundet! Der Hinweis, dass andere Teams sich nicht an die Personalreduzierung halten, darf auf Dauer kein Alibi werden für einen Global Player unter den Auto-Herstellern!

FLOPS:

Ferrari-Strategen: Sie ließen Alonso in Q3 zwei Sätze Reifen verblasen. Die Freude über Startplatz 4 nach einer perfekten Runde des Spaniers war von kurzer Dauer. Im Rennen fehlte der frische weiche Reifensatz, den Red Bull und Mc Laren aufgespart hatten. Für den zweimaligen Weltmeister, der nach Turbostart elf Runden das Feld anführte, ein Desaster. Am Ende wurde er gar überrundet - wie peinlich! Zudem ist die Entwicklungsgeschwindigkeit bei McLaren offensichtlich deutlich höher als in Maranello. Nachbessern!

Felipe Massa: Ganz offensichtlich hat er große Probleme mit den harten Reifen. Sowohl in Istanbul als auch in Barcelona fuhr er mit dieser Mischung im Nirgendwo. Er sieht sich selber als Top-Pilot - ein solcher muss das in den Griff kriegen. Wenn er das nicht schafft, wird's bald düster für ihn bei Ferrari?.

Mark Webber: Superstark im Freien Training und im Qualifying - aber abgerechnet wird nach dem Rennen. Und da ist Platz 4 von der Pole aus mit diesem Auto zu wenig.

Williams: Nach dem Freien Training und Startplatz 9 von Maldonado war zu hören, dass das Update greifen würde, es gehe aufwärts - im Rennen war davon nichts zu sehen - der Traditionsrennstall steht auch nach Lauf 5 des Jahres noch ohne Punkt da.

Force India: Es gab viele neue Teile für Barcelona, im Vorfeld hieß es, man wolle Mercedes angreifen - obwohl im Qualifying Reifen gespart wurden, im Rennen war von Sutil und Di Resta nicht viel zu sehen. Stillstand stand Fortschritt, das Bild der letzten Wochen verdichtet sich. So bleibt die Truppe nur Mitläufer.

Toro Rosso: Viele Hoffnungen und Träume vor dem Rennen, am Ende nur lange Gesichter. Die Plätze 14 und 16 sind zu wenig, das sah in dieser Saison schon mal deutlich besser aus.

Marussia Virgin: In Istanbul funktionierte das große Update gar nicht, in Barcelona ließ es Timo Glock nach dem Freien Training wieder ausbauen. HRT macht derzeit den besseren Eindruck zum Thema Weiterentwicklung.

Bis dahin,

Ihr Peter Kohl

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