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Michael Schumacher hat in seiner Karriere bereits 91 Grand-Prix-Siege eingefahren © getty

Die laxen Sicherheitsvorkehrungen könnten den Crash von Schumi begünstigt haben. Alonso fährt Bestzeit. Bluffen die "Bullen"?

Monte Carlo - Ein Unfall von Michael Schumacher als mögliche Spätfolge einer Explosion am Dienstag auf dem Stadtkurs von Monte Carlo treibt vielen in der Formel 1 Sorgenfalten ins Gesicht.

Nach dem Rekordweltmeister, der im freien Training zum Großen Preis von Monaco (Qualifying, Sa., ab 14 Uhr im LIVE-TICKER) am Donnerstagmorgen in die Mauer geschlittert war, rutschten am Mittag gleich fünfmal Fahrer aus der Sainte-Devote-Kurve am Ende der Zielgeraden.

Genau an der Stelle hatte zwei Tage zuvor ein LKW-Fahrer eine laute Explosion und ein Feuer verursacht. (Training: Die Zeiten im Überblick)

Notdürftige Reparatur

"Ich habe nur diese riesige Rauchwolke gesehen und dann flogen Reifen durch die Luft und Benzinkanister explodierten", beschrieb Force-India-Pilot Paul di Resta den Zwischenfall am Dienstag, den er selbst als Augenzeuge mitbekommen hatte.

Nach einem Gerücht soll der LKW-Fahrer während des Tankens geraucht haben.

Die Strecke wurde notdürftig repariert - möglicherweise zu notdürftig.

Keine Schuldzuweisungen

Im Mercedes-Lager wollte man Schumachers Unfall aber nicht auf den ausgebesserten Asphalt schieben.

"Wir haben etwas am Setup geändert, da wurde das Auto instabil und die Räder haben blockiert - deshalb der Abflug", sagte der Rekordweltmeister, doch hatten auffällig viele Fahrer Probleme in der Sainte-Devote.

Einige von ihnen hatten schon im Vorfeld Befürchtungen geäußert. Zu schmierig sei die Strecke wegen des ausgelaufenen Öls, der Asphalt nicht stabil genug - bis zum Qualifying am Samstag muss sich das ändern.

Alonso fährt Bestzeit

Schumacher blieb bei seinem Unfall unverletzt und verlor letztlich nur ein wenig Trainingszeit.

Nach der Reparatur seines Silberpfeils war er zwanzig Minuten nach Beginn des freien Trainings wieder auf der Strecke und wurde am Ende noch Siebter.

[kaltura id="0_u5v0h994" class="full_size" title="Eine Runde in Monaco"]

Während Ferrari-Pilot Fernando Alonso in 1:15,123 Minuten für die Tagesbestzeit sorgte und zwei Tage nach der Trennung von Technikchef Aldo Costa ein Zeichen setzte, gab sich Weltmeister Sebastian Vettel hinter Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Jenson Button mit Rang fünf zufrieden - mit rund einer halben Sekunde Rückstand auf Alonso.

Am Morgen hatte er noch jede Bestzeit Alonsos umgehend gekontert.

Vettel streift die Mauer

"Wir haben es heute nicht auf die eine schnelle Runde angelegt", sagte Vettel, der sich darauf konzentrierte, die neuen superweichen Reifen zu testen.

Das zuletzt unzuverlässige KERS machte aber wieder leichte Probleme: "Es klappte einigermaßen, aber ganz zufrieden sind wir nicht", sagte Vettel, der am Morgen - allerdings nicht in Sainte-Devote - ebenfalls leicht die Mauer berührt hatte.

"Ich habe direkt nach drei, vier Runden leicht die Mauer gestreichelt", erklärte der Hesse: "Das muss man jedes Wochenende hier einmal machen. Deshalb haben wir da einen Haken dran gemacht und müssen den Rest des Wochenendes nicht mehr in die Mauer."

Gute Vorstellung von Sutil

Vettels Teamkollege Mark Webber konnte wegen Getriebeproblemen nur am Mittag fahren, wurde aber insgesamt nur Achter, direkt hinter Schumacher und vor Adrian Sutil im Force India.

Heidfeld im Renault war Zehnter, Virgin-Pilot Timo Glock kam auf Rang 22.

Rosberg verbreitet Zuversicht

Zuversicht verbreitete aber vor allem der in Monte Carlo wohnende Rosberg.

"Das Auto geht richtig gut", sagte der 25-Jährige: "Das macht mich zuversichtlich, dass einiges geht."

Nach dem im Monaco ausnahmsweise freien Freitag folgen am Samstag die letzte Trainingseinheit sowie das Qualifying.

In der WM-Wertung führt Vettel mit 118 Punkten vor Hamilton (77).

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