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Michael Schumacher hat in seiner Karriere bereits 91 Grand-Prix-Siege eingefahren © getty

Michael Schumacher habe keine Ausreden mehr, meint der Ex-Weltmeister vor dem Qualifying in Monte Carlo. Schumi müsse liefern.

Von Marc Ellerich

München - Die Diskussion wogt nun schon seit einigen Wochen hin und her. Kann es Rekord-Weltmeister Michael Schumacher mit seinen reifen 42 Lenzen noch? So lautet knapp gefasst das Thema.

Und je nach Blickwinkel fällt die Antwort unterschiedlich aus. Natürlich, sagen Kollegen wie Weltmeister Sebastian Vettel und Ferrari-Star Fernando Alonso, die Schumacher zuletzt in einer Art Solidaritätsadresse den Rücken stärkten.

Alonso, der den Deutschen 2006 in dessen erste Rente schickte, ließ sich sogar mit dem großen Kompliment zitieren, Schumacher sei "vielleicht nach wie vor der Beste von uns allen".

Jordan: Zu alt

Die Kritiker des Mercedes-Stars, unter denen sich auffällig viele von jenen befinden, denen Schumacher zu seiner Ferrari-Zeit das Nachsehen gab, sehen das völlig konträr.

"Er sollte sich das nicht länger antun. Ich glaube, er ist zu alt dafür", meinte zuletzt stellvertretend für alle Gegner Schumachers einstiger Teamchef Eddie Jordan.

Das Thema, so viel ist sicher, wird den deutschen Superstar wohl auch beim sechsten Rennen des Jahres, dem Glamour-Grand-Prix in Monte Carlo, nicht loslassen.

Weniger, weil der fünfmalige Monaco-Sieger Schumacher (nur Ayrton Senna gewann einmal mehr) im Freien Training in der Sainte-Devote-Kurve Bekanntschaft mit der Mauer machen musste, sondern vielmehr weil er nach der darauffolgenden Reparatur-Pause das Tempo der Besten nicht mitgehen konnte. (BERICHT)

[kaltura id="0_u5v0h994" class="full_size" title="Eine Runde in Monaco"]

Siebter wurde er am Ende, deutlich über eine Sekunde hinter dem Tagesschnellsten Alonso, und auch auf seinen 17 Jahre jüngeren Teamkollegen Nico Rosberg, der Dritter wurde, fehlte über eine Sekunde. (Training: Die Zeiten im Überblick)

"Keine Erklärungen mehr"

Für das Qualifying (Sa., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) erhöht das den ohnehin bereits gewaltigen Druck auf Schumacher. Der Superstar der PS-Liga müsse nun endlich Ergebnisse liefern, findet der dreimalige Weltmeister Niki Lauda.

"Jetzt gibt es keine technischen und solche Erklärungen mehr", urteilte der Österreicher im Interview mit dem "Express": "Seine Zeit, wo er Ergebnisse bringen muss, läuft aus."

Die Öffentlichkeit habe Verständnis für den reifen Piloten gehabt, analysierte Lauda, "dass wenn einer zurückkommt, er Zeit braucht, um sich an alles das zu gewöhnen", aber: "Diese Uhr ist abgelaufen."

Von nun an müsse Schumacher auf Augenhöhe mit seinem jüngeren Mercedes-Kollegen sein - oder noch besser. "Wenn er das schafft, dann geht es weiter. Wenn er es nicht schafft, dann geht es nicht mehr weiter. Dann wird es immer so bleiben", so Lauda.

Schumi gelassen

Monaco als Schlüsselrennen in der zweiten Karriere des Michael S.? Der siebenmalige Champion, der beim vorigen Grand Prix in Spanien als Sechster sein bestes Resultat 2011 einfuhr, dabei aber überrundet wurde, wird das wohl kaum so sehen.

Er ignoriere die Statements der Experten und Ex-Kollegen in den Medien, teilte Schumi zuletzt immer wieder mit, und er habe auch nicht das Gefühl, sich verteidigen zu müssen.

"Es gibt keinen Knoten"

An Rücktritt denke er definitiv nicht, bekräftigte Schumacher ebenfalls: "Ich habe kein Problem mit Kritik. Damit kann ich leben." Er analysiere seine Fehler und versuche, sie zu beheben. "Alles andere muss man an sich vorbei ziehen lassen."

Und - zumindest öffentlich - glaubt der beste Fahrer aller Zeiten unverdrossen an seinen Durchbruch noch in dieser Saison.

"Ich bin mir sicher: Wir werden noch in diesem Jahr auf das Podium fahren", so Schumacher auf "formula1.com": "Es gibt da aber keinen Knoten der platzen muss. Wenn man nur geduldig ist, wird es sich schon fügen."

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