Monaco gilt als mondänstes Rennen der Formel 1. Maik Rosner hat für SPORT1 Glanz gesucht - und die berühmten Kehrseiten gefunden.

Die Formel 1 in Monaco - das bedeutet Glanz und Glamour, teure Yachten, schicke Restaurants und Promis, wohin das Auge blickt. So dachte man jedenfalls. Zuweilen müssen die Fans aber feststellen, dass es durchaus gewöhnlich zugeht im Fürstentum. Die Formel 1 in Monaco - das bedeutet auch: undichte Gullydeckel und gefährliche Gabelstapler.

Das Rennwochenende hatte noch gar nicht begonnen, da hatte ein LKW-Fahrer ganz unglamourös für ein wenig Spektakel gesorgt. Beim Tanken soll er geraucht haben, was nicht nur dazu führte, dass nach einer Explosion Reifen und Benzinkanister durch die Luft flogen, sondern auch der Asphalt in der ersten Kurve der Rennstrecke beschädigt wurde.

Der wurde über Nacht zwar geflickt, doch das sieht nun eher nach einem schnöden Straßenabschnitt in Castrop-Rauxel statt in Monte Carlo aus. Brillanten sollen jedenfalls nicht in den neuen Belag eingearbeitet worden sein.

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Weiter ging es mit einem Gabelstaplerfahrer, der beim Aufbau der Motorhomes im Fahrerlager beinahe McLaren-Pilot Jenson Button überfahren hätte. Kein Scherz. Weil es so eng und hektisch zugeht rund um den Hafen, musste der Brite mit einem beherzten Sprung zur Seite sein Leben retten.

"Vielleicht sollten wir Bauarbeiter-Helme tragen", sagte der Weltmeister von 2009 danach verärgert. Bauarbeiter Button? Irgendwie auch nicht glamourös. Genauso wenig wie der Gullydeckel, der im Training nicht dicht hielt und Wasser auf die Strecke treten ließ. DLRG-Schwimmwesten für die Fahrer wurden bisher aber noch nicht erwogen.

Wo also ist der legendäre Glamour von Monaco zu finden? Vielleicht ja beim örtlichen Yachthändler. Die Lage seines Geschäfts ist schon mal ein guter Anfang. Gleich neben dem Fahrerlager am Hafenkai steht seine Filiale. Doch irgendwie erinnern die Angebote im Schaufenster eher an die Immobilien-Anzeigen bei der Stadtsparkasse.

Nur dass hier statt einer Doppelhaushälfte in Schwäbisch Hall Boote feilgeboten werden. 60.000 Euro kostet zum Beispiel dieser zwölf Meter lange Kahn. Nicht Wochenmiete, Kaufpreis wohlgemerkt. Ein bisschen ist er nämlich schon in die Jahre gekommen, Baujahr 1978. Und dass er glitzert, kann man auch nicht behaupten.

Aber jetzt: Am Freitagabend steigt wie jedes Jahr die Amber Lounge Fashion Show. Eine Modenschau - das klingt doch mal nach Monaco. Und schon laufen diese Bilder vor dem geistigen Auge ab, von schillernden Partys, von Schampus und Hummer, von den Schönen und Reichen. Und dann das: Die zehn Models sind alle kurzbeinig und stark behaart. Sie heißen unter anderem: Felipe Massa, Nico Rosberg, Adrian Sutil und Heikki Kovalainen.

Aber der Glamour wird schon noch kommen.

Spätestens am Sonntag zum Rennen, wenn die Hubschrauber wieder die Promis aus Hollywood und anderswo einfliegen. Dann sind die Fans allerdings auf den Tribünen und schauen lieber der Hatz durch die Straßenschluchten zu. Hoffentlich ohne rauchende LKW-Fahrer, undichte Gullydeckel und gefährliche Gabelstapler.

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