vergrößernverkleinern
Lewis Hamilton (v.) liegt in der Fahrer-WM 41 Punkte hinter Sebastian Vettel © imago

Lewis Hamilton ist vor dem Monaco-GP auf Krawall gebürstet. Er attackiert seinen Red-Bull-Widersacher, Schumi und Toro Rosso.

Von Marc Ellerich

München - Lewis Hamilton setzt seinen offensiven Auftritt aus Spanien, wo er den späteren Sieger Sebastian Vettel verfolgte und zum Äußersten trieb, vor dem Grand Prix in Monte Carlo (Qualifying, Sa., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) fort.

Vorerst zwar nur mit Worten, aber mindestens ebenso feurig wie in der Woche zuvor auf der Piste. Der schnelle Brite im McLaren, der im Monaco-Training (BERICHT) hauchdünn Zweiter hinter seinem ehemaligen Team-Rivalen Fernando Alonso geworden war, funkte vor dem sechsten Rennen der Saison auf allen verfügbaren Medien-Kanälen.

Und er kannte dabei nur ein Signal: Angriff!

"Wenn ich das gleiche Auto hätte"

Vettel? "Er macht nichts, was ich nicht auch zu Stande bringen kann, da bin ich mir sicher", wurde der McLaren-Star am Trainingstag in Monte Carlo zitiert: "Wenn ich das gleiche Auto hätte, würden wir einige aufregende Rennen sehen." (Hamilton: Bin der Beste)

Und die etwas zweifelhafte englische Boulevard-Zeitung "Sun" zitierte den Champion von 2008 mit den kriegerischen Worten: "Wir können Red Bull in Monaco eine blutige Nase verpassen." Es sei ein gutes Gefühl, dass ich der Einzige bin, der Sebastian etwas entgegen halten kann - in einem Auto, das nicht so gut ist wie seines."

Die nächsten beiden Grands Prix könnten ihm entgegen kommen, kalkulierte der 26-Jährige gegenüber der Nachrichtenagentur "Reuters": "Es kommen Rennen, in denen die Aerodynamik nicht so entscheidend ist. Und da wird er eine Lücke öffnen, die mir das Überholen ermöglichen wird." Hamilton: "Ich bin zuversichtlich, dass die Lücke kleiner wird." (McLaren mit breiter Brust nach Monaco)

[kaltura id="0_u5v0h994" class="full_size" title="Eine Runde in Monaco"]

"Lewis hat alles gesagt"

Der Weltmeister, bisher in vier von fünf Rennen schneller als der Rivale von der Insel, ließ sich durch Hamilton Psychospielchen nicht aus der Reserve locken. "Lewis hat wohl alles gesagt", meinte er auf der offiziellen Pressekonferenz in Monte Carlo: "Wenn er so denkt, habe ich damit kein Problem."

Hamilton sei einer der besten Fahrer der Formel 1, so Vettel weiter: "Ich zähle ihn definitiv zu jener Handvoll Fahrer, die in der Formel 1 den Ton angeben. Er ist einer unserer größten Herausforderer." Mehr wolle er dazu nicht sagen.

Attacke gegen Schumi

Hamilton machte nicht den Eindruck, als würden ihn die warmen Worte des Konkurrenten wirklich besänftigen. Stattdessen nahm er sich nach Vettel dessen guten Freund Michael Schumacher vor.

Dieser habe seinen Landsmann in Spanien schneller passieren lassen als ihn, als das Duo Vettel und Hamilton den Rekord-Weltmeister in Barcelona überrundete. (BERICHT)

McLaren dementierte später, dass Hamilton eine Behinderung seitens Schumacher unterstellt hatte, räumte aber ein: "Er hat gesagt, dass Michael beim Überholen etwas Platz hätte machen müssen."

Schumacher selbst war sich ohnehin keiner Schuld bewusst. "Das muss ein Missverständnis sein."

Vorwürfe Richtung Toro Rosso

Allerdings erhob Hamilton denselben Vorwurf auch in Richtung des Red-Bull-Schwesterteams Toro Rosso. Auch vom kleineren der beiden Mateschitz-Rennställe fühlte sich der Brite auf dem Circuit de Catalunya behindert.

"Sie haben ihn vorbei gelassen und mich in den nächsten paar Kurven aufgehalten", beklagte sich Hamilton: "Wenn das so weitergeht, müssten vielleicht mal ein paar Strafen verhängt werden."

Ein Toro-Rosso-Sprecher erwiderte: "Seit vor der vergangenen Saison verboten wurde, jegliches technische Wissen zu teilen, gibt es keinerlei Kooperation mehr. Die Annahme, wir würden ein anderes Auto aufhalten, um Red Bull zu bevorteilen, ist grotesk. Das wäre niemals passiert."

Hamilton: Habe nicht vor, WM zu verlieren

Inwieweit das Hamilton überzeugen konnte, ist nicht bekannt. Aber immerhin hat der junge Engländer, der in der Fahrer-WM augenblicklich 41 Zähler hinter Vettel liegt (118:77 Punkte), einen deutlichen Hinweis gegeben, warum er sich derzeit mit allen und jedem anlegt.

Er werde niemals aufgeben, kündigte der McLaren-Pilot an: "Ich bin WM-Zweiter und gebe alles. Ich habe nicht vor, die Weltmeisterschaft dieses Jahr zu verlieren. Ich will gewinnen."

Zuerst einmal den Grand Prix an der französischen Riviera.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel