Peter Kohl zieht Bilanz: Schumi sei sehenswert gewesen, Vettel außerordentlich, Hamilton wie Rambo. Die Tops Flops von Monaco.

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TOPS:

Sebastian Vettel: Gutes Qualifying, nahezu perfektes Rennen, willensstark und fehlerfrei. Dazu momentan einen Lauf in Sachen Glück ohne Ende. Langsam erhärtet sich der Verdacht, dass ihm niemand den Titel nehmen kann.

Fernando Alonso: Dass dem Ferrari die weichen Reifenmischungen liegen, wusste man - der Spanier macht trotzdem mehr draus, als eigentlich wohl drin wäre. Weiter so Torero - Olé.

Jenson Button: Pushte gewaltig in Monaco. Wird oft als zu verhalten charakterisiert - das war ohne Frage eines seiner wirklich guten Rennen.

Kamui Kobayashi: Dauergast als Top, aber er verdient es sich immer wieder! Außerhalb der Top 10 gestartet, am Ende Fünfter - das auf einem Kurs, auf dem Überholen eigentlich nicht möglich ist - dank Einstopp-Strategie ein riesen Rennen des Japaners.

Pastor Maldonado: Zum zweiten Mal in Folge im Qualifying in den Top 10 - dazu ein wirklich gutes und cleveres Rennen bis Rambo Hamilton ihn zur Strecke brachte ( besser gesagt in die Leitplanken jagte?. ) - er hätte seine ersten WM?Punkte verdient gehabt. Wer hätte vor Saisonbeginn geglaubt, dass er Altmeister Barrichello so einheizen kann? Von wegen "Pay-Driver!" - der hat sein F1-Cockpit zu Recht! Möge er es lange behalten?.

Michael Schumacher: Technische Probleme verhunzten seinen Start, der MGP W02 war nicht wirklich eine Rakete, aber der oft Gescholtene zeigte ein beherztes Rennen und ein sehenswertes Überholmanöver gegen Hamilton. Es geht offensichtlich aufwärts - gut so, hoffentlich macht er so weiter.

Monaco: Natürlich ist es ein Anachronismus mit 750 PS Rennern durch enge Häuserschluchten zu jagen - aber einmal im Jahr bei insgesamt 19 oder 20 Rennen ist so was drin - und das Ambiente ist wirklich einmalig. Im Vergleich zu vielen anderen Jahren fand ich das Rennen sogar richtig spannend.

Sicherheitsstandards F1: Die Crashs von Rosberg, aber vor allem von Perez, Liuzzi und Petrow waren ziemlich heftig. Gedankt sei die Leistungskraft der Ingenieure - es ist schon beeindruckend, was die Renner heutzutage so alles aushalten!!

Stewards: Was die Jungs entlang der Strecke in Monaco an einem solchen Wochenende leisten ist sagenhaft! Die meisten sehen ja nur die F1 - aber in den Rahmenserien rappelt es auch permanent gewaltig, und immer wieder geht das Bergen der Wracks sowas von ratzfatz - da wäre mal ein Orden fällig!!! Beispielhaft für alle anderen Streckenbetreiber!

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SOLALA:

Adrian Sutil: Gutes Rennen, aber im Quali wieder langsamer als Teamkollege Di Resta, wenn auch nur hauchdünn - und mit runtergewirtschafteten Reifen an die Leitschienen klatschen, war vielleicht auch vermeidbar. Der Druck des gewaltigen Zuges, den er hinter sich aufgestaut hatte, war dann wohl doch zu groß, um cool zu bleiben?

Rubens Barrichello: Sehenswertes Überholmanöver gegen Schumacher, aber ansonsten steht er momentan doch ziemlich im Schatten von Neuling Maldonado. Ich hatte mir mehr vom Altmeister erwartet?

Sebastien Buemi: Teamkollege Alguersuari hat er klar im Griff, aber so richtig durchstarten tut er auch nicht. Oft bekommt man im Rennen gar nicht mit, dass er überhaupt dabei ist?

Pirelli: So spektakulär die Reifenmischungen bisher auch waren - in Monaco hielten die Dinger zu lange, das war zu konservativ.

FLOPS:

MGP: Superleistung der Mechaniker nach dem Rosberg-Abflug, keine Frage. Da sind sie gut aufgestellt. Aber schnell waren sie nur in den Freien Trainings. Im Rennen zu anfällig, Reifen mordend und langsam. Das war eindeutig zu wenig.

Felipe Massa: Dass er Alonso nicht das Wasser reichen kann, sehen wir fast jedes Rennwochenende. Aber der eigenverschuldeten Zwischenfälle gibt es derweil wirklich zu viele. Bereits vom 1. Freien Training an viele Rutscher und Fast-Leitplankenküsse, immer wieder das ausbrechende Heck, dann der Fehler im Tunnel! Glaubte er wirklich, er könne parallel zu Hamilton auf der verdreckten, rutschigen Spur bestehen und den McLaren überholen? Ich denke, er ist mit seiner Situation derzeit überfordert?

Paul Di Resta: Ich lobe ihn oft und gerne, in meinen Augen ist er ein wirklich guter Racer. Aber zweimal der selbe Fehler an der gleichen Stelle sollte auch einem Monaco-Neuling nicht passieren. Der Schotte hat diesmal eine Menge Lehrgeld bezahlt. Das war sein bisher schwächstes Rennen.

Boxenstopps bei Red Bull + McLaren: Da ging es mächtig drunter und drüber, Fehler über Fehler, teilweise chaotische Verhältnisse, wie bei Mark Webber. So was habe ich von Spitzenteams in der Häufung lange nicht mehr gesehen?

Bodenwelle Ende der Tunnelpassage: Die Unfälle von Rosberg und Perez haben gezeigt, da muss der Asphalthobel angesetzt werden, dieser Buckel ist ein Unding!!!

ABSOLUTES NO GO!!!

Lewis Hamilton: Er sieht sich gerne als der coolste Rapper der F1 - aber in Monaco hat er es definitiv überzogen. Emotionen, Enttäuschungen hin oder her - Whitmarsh sollte ihm gewaltig den Marsch blasen! Ein solches Auftreten auf der Strecke und vor allem abseits ist auf Dauer nicht akzeptabel.

Bis dahin,

Ihr Peter Kohl

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