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Das Saisonfinale 2010 fand auf dem Yas Marina Circuit in Abu Dhabi statt © getty

Die FIA verkürzt die Winterpause für Fahrer und Teams um zwei Wochen, damit der Grand-Prix in Neu-Dehli seine Premiere feiern kann.

Paris - Nach der umstrittenen Neuansetzung des Großen Preises von Bahrain am Freitag (Bericht) wird die diesjährige Formel-1-Saison am 11. Dezember in Indien beendet.

Das geht aus dem neu veröffentlichten Rennkalender (Bericht) der FIA hervor. Die Premiere in Neu Delhi war eigentlich für den 30. Oktober geplant.

Allerdings setzte die FIA für dieses Datum den ursprünglich für den 13. März vorgesehenen Großen Preis von Bahrain an, der im Frühjahr wegen politischer Unruhen abgesagt worden war.

Spätes Saisonende

Mit dem Rennen am dritten Adventswochenende endet die Königsklasse so spät wie seit 48 Jahren nicht mehr.

1963 fand das letzte Saisonrennen erst am 28. Dezember in Südafrika statt.

Mit der Entscheidung, den Großen Preis im Königreich Bahrain doch noch nachzuholen, hatten am Freitag monatelange Diskussionen geendet. (DATENCENTER: Rennkalender 2011)

Ecclestone verteidigt sich

Obwohl sich zuletzt Menschenrechtler gegen eine Austragung des Rennens ausgesprochen hatten, verteidigte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone die Entscheidung. (DATENCENTER: WM-Stand)

"Die FIA hat Leute zur Überprüfung der Situation ins Land geschickt und kam zu der Erkenntnis, dass dort alles in Ordnung ist", sagte der Engländer.

Brawn klagt

Dagegen stößt die Neuansetzung des Bahrain-Rennens und das damit einhergehende späte Saisonfinale vor allem bei den Teams auf Kritik.

"Es wird zu viel", hatte Mercedes-Teamchef Ross Brawn bereits vor Wochen geklagt:

"Unsere Jungs arbeiten seit Januar und hätten dann bis Weihnachten keine Zeit für Urlaub. Das ist nicht akzeptabel."

Teams ohne Einfluss

Einen Einfluss auf die Entscheidung hatten die Teams aber nicht, da sie sich schriftlich verpflichtet haben, an der gesamten im Kalender aufgeführten Saison teilzunehmen.

Ecclestone zeigte Verständnis für die Beschwerden, rechtfertigte die Entscheidung aber zugleich mit "außergewöhnlichen Umständen."

Noch Gesprächsbedarf

Die Rennställe von Red Bull und Mercedes sehen das letzte Wort allerdings noch nicht gesprochen.

"Wir werden die korrekten Wege gehen und die Entscheidung in einem angemessenen Forum mit den anderen Formel-1-Teams und unseren FOTA-Partnern diskutieren", kündigte das WM-führende Team von Red-Bull an.

Webber übt Kritik

Red-Bull-Pilot Mark Webber hat sich enttäuscht über den Nachholtermin des Bahrain Grand Prixs geäußert.

"Wenn in einem Land Menschen Leid zugefügt wird, sind die Gründe dafür wichtiger als Sport", sagte Webber und weiter:

"Ich fühle mich nicht wohl an einem Wettkampf teilzunehmen, wenn es unumgänglich scheint, dass dadurch für die Menschen in dem Land mehr Spannungen erzeugt werden."

Er verstehe nicht, warum seine Sportart sich selbst in so eine Lage bringe und zum Katalysator dafür werde.

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