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Fernando Alonso ist mit drei Erfolgen der Rekordgewinner in Bahrain gesammelt © getty

Dem Bahrain-GP droht die endgültige Absage. Ecclestone glaubt nicht an die Austragung des Rennens. Die Teams stellen sich quer.

London/Köln - Absage, Neuansetzung, mögliche Verschiebung und jetzt vielleicht doch das endgültige Aus:

Das Possenspiel um den Großen Preis von Bahrain nimmt kein Ende. (Trotz Widerstand: FIA setzt Bahrain-Termin fest)

Einen Tag, nachdem Formel-1-Boss Bernie Ecclestone eine erneute Verschiebung des im Frühjahr abgesagten und später für den 30. Oktober neu angesetzten Rennens ins Gespräch gebracht hat, zieht der 80-Jährige nun doch wieder eine endgültige Absage in Erwägung.

"Hoffentlich kehrt im Land künftig wieder Ruhe ein, so dass wir dorthin zurückkehren können. Aber noch ist es nicht so weit", sagte Ecclestone der "BBC". Der Motorsport-Verband FIA gab diesbezüglich noch keine Stellungnahme ab.(BERICHT: U-Turn von Sir Bernie)

Undursichtige Rolle

Die Rolle des mächtigen Formel-1-Bosses wird bei der Diskussion immer undurchsichtiger.

Ecclestone galt als einer der Hauptbefürworter für die Neuansetzung des ursprünglich für den 13. März geplanten Rennens, das wegen politischer Unruhen im Wüstenstaat abgesagt worden war. (DATENCENTER: Rennkalender 2011)

Am vergangenen Freitag entschied sich der World Council der FIA, dem auch Ecclestone angehört, schließlich trotz massiver Proteste von Teams und Menschenrechtsorganisationen für eine Neuansetzung.

Sir Bernie tritt die Bremse

Doch Ecclestone trat schon am Dienstag wieder auf die Bremse.

Er rief die Teams offen dazu auf, ihren Unmut zum neuen Termin im Oktober zu äußern und brachte selbst eine erneute Verschiebung ins Gespräch.

"Besser verlegen wir das Rennen an das Ende der Saison. Wenn die Situation dann sicher genug ist, ist alles in Ordnung. Und falls nicht, werden wir nicht nach Bahrain fahren, und wir haben keine Probleme."

[kaltura id="0_bjwc0jhk" class="full_size" title="Vettel erklärt KERS"]

Der Termin könne schnell per "Fax-Entscheidung" geändert werden.

Teams gegen Verlegung

Nun sollen elf der zwölf Teams in der Königsklasse gegen eine Austragung des Rennens in diesem Jahr protestiert haben. (Bericht: FOTA gegen Oktober-Termin)

Ecclestone sieht dies durchaus als Grund für eine endgültige Absage an: "Der Kalender kann nicht ohne das Einverständnis der Teilnehmer geändert werden."

Alltag noch nicht eingekehrt

Hauptbestandteil der erneuten Diskussionen ist die nach wie vor angespannte politische Lage in Bahrain.

Zwar endete dort am 1. Juni offiziell der Ausnahmezustand, der Alltag ist aber dennoch nicht eingekehrt.

"Aufgrund der aktuellen Situation wissen wir überhaupt nicht, was passieren wird", hatte Ecclestone schon am Dienstag gesagt: "Wir haben unsere Entscheidung (einer Verschiebung auf den 30. Oktober, Anm. d. Red.) auf Basis eines FIA-Berichts getroffen. Dieser besagte, dass es in Bahrain keine Probleme mehr gibt. Aber ich höre im Moment etwas anderes. Deswegen sollten wir weiterhin vorsichtig sein."

Protest von allen Seiten

Nach der Neuansetzung am vergangenen Freitag hatten Teams und Fahrer nicht zuletzt unter moralischen Gesichtspunkten heftig gegen die Austragung des Rennens protestiert.

Sebastian Vettels Red-Bull-Teamkollege Mark Webber hatte beispielsweise auf seiner Internetseite mitgeteilt, er wäre überrascht, wenn das Rennen tatsächlich in diesem Jahr noch stattfinden würde.

Der britische Sportminister Hugh Robertson sagte zu Beginn der Woche, eine Austragung des Rennens käme einem Desaster gleich.

Ausufernder Terminplan

Die Teams der Königsklasse beschwerten sich zudem über den zunehmend ausufernden Terminplan.

Nach der Terminierung des Bahrain-Rennens für das letzte Oktober-Wochenende war das eigentlich für dieses Datum geplante Rennen in Indien auf den 11. Dezember verschoben worden.

Damit würde die Formel-1-Saison so spät enden wie seit 48 Jahren nicht mehr. 1963 fand das letzte Saisonrennen erst am 28. Dezember in Südafrika statt.

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