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Fernando Alonso konnte den Bahrain-Grand-Prix bereits drei Mal gewinnen © getty

Für Williams-Geschäftsführer Parr ist das Thema Bahrain durch. FIA-Präsident Jean Todt kommt den Teams entgegen.

Montreal - Die endgültige Absage des umstrittenen Bahrain-Rennens rückt näher:

FIA-Präsident Jean Todt hat den Formel-1-Teams ein Entgegenkommen des Automobil-Weltverbandes in Aussicht gestellt und seine Hoffnung auf eine schnelle Lösung ausgedrückt.

"Die FIA hat immer ein Herz für den reibungslosen Ablauf der Weltmeisterschaft und die Interessen der Teams und hat immer darauf vorbereitet, alle Dinge, auch wenn sie schwierig sind, in einer konstruktiven Weise zu klären", schrieb Todt in einem Antwortbrief an die Teamvereinigung FOTA.

Die hatte ihrerseits zuvor in einem Brief an Todt detailliert ihre Ablehnung der Änderung des Rennkalenders begründet (DATENCENTER: Rennkalender 2011).

Todt setzt sich ein

Todt erklärte, dass er nach den Wünschen der Teams die Rechteinhaber, vertreten von Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone, gefragt habe, ihre geplante Kalenderänderung nochmals zu überdenken und dem World Council der FIA möglicherweise einen überarbeiteten Vorschlag zukommen zu lassen.

Das World Council, dem auch Ecclestone angehört, hatte in der vorigen Woche beschlossen, das im März wegen der politischen Unruhen im Golfstaat abgesagte Bahrain-Rennen für den 30. Oktober wieder in den Kalender zu nehmen (Trotz Widerstand: FIA setzt Bahrain-Termin fest).

Dafür sollte der Großen Preis von Indien erst am 4. oder 11. Dezember, nach dem ursprünglich geplanten Saisonende ausgetragen werden.

Zustimmung der Teams notwendig

Am Mittwoch hatte Ecclestone bereits eine Austragung des ursprünglich für den 13. März geplanten Rennens als "unwahrscheinlich" bezeichnet, nachdem die politischen Unruhen in Bahrain auch nach dem offiziellen Ende des Ausnahmezustandes am 1. Juni nicht nachgelassen haben (BERICHT: Rennen in Bahrain vor dem Aus).

"Hoffentlich kehrt im Land künftig wieder Ruhe ein, sodass wir dorthin zurückkehren können. Aber noch ist es nicht so weit", sagte der 80-Jährige der "BBC".

[kaltura id="0_bjwc0jhk" class="full_size" title="Eine Runde mit Vettel in Kanada"]

Zugleich betonte Ecclestone auch, dass der Rennkalender nicht ohne die Zustimmung der Teams geändert werden könne.

"Wir haben unsere Position dargelegt"

Diese hatten sich in ihrem Brief an Todt nicht nur gegen eine Austragung des Rennens in Bahrain ausgesprochen, sondern hatten zugleich logistische Probleme angeführt, die eine Neuterminierung des Großen Preises von Indien nach sich ziehen würde.+

"Wir haben unsere Position dargelegt. Und es gibt nichts mehr zu klären. Es ist einfach zu spät für eine Änderung", sagte Williams-Geschäftsführer Adam Parr.

Unnötige Mühen und Kosten

In ihrem Brief führte die FOTA aus, dass die Reise-Planungen der Teams für den Indien-GP am ursprünglichen Termin am 30. Oktober bereits weit fortgeschritten seien.

Zudem erklärte Weltmeister Sebastian Vettel, dass eine Ausdehnung der Saison bis in den Dezember vor allem die Mechaniker hart treffen würde.

"Die leiden am meisten darunter. Sie sind das ganze Jahr unterwegs. Man sieht oft nicht, wieviel Arbeit dahinter steckt", sagte er.

Auch für Fans und Medien würde eine Verschiebung Mühen und unnötige Kosten verursachen. Zudem könne ein anderer Termin auch den Erfolg des ersten Rennens überhaupt in Indien gefährden.

Eine endgültige FIA-Entscheidung über die Austragung des Großen Preises von Bahrain und eine damit verbundene verbindliche Absetzung des Indien-Rennens wird an diesem Wochenende im Rahmen des Rennens im kanadischen Montreal erwartet, wenn sich Vertreter von FIA und FOTA gemeinsam an einen Tisch setzen.

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