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Der GP von Bahrain wurde erstmals 2004 ausgetragen © getty

Die Verantwortlichen des Wüstenstaats verzichten endgültig auf eine Neuansetzung des GPs und kommen damit der FIA zuvor.

Manama/München - Die Einsicht kam spät, die Absage noch nicht zu spät.

Mit ihrem freiwilligen Verzicht haben die Veranstalter des Großen Preises von Bahrain dem unrühmlichen Possenspiel mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Jean Todt um eine Neuansetzung des im März ausgefallenen Rennens endlich ein Ende gemacht. (DATENCENTER: Rennkalender 2011)

Für Fahrer und Teams bleibt es damit bei 19 statt der ursprünglich geplanten 20 Rennen. Der Große Preis von Indien dürfte seine Premiere nun doch am 30. Oktober anstatt erst im Dezember feiern. Das muss die FIA jetzt nur noch mit Zustimmung aller Rennställe offiziell verabschieden.

"Angesichts der Mitteilung des Bahrain International Circuit warten wir nun darauf, dass der kommerzielle Rechteinhaber (die Holding-Gesellschaft CVC vertreten durch Ecclestone, Anm. d. Red.) dem World Motor Sport Council einen neuen Kalender vorschlägt", sagte dazu am Freitag ein FIA-Sprecher.

Ecclestone hatte bereits angekündigt, eine neue Abstimmung im World Council sei per Fax schnell zu organisieren.

Bahrain kommt FIA zuvor

Zayed Rashid Al Zayani, Chef der Rennstrecke in Bahrain, verkündete am frühen Freitagmorgen in einer Pressemitteilung den Verzicht auf das Rennen, damit kam der Golfstaat dem Automobil-Weltverband FIA zuvor.

Dessen Präsident Todt hatte nach massiver Intervention der Teamvereinigung FOTA am Donnerstag bereits eine erneute Abstimmung über den Termin in Aussicht gestellt, den das World Motor Sport Council der FIA erst in der vorigen Woche festgesetzt hatte.

"Während Bahrain froh gewesen wäre, am 30. Oktober einen Grand Prix zu sehen, ist es klar geworden, dass dieser Termin nicht gehalten werden kann. Wir respektieren völlig diese Entscheidung", sagte Al Zayani: "Bahrain hat kein Verlangen danach, ein Rennen zu sehen, das die Saison verlängern und die Freude der Fahrer, Teams und Fans beeinträchtigen würde."

Im März abgesagt

Man wolle seine Rolle in der Formel 1 so positiv und konstruktiv wie immer ausfüllen.

[kaltura id="0_bjwc0jhk" class="full_size" title="Eine Runde mit Vettel in Kanada"]

"Deshalb und im besten Interesse des Sports werden wir die Neuansetzung des Rennens in dieser Saison nicht weiter verfolgen", sagte der Streckenchef und äußerte seine Vorfreude, die Formel 1 im kommenden Jahr wieder in seinem Land zu begrüßen zu dürfen.

2012 soll in Bahrain nach dem von der FIA veröffentlichten Kalender am 11. März der Saisonauftakt stattfinden.

Der Große Preis von Bahrain war am 13. März dieses Jahres wegen der politischen Unruhen in dem Golfstaat abgeagt worden.

Todts Brief

Am vorigen Freitag, zwei Tage nach Aufhebung des Ausnahmezustands in Bahrain am 1. Juni, hatte die FIA das Rennen für den 30. Oktober neu angesetzt und wollte dafür den ersten Großen Preis von Indien auf den 4. oder 11. Dezember verschieben.

Die Teams hatten in einem Brief an Todt neben der immer noch nicht geklärten Lage in Bahrain auf große logistische Probleme durch die geplante Verschiebung des Indien-Rennens und die Verlängerung der Saison hingewiesen, Todt hatte in seiner Antwort ein Einlenken in Aussicht gestellt.

Webber zeigt Flagge

Die Fahrer um Weltmeister Sebastian Vettel hatten sich aus den Diskussionen, ob man in Bahrain aufgrund der aktuellen Situation fahren solle oder nicht, weitgehend herausgehalten.

Darauf habe man als Fahrer ohnehin keinen Einfluss oder man habe keine detaillierten Informationen, um die Lage zu beurteilen, waren die Antworten. Lediglich Vettels Teamkollege Mark Webber hatte sich offen gegen einen Start in Bahrain ausgesprochen.

Kritik von Horner

Dagegen übten die Teamchefs Christian Horner (Red Bull) und Eric Boullier (Renault) heftige Kritik.

"Das ist eine unglückliche Situation. So wie die Dinge behandelt worden sind, mit der Unsicherheit, hätte das anders geregelt werden können", sagte Horner. Boullier, der auch Vize-Präsident der FOTA ist, wurde noch deutlicher.

"Die Formel 1 ist ein nicht-politischer Sport. Aber wir können nicht machen, was wir wollen, denn es gibt auch Dinge wie diese. Wir müssen ein bisschen vorsichtiger sein", sagte der Franzose.

Ruhe in Indien

Ganz ruhig waren dagegen die Organisatoren in Indien geblieben.

"Wir hatten immer unter der Voraussetzung gearbeitet, dass das Rennen im Oktober stattfindet, denn wir hatten nie irgendeine Mitteilung von der FIA über eine Verschiebung in den Oktober erhalten.

Also ändert sich nichts", sagte Vicky Chandhok, Präsident des indischen Motorsportverbandes und Vater des früheren Formel-1-Piloten und heutigen Lotus-Testfahrers Karun Chandhok.

Die Strecke werde rechtzeitig fertig sein, erklärte er.

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