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Der Unfall von Hamilton (l.) und Webber ist nur einer von vielen Crashs in Montreal © getty

Die internationalen Medien feiern den Montreal-Sieger Jenson Button und wundern sich über die Arbeitswut der Rennkommissare.

München - Die Kritik an Sebastian Vettel ist nach seiner zweiten Niederlage des Jahres in der Formel 1 verhalten, das Lob für den siegreichen Jenson Button dafür umso euphorischer. (417508BILDER: Das Chaos-Rennen von Montreal)

"Button ist ein Genie zwischen Wahnsinn und Triumph", titelte die italienische "Tuttosport". Die "Times" in Buttons Heimat England schrieb:

"Jenson Button gewann das Rennen seines Lebens in einem turbulenten Großen Preis von Kanada, in dem alles drin war - von einem Regenguss biblischen Ausmaßes bis hin zu dem bislang spannendsten Rennende dieser Saison, vielleicht sogar jeder bisherigen Saison." (Buttons Husarentitt)

Der "Guardian" lästerte derweil über die vielen Unfälle und Ermittlungen der Rennkommissare: "Bis auch noch Frieden einkehrt, wird es allerdings etwas länger dauern. Denn mit dem Schwenken der Zielflagge waren immer noch mehr Untersuchungen offen als in einen ganzen Sherlock-Holmes-Krimi passen."

"Tuttosport" freut sich übrigens auch über den vierten Platz von Michael Schumacher: "Offenkundig ist ihm ein wenig Talent geblieben".

SPORT1 dokumentiert die internationalen Pressestimmen.

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Button vom letzten zum ersten Platz im verrücktesten Grand Prix. Vettel im Finale überholt. Button nutzt einen kleinen Fehler Vettels aus, überholt ihn und gewinnt ein Rennen, das man nur schwer vergessen wird. Button hat alles Mögliche erlebt: Zusammenstöße, Strafen, einen unglaublichen Kampf mit den Rivalen. Vettel reagiert nicht gut. Der Deutsche, der die WM anführt, akzeptiert wie alle wahren Meister die Niederlage nicht. Dank der Ausfälle der beiden gefährlichsten Rivalen Lewis Hamilton und Fernando Alonso hat er die Position an der Spitze aber gefestigt." (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Corriere dello Sport: "Wahnsinnige Formel 1, nach der Sintflut siegt Button. Vettel muss sich mit dem zweiten Platz begnügen. Verrückter Sonntag in Kanada. Button gelingt es endlich, Vettel und Red Bull zu beugen. Ferrari verfehlt wieder das Resultat. Vettel ist der große Herrscher und der große Besiegte dieses Rennens." (STIMMEN: "Das fuchst einen")

Tuttosport:"Button ist ein Genie zwischen Wahnsinn und Triumph. Vettel begnügt sich mit dem zweiten Platz. Doch nach Valencia kommen schnelle Pisten, auf denen er leicht gewinnen wird. Trotz des Regens scheinen Vettel und Red Bull weiterhin Herrscher der Situation. Vettel zählt nur noch die Zeit bis zu seinem neuen WM-Titel. Niemand hätte gedacht, dass Schumacher um ein Haar das Podium erreichen würde. Offenkundig ist ihm ein wenig Talent geblieben."

Corriere della Sera: "Ein unglaubliches Finale im verrücktesten Grand Prix der letzten Monate. Vettel der Unbesiegbare, hat sich im Finale des Rennens von Button überholen lassen. Vom Chaos profitiert auch Schumacher, der den dritten Platz nur um ein Haar verfehlt".

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ENGLAND

The Times: "Vettels Fehler schenkt Button in der letzten Runde der Strapazen im Wasser den Sieg. Jenson Button gewann das Rennen seines Lebens in einem turbulenten Großen Preis von Kanada, in dem alles drin war - von einem Regenguss biblischen Ausmaßes bis hin zu dem bislang spannendsten Rennende dieser Saison, vielleicht sogar jeder bisherigen Saison. Hamilton dagegen musste sich in der Garage von McLaren die Füße vertreten. Immerhin bekam er dort eine Umarmung von Popstar Rihanna - sein einziger Lohn des Tages."

The Sun: "Du wirst noch mal jemanden umbringen, Hamilton - Lauda schimpft über übergeschnappten Lewis (Lauda: "Es kann Tote geben"). Der dreimalige Weltmeister Niki Lauda putzte Hamilton herunter, weil der beim Großen Preis von Kanada ausgeschieden war, nachdem er in Jenson Button krachte, der danach noch einen unglaublichen Sieg feiern sollte. McLaren-Ass Hamilton war davor bereits mit Mark Webber von Red Bull kollidiert. Das sind vier Unfälle in zwei Rennen."

Daily Telegraph: "Jenson Button übersteht den Monsun - und den Widerstand von Lewis Hamilton - bei seinem großartigen Sieg. Ein wahrlich außergewöhnlicher Großer Preis von Kanada endete so dramatisch wie nur irgendwie möglich: Jenson Button, der sechsmal in der Boxengasse war, holte sich in der letzten Runde den Sieg."

The Guardian: "Als endlich wieder Ruhe eingekehrt war am St. Laurence River, etwa vier Stunden nach dem Start des Großen Preis von Kanada, hatte Jenson Button ein derart chaotisches, beinahe unwirkliches Rennen gewonnen - sein erster Sieg seit dem Großen Preis von China vor 14 Monaten. Bis auch noch Frieden einkehrt, wird es allerdings etwas länger dauern. Denn mit dem Schwenken der Zielflagge waren immer noch mehr Untersuchungen offen als in einen ganzen Sherlock-Holmes-Krimi passen."

SPANIEN

AS: "Fernando Alonso lässt jegliche Hoffnung in Montreal liegen. Vettel begeht am Ende einen Irrtum. Schumacher, dessen letzte Auftritte ihn wie im Rentenalter erscheinen ließen, sahen wir auf meisterliche Art an Massa und Kobayashi vorbeiziehen."

Marca: "Das Wasser wurde in Kanada zum Hauptdarsteller. Ferrari hat wieder kein Glück mit der Strategie, und Alonso scheidet aus. Button gewinnt nach einem Fehler von Vettel."

Sport: "Button schafft es, Vettels Monolog zu brechen. Button raubt ihm in der letzten Runde den Sieg nach einem Fehler des Deutschen. Besonders zu erwähnen ist das Rennen von Michael Schumacher, der sich wie kein anderer im Chaos bewegt hat und zwischenzeitlich sogar Zweiter hinter Vettel war."

El Mundo Deportivo: "Button siegt vor Vettel, Alonso gibt auf. Das Rennen wurde durch den Regen und zahlreiche Auftritte des Safety Cars bestimmt."

Superdeporte: "Als in einem verrückten Rennen alles nach einem Sieg von Vettel aussah, überraschte ihn Button."

SCHWEIZ

Blick: "Regen-Roulette in Montreal: Das nur einen Steinwurf vom Circuit Gilles Villeneuve entfernte olympische Ruderbecken ist fast nicht mehr von der Strecke zu unterscheiden. Button frisst Vettel Sekunden vor Schluss. Ein Wahnsinns-Grand-Prix, wie er dramatischer nicht sein könnte."

ÖSTERREICH

Kurier: "Jenson Button hat nach einem wahren Husarenritt den nächsten Sieg von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel in letzter Minute vereitelt. Einmalig war aber nicht nur das Finish des 31 Jahre alten Weltmeisters von 2009, sondern auch der gesamte Rennverlauf."

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