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Schumacher hat 91GP-Siege auf dem Konto - mehr als alle anderen © getty

Trotz des knapp verpassten Podests in Montreal zeigt der Rekordchampion die beste Leistung seit seinem Comeback. Corinna jubelt.

Montreal - Michael Schumacher pflügte durchs Feld wie in glorreichen alten Zeiten (Bericht).

In der Box drückte seine Frau Corinna begeistert die Daumen und fieberte mit:

Zum ersten Mal seit seinem Comeback schien im Mercedes-Silberpfeil wieder der "alte" Schumacher zu sitzen. Und es fehlte nicht viel, dann hätte der 42 Jahre alte Rekordweltmeister erstmals gemeinsam mit seinem Nachfolger Sebastian Vettel auf dem Siegerpodest Champagner verspritzt. 417508(DIASHOW: Die Bilder vom Rennen)

"Es wäre schön gewesen, wenn wir das bis ins Ziel hätten halten können", sagte Schumacher, der bis kurz vor Ende des Rennens hinter Vettel auf Platz zwei lag.

"Scheiße, vorbei"

Doch dann schoben sich der spätere Sieger Jenson Button und Mark Webber noch dank des verstellbaren Heckflügels an Schumacher vorbei. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

"Scheiße, vorbei", rief Corinna Schumacher spontan. Für den Konter in der letzten Runde war ihr Mann dann eine Zehntelsekunde zu weit hinter Webbers Red-Bull-Renault, so dass er den Flügel nicht mehr einsetzen durfte.

Am Ende also Platz vier, wie im vorigen Jahr auch schon dreimal. Wieder knapp am Podium vorbei. Corinna Schumacher hatte dennoch nur eine Bezeichnung für das beste Rennen seit dem Comeback ihres Mannes: "Mega!"

Zwei auf einem Streich

Die erste echte Sternstunde mit dem Stern auf dem Auto. Nach der 125-minütigen Regenpause hatte sich Schumacher in kürzester Zeit vom zwölften auf den zweiten Platz nach vorne gefahren. Kamui Kobayashi und Felipe Massa überholte er sogar in einem Rutsch.

"Ich war natürlich überrascht, als ich plötzlich Zweiter war, aber die Umstände waren optimal für mich, da kann man die Unterschiede machen. Es gab jede Menge Situationen, wo man Fehler machen und das Auto in die Wand setzen konnte. Da hilft die Erfahrung, und dann macht es Spaß", sagte Schumacher.

[kaltura id="0_ag4vs6sj" class="full_size" title="Eine Runde mit Vettel in Kanada"]

Schumi: "Insgesamt happy"

Der Kerpener hätte erstmals nach 1715 Tagen, seit seinem letzten Sieg am 1. Oktober 2006 in Shanghai, wieder aufs Podest fahren können.

"Wenn man dann noch abgefangen wird, ist das natürlich nicht schön. Aber insgesamt können wir happy sein, denn das war nach den letzten Rennen mal wieder ein Highlight", sagte Schumi.

Selbst Vettel attackierte Schumacher einmal kurz. "Mir war bewusst, dass es gegen Seb nicht reichen würde, es war aber den Versuch wert", meinte er.

Haug: "Das tut ihm gut"

Auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug war begeistert. "Das war Motorsport in allerbester Form, und Michael hat eine Hauptrolle gespielt. Er war phasenweise der schnellste Mann", sagte der Schwabe.

"Er hat geschnuppert am Podium, was sehr gut war und ihm gut tut. Er hat gezeigt, dass er es nach wie vor kann und zu den Allerbesten gehört."

Vergleich mit Bruder Ralf

Schumachers Leistung war ein wichtiges Zeichen in Richtung seiner Kritiker, die ihn teilweise schon abgeschrieben haben. "Ich glaube, wenn man mal auf dem Podium ist, macht das noch mehr Eindruck", sagte Haug, der Parallelen zu Schumachers Bruder Ralf zog.

Der mischt nach langer Anlaufphase in der DTM plötzlich auch vorne mit. "Da gab es auch lange Kritik, und jetzt war er Dritter und Zweiter. Und Michael wird das Gleiche schaffen, sobald das Auto das zulässt", meinte Haug:

"Das spricht auch für unsere Mannschaft und unseren Geist, dass wir an die Leute glauben und langfristig denken."

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