vergrößernverkleinern
Sebastian Vettel fehlen nach sieben Rennen nur 14 Punkte zur Maximalausbeute © imago

Der Kanada-GP zeigt: Auch ein Sebastian Vettel macht Fehler. Das nervt den Champ aber nur kurz. Der WM-Stand beruhigt.

Montreal - Das längste Rennen aller Zeiten, so viele Safety-Car-Runden wie noch nie, ein "Regenguss biblischen Ausmaßes" - unter diesen extremen Bedingungen macht selbst Formel-1-Dominator Sebastian Vettel mal einen Fehler (417508DIASHOW: Die Rennbilder).

Beim denkwürdigen Chaos-Grand-Prix in Montreal schenkte der Red-Bull-Pilot drei Kilometer vor dem Ziel Jenson Button den Sieg, als er nach 69 perfekten Runden unter schwierigsten Bedingungen einmal kurz die Kontrolle über seine "Kinky Kylie" verlor. (BERICHT: Button reißt Vettel Sieg aus der Hand)

Und typisch für Vettel: Obwohl er immer noch Zweiter wurde und seine WM-Führung sogar ausbaute, war der 23 Jahre alte Ausnahmepilot erst einmal mächtig frustriert. (417508STIMMEN: "Das fuchst einen")

Einblick ins Seelenleeben

"Ich würde am liebsten schreien. Man kann vielleicht sagen: Schlechter Verlierer. Aber unterm Strich bin ich nicht hier zum Verlieren, sondern zum Gewinnen", gab Vettel nach dem Großen Preis von Kanada ganz offen einen Einblick in sein Seelenleben.

Allerdings gewann er dem verrückten Tag im verregneten Montreal, an dem Rekordweltmeister Michael Schumacher kurz an seinem ersten Podiumsplatz für Mercedes schnupperte und am Ende Vierter wurde, dann aber doch noch positives ab.

"Schwierige Bedingungen"

"Es hätte noch besser sein können, auf der anderen Seite hätten es aber auch null Punkte sein können. Es waren schwierige Bedingungen, und es war leicht, Fehler zu machen. Alles in allem waren es wichtige Punkte. Mit dem zweiten Platz können wir durchaus zufrieden sein", sagte Vettel:

"Ich glaube, es gab heute nicht viele Leute, die so wenige Fehler gemacht haben wie wir."

Button hat 60 Punkte Rückstand

Ganz anders sein zuvor schärfster Verfolger Lewis Hamilton, der nach Kollisionen mit Mark Webber und seinem eigenen McLaren-Teamkollegen Jenson Button schon nach neun Runden aus dem Rennen war und in der WM-Wertung viel Boden verlor.

[kaltura id="0_ag4vs6sj" class="full_size" title="Eine Runde mit Vettel in Kanada"]

Jetzt ist Button nach dem "vielleicht besten Sieg meiner Karriere" (Bericht) neuer Gesamt-Zweiter, allerdings schon mit 60 Punkten Rückstand auf Vettel (101:161).

Trost vom Teamchef

"Sebastian sollte sich nicht zu lange ärgern. So etwas kann mal passieren", meinte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. So etwas - das war ein Verbremser in der letzten Runde.

Button, der neben der Kollision mit Hamilton auch noch einen Zusammenstoß mit Fernando Alonso hatte, eine Durchfahrtstrafe abbrummen musste und nach 40 von 70 Runden sogar Letzter war, schlüpfte durch und krönte seine fantastische Aufholjagd noch mit seinem ersten Sieg seit 14 Monaten.

Dieses Rennende nach mehr als vier Stunden - inklusive einer 125-minütigen Regenunterbrechung - hätte sich Vettel lieber erspart.

"Hätte die Kuh fliegen lassen sollen"

"Ich war möglicherweise nach dem letzten Safety Car ein bisschen zu komservativ und habe nicht genug Vorsprung aufgebaut, sondern ihn nur gehalten. Hätte ich die Kuh da ein bisschen mehr fliegen lassen, hätte ich am Ende vielleicht ein bisschen besser reagieren können", meinte der 23-Jährige.

Dessen Saisonbilanz ist mit fünf Siegen und jetzt zwei zweiten Plätzen aber alles andere als befleckt.

Teamkollege ist Dritter

Seine Position in der Gesamtwertung ist mehr als komfortabel. Dritter hinter ihm und Button ist sein Teamkollege Mark Webber, der nach Platz drei jetzt 94 Punkte auf dem Konto hat. Neben Hamilton (85) ging auch Vize-Weltmeister Alonso (69) im Ferrari leer aus.

Für die übrigen deutschen Fahrer neben Vettel und Schumacher sprang auch nichts Zählbares heraus. Nico Rosberg im zweiten Mercedes belegte am Ende Platz 11, Timo Glock landete im Virgin-Cosworth auf Rang 16. Nick Heidfeld (Renault) und Adrian Sutil (Force India) schieden nach Unfällen aus.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel