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Michael Schumacher ging in Valencia von Startplatz Acht ins Rennen © getty

Nach dem Unfall mit Petrow und dem verkorksten Rennen zeigt sich der Mercedes-Pilot einsichtig. Nico Rosberg bremst Erwartungen.

Valencia - Frust, Pech, Selbstkritik: Zwei Wochen nach seinem Achtungserfolg ging bei Rekord-Weltmeister Michael Schumacher wieder alles schief, was schiefgehen konnte.

Eine frühe Kollision mit Witali Petrow, zwei Boxenstopps in zwei Minuten und ein ereignisloses Rennen ohne Chance zur Aufholjagd verdarben dem siebenmaligen Formel-1-Champion in Valencia den Sonntag.

"Das war meine Dummheit, ganz klar mein Fehler", sagte der 42-Jährige mit Bezug auf jene Szene in der 15. Runde, die "das Rennen für mich gezeichnet hat. Danach konnte ich nur noch darauf schauen, das Auto ins Ziel zu bringen."

"Unglücklich" und "frustrierend"

Bei der Ausfahrt vom ersten Reifenwechsel berührten sich der Silberpfeil und der Renault des Russen Petrow.

Schumacher schleppte sich mit Mühe durch die Runde und musste wegen eines kaputten Frontflügels direkt wieder bei den Mechanikern vorfahren.

"Unglücklich", nannte es Mercedes-Sportchef Norbert Haug, "frustrierend" Teamchef Ross Brawn.

Schumacher genervt

"Ich habe ihn spät gesehen und versucht, auf der letzten Rille zu bremsen. Das hat nicht funktioniert", sagte Schumacher.

Der Mercedes-Pilot hatte in Kanada zuletzt mit einem vierten Platz für Aufsehen gesorgt und zwischenzeitlich sogar auf Rang zwei gelegen.

"Ich habe zuerst nicht mitbekommen, wie stark kaputt der Flügel war, aber dann habe ich es stark gespürt und musste im letzten Sektor richtig langsam fahren", sagte er nun genervt.

[kaltura id="0_o4u5rnf4" class="full_size" title="Eine Runde in Valencia"]

Rückschlag nicht überraschend

Die Ernüchterung nach dem Achtungserfolg kam für Schumacher ungeachtet der besonderen Umstände aber nicht ganz überraschend.

Denn obwohl Mercedes ihn in einer Anzeige in der spanischen Tageszeitung "As" bereits vorschnell bei Luftsprüngen im Renn-Overall abbildete, hatte der Routinier stets gewarnt.

"Wir stehen immer noch in der Kritik, da hilft ein Ergebnis wie in Montreal", sagte er:

"Aber Fakt ist, dass uns die Umstände geholfen haben. Wir können aber nicht davon ausgehen, dass die Umstände immer so sind, sondern müssen bei der Realität bleiben. Wir befinden uns im Niemandsland und fahren unser eigenes Rennen."

"Das Beste, was Auto hergibt"

Deshalb kostete ihn die Kollision zwar mögliche Punkte, eine Wiederholung des Ergebnisses von Montreal, wo Schumacher durch seine Erfahrung und Cleverness das Regen-Chaos genutzt hatte, wäre sowieso nicht drin gewesen.

"Ungefähr dort, wo ich gestartet bin", hätte Schumacher nach eigener Einschätzung ohne den Crash einfahren können, also um Platz acht herum.(DATENCENTER: Renn-Ergebnis)

Kollege Nico Rosberg versicherte einen Tag vor seinem 26. Geburtstag, sein siebter Rang von Valencia sei "das Beste, was das Auto hergibt", und prophezeite sogar:

"Das Kräfteverhältnis wird ähnlich bleiben."

Lauda zieht Kappe

Deshalb hatte Schumacher mit seinem starken Auftritt in Kanada sogar einen seiner Chefkritiker versöhnt: Niki Lauda.

"Ich habe meine Meinung um 110 Prozent geändert und vor ihm auch meine Kappe gezogen", sagte der dreimalige Weltmeister der "Kleinen Zeitung" aus Österreich:

"Was er in Montreal aufgeführt hat, dass war der Schumacher wie zu seinen allerbesten Zeiten."

Bleibt abzuwarten, ob Lauda nach der "Dummheit" von Valencia seine Meinung wieder ändern wird.

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