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Dicke Luft zwischen Christian Horner, Red Bull (l.), und Martin Whitmarsh, McLaren © getty

Nicht nur hinter den Kulissen der Formel 1 kracht es gewaltig. Wegen des Zwischengas-Verbots kriegen sich die Teams in die Haare.

München/Silverstone - Hinter den Kulissen des Großbritannien-GP (So., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) gibt es heftigen Streit - vor allem zwischen dem mit Renault-Motoren fahrenden Red-Bull-Team und dem mit Mercedes-Aggregaten ausgerüsteten McLaren-Rennstall.

Nach dem ab Silverstone geltenden Verbot, zur Verbesserung des Abtriebs mit einem automatischen Zwischengas den Diffusor im Heck anzuströmen, rangeln die Hersteller um genaue Einstufungen ihrer Motorsteuerungen durch den Automobil-Weltverband FIA. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Erst am Freitagmorgen hatte die FIA Renault genehmigt, auch bei nicht getretenem Gaspedal die Drosselklappen des Motors zu 50 Prozent statt der zuvor zugestandenen maximal 20 Prozent zu öffnen.

Renault hatte dafür Zuverlässigkeitsgründe angeführt.

Wortgefecht zwischen Horner und Whitmarsh

Nach Intervention der Konkurrenten - McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh hatte sich auf einer offiziellen Pressekonferenz ein heftiges Wortgefecht mit Red-Bull-Teamchef Christian Horner geliefert - wurde dieses Zugeständnis am Samstagmorgen aber kurzfristig wieder zurückgenommen.

Teams mit Mercedes-Motoren, die anders aufgebaut sind, war von der FIA erlaubt worden, bei geschlossenem Gaspedal zusätzlich Benzin einzuspritzen.

Mit beiden Verfahren war zuvor die Anströmung des Diffusors verbessert worden.

Horner: Vorteil für Mercedes

"Soweit wir das verstehen, bevor Renault seine Parameter zugestanden wurden, gab es einen signifikanten Vorteil für jedes Team mit Mercedes-Antrieb", erklärte Horner, der seinen Rennstall klar im Nachteil sieht.

Diese Meinung teilte auch TV-Experte Marc Surer: "Red Bull hat nun eindeutig keinen Vorteil mehr", analysierte der ehemalige Formel-1-Fahrer.

Red Bull hatte sogar mit dem Gedanken gespielt, zum 3. Training am Samstag nicht anzutreten.

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Whitmarsh wollte das allerdings nicht so stehen lassen: "Lasst uns hier keinen Fehler machen. Wenn man im Schleppbetrieb zündet, wird durch den Schub, der durch den Auspuff entsteht, ein größerer Effekt erzielt. Lasst uns da ganz klar sein."

"Mit dem Verfahren nicht vertraut"

Zudem bezweifelte der McLaren-Boss, ob das von Red Bull angewandten Verfahren zu Zuverlässigkeitszwecken benötigt werde.

"Ich weiß nicht, ob sie es nötig haben, Luft durch ihre Motoren zu blasen. Ich bin mit dem Verfahren nicht vertraut, und Charlie Whiting (Technischer Direktor der FIA, d. Red.) offenbar auch nicht", sagte der Brite.

Horner ist allerdings der Meinung, dass bei Red Bull die gleichen Charakteristiken anzufinden seien wie bei Mercedes, weshalb sich sein Rennstall ungerecht behandelt fühle.

Horner optimistisch

Am Rande des England-Grand-Prix fand bereits ein weiteres Treffen zwischen Motorenherstellern, Teams und der FIA statt, um die Unstimmigkeiten zu klären.

Horner sprach danach von einem konstruktiven Meeting. Er gehe davon aus, dass noch an diesem Wochenende eine Einigung erzielt werde.

Red Bull erklärte sich dazu bereit, auf das Öffnen der Drosselklappe in Silverstone zu verzichten, da die Änderung zu spät eingereicht wurde.

Allerdings nur unter der Zusage, dass an diesem Rennwochenende eine Lösung für die gesamte weitere Saison gefunden werde.

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