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Mark Webber wurde vergangene Saison Dritter in der Gesamtwertung © getty

Der Australier sträubt sich bei Alonsos Sieg in Silverstone gegen die Teamorder. Für Hamilton war es ein "verrücktes" Rennen.

München - Es war an gleicher Stelle im vergangenen Jahr, als Mark Webber Sebastian Vettel im Qualifying von Silverstone einen Frontflügel leihen musste, weil der Deutsche seinen im Training demoliert hatte.

In diesem Jahr fuhren die Red Bull in den letzten Umläufen Fernando Alonso im Ferrari hinterher (Rennbericht), und erneut griff das Team in den Zweikampf zwischen Vettel und Webber ein.

Der Australier wurde aufgefordert, den Weltmeister und WM-Führenden nicht zu überholen - Webber ignorierte die Anweisung laut eigener Aussage, kam aber dennoch nicht vorbei und war am Ende sauer: "Teamorder finde ich nicht gerade toll. Ich wollte einfach noch mehr Punkte holen."

Alonso wollte dagegen trotz seines ersten Saisonsieges nicht an die Gesamtwertung denken: "Der Rückstand auf Sebastian ist massiv." (DATENCENTER: Rennergebnis)

SPORT1 hat die Stimmen vom Rennen in Silverstone:

Fernando Alonso (Ferrari), Platz 1:

"Das ist natürlich ein gewaltiger moralischer Schub für uns. Aufgrund der Kurvencharakteristiken und des Layouts der Strecke waren wir hier in Silverstone nicht gerade zuversichtlich, erfolgreich zu sein. Das wir nun gewonnen haben, macht uns für die nächsten Rennen zuversichtlich. Es war ein Privileg für mich. Hier hat vor 60 Jahren die Ferrari-Geschichte angefangen, und heute habe ich auf der gleichen Strecke mit der gleichen Passion eines fantastischen Teams gewonnen. An die Meisterschaft denken wir aber nicht, denn der Rückstand auf Sebastian ist massiv."

Sebastian Vettel (Red Bull), Platz 2:

"Ich habe einen sehr guten Start erwischt und bin gleich in Führung gegangen. Ich war überrascht, dass das so gut geklappt hat. Beim zweiten Boxenstopp mussten wir das Auto noch einmal anheben, weil irgendetwas mit dem hinteren Wagenheber nicht gestimmt hat. Das hat natürlich sehr viel Zeit gekostet. Den dritten Stopp haben wir dann relativ früh gemacht, wodurch ich wieder an Lewis vorbeigekommen bin. Am Ende hatte ich Glück, dass ich Mark noch hinter mir halten konnte. Es war ein wirklich spannendes Rennen, und wir müssen ganz fair akzeptieren, dass Ferrari uns heute geschlagen hat."

Mark Webber (Red Bull), Platz 3:

"Ich wurde vier oder fünf Mal vom Team gebeten, Sebastian nicht zu überholen - das finde ich nicht gerade toll. Schon fünf Runden vor Schluss musste ich mir sagen lassen, dass ich meine Position halten soll. Ich habe das Team natürlich ignoriert, versucht einen Platz gutzumachen und noch mehr Punkte zu holen. Es ist ja nicht so, dass ich einen Unfall mit irgendjemandem bauen möchte."

[kaltura id="0_gy2fwvyj" class="full_size" title="Eine Runde in Silverstone"]

Lewis Hamilton (McLaren), Platz 4:

"Es war ein phantastischer Grand Prix, ich bin mit Rang vier wirklich sehr zufrieden. Was am Ende mit dem Sprit los was und warum ich 15 Runden vor Schluss anfangen musste zu sparen, weiß ich allerdings auch nicht. Ferrari hat enorm von der Zwischengas-Regelung profitiert. Am Ende wurde es gegen Massa wirklich sehr eng, das war schon verrückt."

Nico Rosberg (Mercedes), Platz 6:

"Ich bin mit dem Ergebnis recht zufrieden. Schon im Qualifying haben wir gezeigt, dass wir nach vorne fahren können, und unsere Rennstrategie war gut. Mein Start war das aber nicht und so muss ich am Ende mit Platz sechs zufrieden sein. Hoffentlich ist das der Beginn eines Aufwärtstrends."

Nick Heidfeld (Lotus Renault), Platz 8:

"Das Ausschlaggebendste im Rennen war, wann wir von Intermediates auf Slicks wechseln würden. Wir haben einen guten Zeitpunkt gefunden, aber keinen großen Vorteil daraus ziehen können. Die Balance zu finden zwischen Angriff, Verteidigung und Reifenschonung zu finden ist nicht einfach. Wir haben immerhin vier wertvolle Punkte eingefahren."

Michael Schumacher (Mercedes), Platz 9:

"Es wäre heute viel mehr drin gewesen, vielleicht Rang vier oder fünf, zumal ich beim Start schon vier Fahrer überholen konnte. Ich habe allerdings eine komplette Runde ohne Frontflügel fahren müssen und dadurch sehr viel Zeit verloren. Dazu kommt dann noch die Durchfahrtsstrafe und nocheinmal zehn Sekunden - diese Entscheidung der Stewarts war zu hart. Der Crash mit Kobayashi war sehr ärgerlich und natürlich zu 100 Prozent mein Fehler."

Jenson Button (McLaren), ausgeschieden:

Ich bin aus der Boxengasse gefahren, und plötzlich hat sich der Reifen gelöst. Ich habe sofort anhalten müssen. Das ist schon sehr frustrierend, gerade bei einem Heimrennen. Die Geschwindigkeit war vor dem Stopp wirklich gut, und ich denke, ich hätte die Zeit von Mark (Webber, Anm. d. Red.) fahren können. Aber wir machen alle Fehler, und ich hoffe, wir machen sie kein zweites Mal."

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