Die Politik will nicht mehr für die Formel 1 auf dem Nürburgring bezahlen. Das ist legitim. Ecclestone muss die Legende retten.

Dunkle Wolken hängen über dem Nürburgring - und gemeint sind diesmal nicht jene unberechenbaren Wettergebilde, die das legendäre Eifel-Rennen für Teams und Zuschauer häufig zu einer unvorhersehbaren Angelegenheit machen.

Die rheinland-pfälzische Politik, konkret die rot-grüne Landesregierung, will dem berühmt-berüchtigten Kurs den Geldhahn zudrehen.

Ein durchaus berechtigter Plan, in diesen globalen Krisenzeiten, die vor Länder- und kommunalen Kassen natürlich längst nicht halt machen - im Gegenteil.

Zu 90 Prozent gehört die Nürburgring GmbH dem Land Rheinland-Pfalz, zehn Prozent besitzt der Landkreis Ahrweiler.

In dieser Gemengelage lebte es sich lange prächtig für die Formel-1-Gastgeber in der Eifel. Die Verluste, die während der Allein-Regierung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Kurt Beck aufliefen - angeblich 55 Millionen Euro binnen der letzten acht Jahre - trug ja zum größten Teil der Steuerzahler.

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Anders als auf dem baden-württembergischen Hockenheim-Ring, wo die immensen 20 Millionen Euro, die F1-Zampano Bernie Ecclestone für jeden Besuch der PS-Liga verlangt, lange Zeit fast ausschließlich von Betreibergesellschaft und Stadt geschultert wurden.

Das konnte nicht gutgehen, weshalb der zweite deutsche Standort viel früher in die Krise schlitterte, als der Nürburgring.

Der K.o. des Hockenheimrings konnte 2009 bekanntlich verhindert werden - weil die baden-württembergische Landespolitik intervenierte und Mogul Ecclestone sich Konzessionen abringen ließ.

"Bernie, beweg dich!", lautet auch diesmal die Forderung der Formel-1-Freunde in Vettel-Land.

Derzeit scheinen Verhandlungen mit dem gerissenen Promoter der einzige Ausweg zu sein. Und Ecclestone wird sich die Sache sicher sehr genau ansehen.

Lohnt es sich für ihn, den berüchtigten Finanzjongleur, das Land des Weltmeisters nur noch alle zwei Jahre anzusteuern - zumindest bis 2016 wäre das so? Zahlungskräftiger Ersatz für die sperrigen Deutschen wäre sicher bald gefunden.

Oder betrachtet er Deutschland samt seines jugendlichen Weltmeisters Sebastian Vettel und seiner fünf mehr oder weniger berühmten Landsleute weiterhin als Formel-1-Schwergewicht, als Kernland seiner PS-Liga, für das man zur Not ein weiteres pekuniäres Opfer bringt?

So werden, grob gesagt, die beiden großen Fragen lauten, die über das Wohl und Wehe der Formel 1 auf der berühmtesten aller deutschen Rennstrecken entscheiden.

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