Rund um den legendären Kurs ist die Welt schon ziemlich kurios. Aber auch der Nürburgring selbst ist ein ganz spezieller Ort.

Dass die Eifel ein Ort der Extreme ist, das ist nun wirklich keine neue Erkenntnis.

Aber hier, am Nürburgring sticht einem das ins Auge. Hier ist sozusagen die extreme Zentrale der Extrem-Eifel.

Da ist das Wetter, klar, ist ja bekannt. Hier, auf der berühmtesten deutschen Rennstrecke, hat schon so mancher Rennfahrer sein persönliches Waterloo erlebt. Siege, Hoffnungen, weggeschwemmt von Wasser und Regenflut.

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Im Moment ist es besonders extrem. Während im Rest der Republik landunter ist, scheint über dem Eifel-Land die Sonne. Extrem.

Aber die Extremitäten gehen natürlich noch viel weiter. Verlässt man das deutsche Motorsport-Mekka, ja biegt man um die nächste Kurve, ahnt niemand, der es nicht besser wüsste, dass hier PS-Geschichte geschrieben wurde, ja, Legenden entstanden.

Hier wellt sich dem Auge schmeichelndes Hügelland, Blumen blühen, Felder wiegen sich im Wind. Hier heißen die Orte Katzwinkel, und jeder zweite verschlafene Weiler endet - warum auch immer - irgendwie mit -rath.

Menschen, geschweige denn Motoren, scheinen hier nicht zu existieren. Bis man - wie gesagt - um die letzte Kurve biegt. Dann ist alles PS, Tempo und ganz, ganz viel Motorsport - seit 1927 ist das bereits so.

Wäre es nicht Schleichwerbung, man würde diese Oase inmitten von so viel Ruhe gerne auf den Namen Mercedes-Benz taufen. Aber so falsch wäre das nicht einmal, denn die Silbernen verbindet eine ganz besondere Geschichte mit dem Nürburgring. Aber das ist ein anderes Thema.

Zurück zu den Extremen. Die finden sich auch auf dem Nürburgring selbst. Wo sonst auf der Welt findet man auf einer Rennstrecke die Denkmäler und Erinnerungen an die ganz Großen der Szene und deren Heldentaten - Carracciola, Fangio, Schumi natürlich.

Und nur ein paar Schritte weiter stehen Bäume, die heißen dann tatsächlich Claus-Theo-Gärtner-Feldahorn oder Ralf-Waldmann-Kiefer. Auch die Porsche-Club-Nürburgring-Eberesche gibt es da. Verrückt, nicht?

Jetzt nur noch ein letztes Beispiel, sonst wird das hier alles ein bisschen zu extrem. Wohl nirgendswo sonst kämen Bauarbeiter kurz vor dem absoluten Highlight des Jahres auf die Idee, eine sehr, sehr wichtige Zufahrtsstraße in einem der umliegenden Orte aufzureißen, um sie zu teeren.

Der Reporter hoppelt dann, allein gelassen von seinem Navigationsgerät, mit seinem Auto über einen einsamen Feldweg - gemeinsam mit einigen frustrierten Motorradfahrern. Die Dakar lässt grüßen.

Die Bauarbeiter winken freundlich herüber. Sie ist so extrem, diese Eifel.

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