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Sebastian Vettel hat bisher 17 Rennen in der Formel 1 gewonnen © getty

Der Weltmeister ist mit seinem Training für den Deutschland-GP unzufrieden. Webber und Alonso glänzen, die Silberpfeile überraschen.

Vom Nürburgring berichtet Marc Ellerich

Nürburg - Am Freitagnachmittag bestätigte sich, was viele Beobachter prophezeit hatten: Der Deutschland-Grand-Prix 2011 läuft wohl auf ein Duell zwischen Red Bull und Ferrari hinaus.

Nur, dass sich am Ende des freitäglichen Aufgalopps der "falsche Bulle" ganz oben in der Zeitenliste wiederfand.

Red-Bull-Pilot Mark Webber schmückte sich in der Eifel mit der schnellsten Trainingszeit, Weltmeister Sebastian Vettel musste sich bei seinem Heimrennen mit dem dritten Platz hinter Ferrari-Star Fernando Alonso begnügen.

Weit liegen der Australier und der Spanier allerdings nicht auseinander.

Vettel tut sich schwer

Webber benötigte 1:31,711 Minuten für seinen schnellsten Umlauf, Alonso lag nur eineinhalb Zehntelsekunden dahinter. Bei Vettel waren es immerhin schon knappe vier Zehntel.

Der Red-Bull-Star war entsprechend unzufrieden.

"Ich hatte heute gewaltig zu rudern", räumte Vettel ein: "Da war ich mehr beschäftigt, als mir vielleicht lieb ist."

Er habe sich "schwer getan, auf eine gute Zeit zu kommen", fügte der 24-jährige hinzu: "Wir müssen sehen, woran das liegt. Für morgen müssen wir einen Zahn zulegen."

Ein Sieg ist immer das Ziel

Vettels Ärger war verständlich. Unmittelbar vor seinem Heimrennen hatte er sich mit überraschend kernigen Worten zitieren lassen. (NEWS: Vettel eiskalt und emotionslos)

"Man will alles, da ist Bescheidenheit die falsche Herangehensweise. Der dritte Platz ist nur okay, wenn er mir reicht, um die Meisterschaft zu gewinnen", verkündete er forsch in einem "FAZ"-Interview: "Aber sonst habe ich immer das Ziel zu gewinnen."

Teamkollege Webber, 2009 Sieger auf dem Nürburgring, war nach seiner schnellen Runde mit sich und der Welt im Reinen: "Was immer morgen auf uns zukommt, ich bin bereit dafür. Das Auto fühlt sich hier sehr gut an."

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Mercedes setzt sich gegen McLaren durch

Gleichermaßen überraschend wie aus deutscher Sicht erfreulich war, dass das Mercedes-Duo Michael Schumacher und Nico Rosberg sich gegen den gewiss favorisierten englischen Motoren-Partner McLaren durchsetzte.

Schumi, der mit seinen fünf Eifel-Erfolgen immerhin als Rekord-Sieger an den Nürburgring gekommen war, fuhr in 1:32,411 Minuten auf Platz fünf und platzierte sich damit direkt vor seinen jüngeren Teamkollegen Rosberg (1:32,557 Minuten).

Lewis Hamilton musste sich eine Sekunde zurück mit Platz sieben hinter den beiden Deutschen zufrieden geben. Noch schlechter lief es für Jenson Button. Der Weltmeister von 2009 kam nicht über Platz elf hinaus. Er war fast eineinhalb Sekunden langsamer als Webber.

[kaltura id="0_io4sgxqe" class="full_size" title="Eine Runde um den N rburgring"]

Schumacher noch skeptisch

Seine Ankündigung, McLaren würde auf dem Nürburgring zurückschlagen, dürfte schwer in die Tat umzusetzen sein. Vettel warnte dennoch: "Bei McLaren muss man immer vorsichtig sein."

Schumacher kommentierte sein Trainingsergebnis gleichermaßen erfreut wie zurückhaltend: "Ich bin zufrieden, mit dem, was wir heute erreicht haben. Wir bewegen uns in die richtige Richtung."

Es sei dennoch schwierig, "das wahre Bild für dieses Wochenende zu sehen." So kenne man zum Beispiel die Tankmengen der Konkurrenten nicht.

Schumi: "Ich bin sehr zufrieden"

Vor dem Nürburgring-Training hatte er in einer Gesprächsrunde erneut bekräftigt, er sei auch im zweiten Comeback-Jahr keineswegs unzufrieden.

"Auch wenn sich das jetzt dumm anhört, ich bin sehr zufrieden, was ich dem Team geben und wie ich mich entwickeln kann", behauptete der Mercedes-Star.

Anfangs sei er noch ein wenig eingerostet gewesen, aber "mittlerweile läuft es wieder recht rund. Ich habe einen guten Entwicklungsprozess durchgemacht".

Was seine Leistungen angehe, seien sowohl Team als auch er selbst absolut zufrieden, behauptete der 42-Jährige.

Tags zuvor hatte Schumacher mehr oder weniger das Gegenteil gesagt und in der offiziellen Pressekonferenz der FIA eingeräumt, dass er enttäuscht sei.

Bestätigung für Alonso

Aber was kümmert das Gerede von gestern schon einen siebenmaligen Weltmeister. Am Ende, das weiß Schumacher natürlich, zählen in der PS-Liga immer nur die Ergebnisse.

Alonso dürfte sich durch das Trainingsergebnis in seiner Auffassung bestätigt fühlen.

Ferrari müsse auf dem Nürburgring beweisen, dass auch im Qualifying der Anschluss zu Überflieger Red Bull gelungen ist, hatte er schon am Donnerstag betont.

Ferrari schaut auf das Rennen

"Wir müssen es hier bestätigen", sagte der Ferrari-Star, der in England als Dritter hinter dem Red-Bull-Duo gestartet war: "In Silverstone waren wir ein Zehntel weg. Aber wir haben auch nicht gewusst, ob sie etwas zurückhalten und die Lücke letztlich größer gewesen wäre."

Zugleich stellte er fest: "Wir werden es sehen. Qualifying ist zwar wichtig, aber im Rennen werden die Punkte vergeben, und das ist es, worauf wir uns konzentrieren."

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