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Für Sebastian Vettel ist es die schlechteste Startposition seit Monza 2010 © getty

Teamkollege Mark Webber verdirbt dem Red-Bull-Weltmeister Teil eins des Heimspiels. Lewis Hamilton taucht aus dem Nichts auf.

Vom Nürburgring berichtet Marc Ellerich

Nürburg - Sein teaminterner Dauer-Rivale Mark Webber hat Red-Bull-Weltmeister Sebastian Vettel den ersten Teil seines Heimspiels beim Deutschland-Grand-Prix (So., 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) verdorben.

Der Australier, 2009 Sieger auf dem Nürburgring, entriss seinem deutschen Kollegen die Pole-Position.

1:30,097 Minuten benötigte Webber im Finale der Zeitenjagd für seine Bestzeit. Nach Vettels schnellster Runde standen 1:30,216 Minuten zu Buche.

Zwischen die beiden Red-Bull-Piloten schob sich überraschend der bis dahin in den Trainings blasse McLaren-Star Lewis Hamilton. Vettel steht damit zum ersten Mal in diesem Jahr nicht in der ersten Startreihe. (DATENCENTER: Die Startaufstellung)

Vettel hofft auf "kleinen Schritt" nach vorn

Der Heppenheimer nahm den Dämpfer in der zehnten Qualifikation der Saison gefasst auf. "Es hat vielleicht nicht ganz gereicht, aber dennoch bin ich zufrieden", meinte Vettel, der bisher sieben Mal vom ersten Startplatz ins Rennen gegangen war, nun aber schon zum zweiten Mal gegen Webber den Kürzeren gezogen hatte.

"Das Wichtigste war, dass ich ein besseres Gefühl für das Auto hatte, als noch am Freitag", tröstete er sich: "Wenn wir noch einen kleinen Schritt machen, sieht es besser aus."

Sein Ziel sei nach wie vor der Sieg in der Heimat, fügte der Red-Bull-Pilot hinzu: "Das ist vom dritten Platz aus möglich."

Rückschlag auch für Alonso

Ferrari-Pilot Fernando Alonso, Vettels erster Nicht-Red-Bull-Verfolger in der WM und mit großen Ambitionen an den Nürburgring gereist, kassierte ebenfalls einen Rückschlag.

Der Spanier musste sich mit dem vierten Startplatz zufrieden geben. Mit 1:30,442 Minuten lag er fast vier Zehntelsekunden hinter Webbers Bestzeit.

"Die Strecke hier scheint mir zu liegen", meinte hingegen Webber nach seiner dritten Pole-Position 2011: "Es war eine gute Session für mich und Red Bull."

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Hamilton ist überrascht

Außer sich vor Freude war der zweitplatzierte Hamilton, dem im Freitagstraining über eine Sekunde auf Webbers Bestzeit gefehlt hatte.

"Ich habe definitiv unterschätzt, wie gut das Auto sein würde", jubelte Hamilton: "Es ist fantastisch, eine absolute Überraschung. Keiner im Team hätte gedacht, dass wir so nah an Red Bull sein würden."

Für das Mercedes-Duo Nico Rosberg endete die Zeitenjagd mit Licht und Schatten.

"Wendepunkt" bei Mercedes?

Nico Rosberg fuhr auf Platz sechs (+ 0,284 Sekunden) ein starkes Resultat ein. Michael Schumacher, fünf Mal Sieger in der Eifel, beginnt den Grand Prix vom zehnten Startplatz aus, hat aber einen deutlichen Zeitrückstand (+1,503 Sekunden).

[kaltura id="0_io4sgxqe" class="full_size" title="Eine Runde um den N rburgring"]

Rosberg kommentierte sein Resultat entsprechend zufrieden. "Wir bewegen uns in die richtige Richtung, ich hoffe das war der Wendepunkt."

Schumacher hingegen war enttäuscht: "Ich bin dort draußen herumgeschlittert. Die Balance war nicht gut. Wir haben die Erwartungen heute Nachmittag nicht erfüllt."

Wetter beeinflusst die Reifen

Force-India-Pilot Adrian Sutil wurde Achter und sorgte dafür, dass ein deutsches Quartett unter den besten zehn Startern des Rennens steht.

Das berüchtigte Eifel-Wetter hatte Teams und Fahrern zu Beginn der Qualifikation einen Streich gespielt: Zur Startzeit um 14 Uhr war Regen vorausgesagt worden, zumindest sehr wahrscheinlich.

Über dem Nürburgring jedoch schien die Sonne, inmitten der Wolken war viel blauer Himmel sichtbar. Allerdings wehte ein strammer Wind, und die Luft war empfindliche 14 Grad kühl.

Wohl auch wegen des kühlen Wetters machten sich auch die Stars des Feldes zeitig an die Arbeit. Alonso hatte betont, dass sich Ferrari schwer tue, die Reifen bei kaltem Wetter zügig auf Arbeitstemperatur zu bekommen.

Glock scheitert wieder in Q1

Auffällig war, dass McLaren-Pilot Hamilton schon sehr schnell im vorderen Teil des Zeitentableaus auftauchte.

Und Vettel, der Schnellste des Vormittagstrainings? Tauchte immer vorne auf, aber vorerst noch nicht ganz an der Spitze.

Timo Glock verfehlte als 20. im benachteiligten Virgin erwartungsgemäß den zweiten Durchgang.

In Q2 hatte dann auch Rekord-Weltmeister Schumacher auf den weichen Pirellis zu kämpfen, rettete sich aber als Zehnter ins Finale.

Petrow kickt Heidfeld raus

Vorne? Hamilton, Vettel, Alonso, dann Webber und der starke Rosberg auf Platz fünf. Sutil rundete als Achter das deutsche Quartett beim Heim-GP ab.

Bitter dagegen: Nick Heidfeld wurde von seinem Lotus-Renault-Teamkollegen Witali Petrow kurz vor Schluss aus den Top-Ten gekegelt: Er wurde Elfter. Kein Eifel-Finale mit fünf Deutschen. Aber immerhin mit vier.

Die letzten zehn Minuten: Diesmal legte Alonso sofort los, setzte die erste Zeit. Wieder zog Hamilton vorbei. Dann tauchte erstmals Webber an der Nummer 1 auf.

Vettel kann nicht kontern

Vettel lag nur eine Zehntelsekunde dahinter. Webber, Vettel, Hamilton, Alonso, so lautete die Reihenfolge. Es tobte der Vierkampf um die Pole-Position auf dem Nürburging.

Webber fuhr schließlich mit 1:30,079 Minuten seine schnellste Zeit, Hamilton legte nach. Nur Vettel konnte in seinem letzten Versuch nicht mehr kontern und wurde Dritter.

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