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Sebastian Vettel wartet immer noch auf den ersten Sieg bei seinem Heim-Rennen © getty

Der Heppenheimer startet auf dem Nürburgring nur als Dritter, hat aber einen Plan, um Webber zu düpieren. Hamilton staunt.

Vom Nürburgring berichtet Marc Ellerich

Nürburg - Das Duell zwischen den beiden Red-Bull-Piloten Sebastian Vettel und Mark Webber erlebt am Sonntag beim Deutschland-Grand-Prix (So., 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) auf dem Nürburgring eine Neuauflage.

Allerdings könnte noch eine dritte Kraft beim Zweikampf der beiden Teamkollegen mitmischen, die schon beim England-Grand-Prix aneinander geraten waren:

Lewis Hamilton, der nach schwachen Trainingsresultaten (Bericht) reichlich überraschend ganz vorne mitmischte und seinen McLaren letztlich bis auf Platz zwei in die erste Startreihe lenkte (DATENCENTER: Die Startaufstellung).

Mann des Qualifyings war allerdings Mark Webber (Bericht). Der Australier befindet sich weiterhin im Aufwind und entriss Vettel ausgerechnet bei dessen deutschem Heimspiel zum zweiten Mal in Folge den ersten Startplatz.

Webbers Attacken gehen weiter

Vettel hingegen verfehlte erstmals in diesem Jahr die erste Reihe. Letztlich trennten das Red-Bull-Duo allerdings nur gute zweieinhalb Zehntelsekunden.

Schon in Silverstone war Webber der Pole-Setter gewesen. Dort hatte er seinen deutschen Teamkollegen zudem in der Schlussphase des Grand Prix heftig attackiert und war vom Team über Funk zurückgepfiffen worden (BERICHT: Keine Reue bei Rebell Webber)

Vor dem Deutschland-Rennen hatte der Pilot aus Queanbeyan deutlich gemacht, dass er den Weltmeister auch weiterhin attackieren werde und vom Team dafür Grünes Licht habe.

"Wir dürfen die meiste Zeit gegeneinander fahren", hatte Webber behauptet (BERICHT: Werde Vettel weiter angreifen).

Alles wie vor zwei Jahren

Mit seiner Pole-Fahrt unterstrich Webber, 2009 Sieger auf dem Nürburgring und 80 Punkte hinter Vettel WM-Zweiter, in Deutschland seine Ambitionen.

"Ich werde morgen alles geben", kündigte er an. Die Pole-Position, die er seinem Teamkollegen auch vor zwei Jahren stibitzt hatte, sei ein hartes Stück Arbeit gewesen.

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"Auf meiner Runde dachte ich mir: Wenn mich jetzt jemand kriegt, dann hat er's verdient", kommentierte der Australier sein Resultat: "Ich hätte nicht mehr rausholen können, ich war am Limit."

Webber will nur eine Runde führen

Er wolle am Sonntag lediglich eine Runde führen, sagte Webber: "Das ist die letzte. Das ist das Wichtigste."

Webber habe eine "phänomenale Runde produziert", meinte Teamchef Christian Horner, der seinen Piloten vor zwei Wochen in Silverstone noch per Funk gebremst hatte.

Vettel nahm seine Niederlage äußerlich ungerührt auf. "Ärger sieht anders aus", berichtete der Titelverteidiger: "Ich bin letztlich ganz zufrieden, weil das Auto gestern ein wenig rumgezickt hat."

Es habe nun mal nicht ganz gereicht, sagte Vettel, "das muss nicht viel bedeuten".

[kaltura id="0_io4sgxqe" class="full_size" title="Eine Runde um den N rburgring"]

Kampfansage von Vettel

Das Wetter am Rennsonntag - es sind Kälte und Regen angesagt - sei ihm gleichgültig: "Vettel-Wetter ist, wenn ich am Ende vorne liege", antwortete er auf eine Reporterfrage.

Er werde in jedem Fall "voll angreifen" kündigte der WM-Leader an und erinnerte an seinen perfekten Beginn in England: "Beim letzten Mal hatte sich das Thema schon in der ersten Kurve erledigt."

In Silverstone hatte der junge Hesse sich bereits nach dem Start an Pole-Setter Webber vorbei gezwängt.

Hamiltons beste Quali?

Am Sonntag ist derlei allerdings nicht garantiert, denn dann mischt Heißsporn Hamilton von Beginn an im Gerangel um Platz eins mit.

Der Brite konnte sein Glück nach Platz zwei in der Quali zwei fassen. "Ich glaube niemand im Team hätte je gedacht, dass wir so nah an Red Bull sein würden und sogar in der Lage, zwischen die beiden zu fahren."

Schon vor dem finalen Durchgang habe er im Auto gesessen und gedacht: "Vielleicht muss ich meine Worte schlucken. Das war definitiv mein bestes Qualifying, zumindest in diesem Jahr. Das Auto fühlte sich fantastisch an, wirklich fantastisch."

"25-Prozent-Chance" für Alonso?

Vor der Zeitenjagd hatte der Weltmeister von 2008 nämlich geunkt: "In Sachen Qualifying-Speed haben wir nicht die Geschwindigkeit, um mitzuhalten. Über eine Runde haben sie etwa eine Sekunde Vorsprung."

Und noch einer rechnet sich unter günstigen Bedingungen auf dem Nürburgring etwas aus: Ferrari-Star Fernando Alonso, als Vierter mit einem Abstand von gut vier Zehntelsekunden zwar deutlich geschlagen.

Dennoch habe er eine "25-Prozent-Chance" auf den Sieg, rechnete der Spanier später - vorausgesetzt es bleibe trocken.

Aggressiv und mit Risiko

"Wir sind weder überrascht noch enttäuscht, im Gegenteil", behauptete Vettels erster Nicht-Red-Bull-Verfolger: "Ich bin glücklich mit meiner Runde."

Dieses Jahr habe man gesehen, dass Ferrari im Rennen immer besser gewesen sei als im Qualifying.

Alonso hatte von seinem Ferrari-Team mehr Mut zum Risiko und eine "aggressivere Strategie" gefordert. Am Sonntag wird er beides brauchen.

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