SPORT1-Experte Peter Kohl freut sich auf eine spannende zweite Saisonhälfte und hat Mitleid mit einem McLaren-Piloten.

TOPS

Lewis Hamilton: Hammerhartes Qualifying, Top-Start, perfektes Rennen. Oft gescholten, mehrfach in dieser Saison bestraft, am Nürburgring Mann des Tages. Lewis at his best.

Fernando Alonso: Er treibt die Scuderia unermüdlich an, holt aus dem cavallo rosso raus, was geht, weiß aber auch genau, wann es besser ist, mal zurück zu stecken (siehe nach Boxenstopp, als er in Führung liegend von Hamilton überholt wurde ohne mit Brachialgewalt Gegenwehr auf Teufel komm raus zu leisten).

Felipe Massa: Er ist nicht so stark wie Alonso, aber er lieferte ein gutes Rennen. In der ersten Kurve nach dem Start wurde er in den Dreck gedrückt, verlor zwei Positionen, anschließend aber schnörkellos und ohne Fehler, beachtlich, wie er über viele Runden in der Schlußphase Vettel hinter sich hielt - dass seine Crew den letzten Stopp verhagelte, dafür kann er nichts?In der Form hat Ferrari wieder zwei Trümpfe, die man ausspielen kann und nicht nur einen?

[image id="8732b3e6-6471-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Ferrari + McLaren: Beide Teams haben den Fehdehandschuh aufgenommen, den ihnen Red Bull hingeworfen hat. Die totale Dominanz der Newey-Boliden ist aufgebrochen, beide haben sich nie entmutigen lassen, haben verdient den Anschluss gefunden und sind offensichtlich voll konkurrenzfähig. Gut für die Spannung in der zweiten Hälfte der Saison!!!

Kamui Kobayashi: Hat erneut bewiesen, dass er ein gnadenlos guter Racer ist - von Startplatz 17 auf 9 nach vorne fahren schafft nicht jeder. Nicht auszudenken, zu was der in der Lage wäre, wenn Sauber endlich auch mal ein Qualifying hinbringen würde.

Adrian Sutil: Die erste Saisonhälfte war harzig, am Nürburgring kam der Befreiungsschlag! Klasse Rennen, endlich auch mal eine Teamstrategie, die hinhaute. Es ist zwar bereits sein 4. Top-10 Ergebnis 2011, aber es ist das mit Abstand beste, das am souveränsten herausgefahrene. Weiter so Junge, du kannst es doch!

Timo Glock: Er ist die Zugmaschine bei Marussia Virgin, hat nie den Bettel hingeworfen, trotz miserabler Möglichkeiten und komplett unterlegenem Material. Er hat viel dazu beigetragen, dass das Team jetzt auf dem richtigen Weg ist. Mit seiner Vertragsverlängerung um mehrere Jahre hat er ein deutliches Zeichen gesetzt. Return to future - es kann nur noch bergauf gehen!!

Norbert Haug: 300 F1-GP in verantwortlicher Position. Respekt, Gratulation dazu. Danke aber vor allem für den unermüdlichen Einsatz. Der deutsche Motorsport hat ihm viel zu verdanken, vor allem, dass Motorsport im Hause Mercedes immer noch eine große Rolle spielt, trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeiten, die das Unternehmen durchlaufen hat.

NICHT SCHLECHT - ABER AUCH NICHT WIRKLICH EIN BRÜLLER

Sebastian Vettel: Der Deutschland-GP hat gezeigt, dass der 24-Jährige kein Übermensch ist. Es lief von Anfang an nicht rund, weder im Qualifying noch im Rennen. Er hatte in keiner Phase eine Chance den Speed der Drei an der Spitze mitzugehen, dazu der eigenverschuldete Dreher. Beruhigend für alle Konkurrenten, dass auch der Titelverteidiger nicht alle Probleme immer spielend im Griff hat?.

Die Starts von Mark Webber: Zwei Mal in Folge auf Pole, in Silverstone und am Nürburgring aber jeweils schon vor der ersten Kurve entzaubert. Mensch Mark, das geht doch besser - oder?

Witaly Petrow: Er war nicht leicht zu knacken auf der Strecke, in der Quali wieder einmal besser als Kollege Heidfeld - aber irgendwie fehlt der letzte Ausreißer, damit am Ende mal wieder ein Resultat rausschaut wie zu Saisonbeginn in Australien. In die gleiche Kategorie fallen diesmal auch Alguersuari und Perez, die nach mäßiger Qualifikation im Rennen solide waren, aber nicht mehr.

Schumacher, Rosberg + Mercedes-GP: Alles wie gehabt, beide verdient in den Punkten, ohne wirklich zu glänzen. Beide wurden überrundet, das Auto gibt einfach zu wenig her?.

FLOPS

Sebastian Buemi: Verkrampft zusehends, der Schwung der ersten Rennen ist im Eimer, die Fehlerquote wird immer höher. Wie er Heidfeld abschoss war schon bitter, peinlich und gefährlich. Solche Aktionen braucht niemand!

Nick Heidfeld: Es fehlte nicht viel in der Qualifikation für den Sprung unter die Top 10, trotzdem war er wieder langsamer als sein Teamkollege. Dass er Di Resta im Startgetümmel in einen Dreher schickte war unnötig, der Unfall mit Buemi war Pech, nicht sein Verschulden. Mit seinem Können muss mehr rausspringen, wenn er im Team bleiben will! Es fehlen die Glanzlichter.

Buttons Pechsträhne: Zwei Ausfälle in Folge, für beide konnte er rein gar nichts ? damit ist seine Saison eigentlich gelaufen, wenn McLaren noch was reißen will, muss er ab sofort eigentlich für Hamilton fahren, darf dem keine Punkte weg nehmen. Eine undankbare Rolle?.

Williams: Das ist schon kein hartes Brot mehr, das die kauen, das ist schon eher ein Stück zähes Leder! Immer wieder kommen die Ansagen a la "Es geht voran, wir haben neue Teile, das Auto wird besser". Nur zu sehen ist davon herzlich wenig?. Die Hoffnung auf bessere Zeiten mit den Renault-Motoren ab 2012 bringt das Team allein nicht weiter.

Das Wetter: Das war ja rein gar nichts?. Ein Feeling wie im November? brrrr ekelhaft!

Die Hatz geht schon in wenigen Tagen in Budapest weiter - keine Zeit also zum Feiern und zum Lecken geschlagener Wunden - gut so, wir wollen Racing sehen! In diesem Sinne, bis Freitag!

Ihr Peter Kohl

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel