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Lewis Hamilton (l.) und Fernando Alonso fuhren 2007 beide für McLaren © getty

Die Jäger des Weltmeisters wittern vor dem Ungarn-GP die Chance, den Abstand zu verkürzen. Alonso hofft auf fremde Hilfe.

Budapest - Den Weltmeister in Sicherheit wiegen und sich gleichzeitig gegen ihn verbrüdern:

Sebastian Vettels Verfolger wittern im Titelkampf der Formel 1 Morgenluft und greifen dabei tief in die Psycho-Trickkiste.

Gemeinsam wollen sie beim Großen Preis von Ungarn (Training, Fr. ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in Budapest Jagd machen auf den Titelverteidiger und ihm im letzten Rennen vor der Sommerpause einen weiteren Denkzettel mit in den Urlaub geben (DATENCENTER: Der Rennkalender).

Alonso hat Titel nicht aufgegeben

Dabei machen es sich die immer noch weit entfernten Rivalen offiziell in der Außenseiterrolle gemütlich. Red Bull sei ganz klar der Favorit in Ungarn sagte der aktuelle WM-Vierte Fernando Alonso.

Den Titel hat der Ferrari-Pilot natürlich mitnichten aufgegeben (BERICHT: Rast Alonso noch zum WM-Titel?).

Vettel habe nun einiges zu verlieren, sagte der Spanier, "wir dagegen überhaupt nichts mehr. Deshalb können wir immer alles riskieren, im Quali, beim Start, beim Überholen, überall."

Dass aber eine Kampfansage nicht reicht, um Vettel nervös zu machen, ist auch Alonso klar. Deshalb verbrüdert er sich mit Jenson Button und Nürburgring-Sieger Lewis Hamilton in den Chrompfeilen (BERICHT: Hamilton triumphiert am Ring).

Hamilton hält sich bedeckt

"Wir brauchen eine eigene gute Leistung und starke McLaren. Ich bräuchte sechs oder sieben solcher Kollegen, die vor Vettel ins Ziel kommen", sagte Alonso (DATENCENTER: Der WM-Stand).

Hamilton wagte sich verbal dagegen trotz des Erfolgserlebnisses überhaupt nicht aus der Deckung. "Ich denke, das war ein Ausrutscher. Ich bin sicher, er wird zurückschlagen", sagte er nach Vettels viertem Platz in der Eifel und sprach erst gar nicht vom Titel:

"Ich schaue nicht auf die Gesamtwertung. Aus heutiger Sicht ist der Titel schon vergeben. Wir sind etwas spät dran mit unseren Verbesserungen." Dass der extrem ehrgeizige und in diesem Jahr manchmal rücksichtslose Weltmeister von 2008 den Titelkampf wirklich schon aufgegeben hat, glaubt ihm aber niemand.

"Herbe Enttäuschung" für Vettel

Vettel selbst ist Realist genug, um auf der Hut zu sein. Dass er ausgerechnet beim Heimrennen erstmals 2011 das Podium verpasst hatte, sei eine "herbe Enttäuschung" gewesen (433842DIASHOW: Bilder des Rennens).

Vor allem seine Feststellung, dass "wir nicht schnell genug waren", ist als klares Alarmsignal zu werten.

"Wir werden weiter hart arbeiten und darauf achten, uns dort zu verbessern, wo wir noch nicht ganz perfekt waren", sagte der Hesse. Schon als er vor Wochen als klarer Dominator der Konkurrenz davoneilte, hatte Vettel intern stets Druck ausgeübt und ständige Verbesserungen des Autos gefordert.

Horner macht sich keine Sorgen

Teamchef Christian Horner schätzt diese kritische Heransgehenweise, mit der der 24-Jährige seinen Rennstall stets antreibt. Doch nicht nur deshalb macht er sich um eine erfolgreiche Titelverteidigung keine Sorgen.

"Es ist auch für Sebastian unmöglich, jedes Rennen zu gewinnen. Aber er fährt konstant auf extrem hohem Niveau", sagte Horner in einem Interview mit der Sport Bild: "Sebastian ist ein größerer Racer als jeder andere hier im Feld. Sebastian hat alle Pole Positions, Siege und seinen Titel absolut zu Recht geholt und mehr als verdient."

Heidfeld muss um Job bangen

Mehr Sorgen um seinen Job muss sich offenbar Nick Heidfeld machen, der bei Renault immer mehr in der Kritik steht (BERICHT: "Quick Nick" vor dem Abflug?).

Ein besonderes Rennen wird Ungarn auch für Mercedes-Pilot Nico Rosberg, der sein 100. WM-Rennen bestreitet, und Button, der zum 200. Mal bei einem Grand Prix an den Start geht.

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