Rosberg und Hamilton schwärmen von Budapest. Maik Rosner geht für SPORT1 auf Sightseeing-Tour - und ist zwiegespalten.

Man muss das einfach mal sagen: Eigentlich ist Budapest viel zu schade dafür, nur wegen der Formel 1 bereist zu werden.

Der Grand Prix auf dem Hungaroring gilt ohnehin als einer der langweiligsten der Saison, weil es auf dem welligen und kurvenreichen Kurs kaum Möglichkeiten zum Überholen gibt.

Und die Umgebung, in die sich eine Hügellandschaft ähnlich geschwungen hat wie der Asphalt auf der Strecke, ist auch nicht gerade wunderschön.

Wie gut also, dass es für das traktierte Trommelfell rund 20 Kilometer südwestlich des Hungarorings noch die Hauptstadt des Landes gibt. "Wunderschön" schwärmt Nico Rosberg jedes Jahr aufs Neue.

Der Mercedes-Pilot feiert das Jubiläum seines 100. Grand Prix also in angemessenem Ambiente.

[image id="2a4f6bdf-6471-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Einen neuen Fan hat Budapest nun in Lewis Hamilton gewonnen.

Selten habe er Zeit für eine Stadtbesichtigung, aber diesmal musste es einfach sein, sagt er. Ausgestattet mit einem Fotoapparat ist der Brite vom McLaren-Team auf Sightseeing gegangen.

Er hat die Kettenbrücke besichtigt, das Parlament und die Oper, ist durch die Straßen mit den historischen Fassaden gezogen und hat mancherorts auch bröckelnden Putz und den rauen Charme entdeckt.

"Fantastisch" berichtete Hamilton später, sei die Stadt. Er war ganz aufgeregt.

Es muss also etwas dran sein am Ruf Budapests als Perle des ehemaligen Ostblocks.

Also rauf auf die kleine und staubige "Bernie Avenue", die nach Vermarkter Ecclestone benannt ist und dem Hungaroring als Zubringer dient, und ab ins Zentrum.

Wobei sich dort schnell die Frage stellt, wofür man sich eigentlich entscheiden soll. Für Buda oder Pest?

Die beiden Stadtteile werden von der Donau geteilt. Gemein haben sie die Fülle der Attraktionen. Pest zum Beispiel die vielen Kirchen und Museen. Wem das zu langweilig ist, der kann auf der Einkaufsmeile Vaci utca sein Geld ausgeben.

Auf der anderen Donauseite, in Buda, locken die Burg, die über der Stadt auf einem Hügel thront und Teil des Unesco-Weltkulturerbes ist. Oder die berühmte Gellert-Therme.

Die berühmt-berüchtigte, muss man jetzt sagen, nach einem Bunga-Bunga-Ausflug einer deutschen Versicherung. Und mittendrin liegt die Margareteninsel, auf der das Nachtleben besonders rege ist. Durch die Diskos und Clubs der Stadt weht ohnehin immer ein Hauch von Bunga-Bunga.

Budapest ist also ein bisschen wie die Formel 1: spektakulär und zuweilen anrüchig.

Dem Gelegenheitspublikum bietet die Stadt damit eigentlich alles, weswegen es vielleicht zum Motorsport gereist ist. Die echten Fans aber zieht es hinaus zum Hungaroring. Und das könnte sich diesmal tatsächlich lohnen.

Denn es ist wieder Spannung aufgekommen. Vettel scheint nach den Trainingseindrücken vom Freitag weiterhin schlagbar, die neuen Reifen und technischen Hilfsmittel wie DRS und Kers versprechen zudem mehr Überholmanöver.

Und Budapest ist ja auch 2012 noch schön.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel