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Für Red-Bull-Star Sebastian Vettel (l.) ist es die 23. Formel-1-Pole seiner Karriere © getty

Auf seiner letzten Runde setzt Vettel in Budapest den entscheidenden Schlag. Der Weltmeister liegt hauchdünn vor Hamilton.

Budapest - Eine Nachtschicht seiner Mechaniker und starke Nerven im Quali-Thriller von Budapest haben Sebastian Vettel die achte Pole-Position im elften Saisonrennen eingebracht.

"Ja, ja, ich hab's Euch doch gesagt", rief der WM-Spitzenreiter in sein Mikrophon, als ihn die Ergebnisliste nach einer superspannenden letzten Runde zum achten Mal im elften Saisonrennen als Quali-Primus auswies (DATENCENTER: Ergebnis Qualifying).

Sämtliche Top-Fahrer hatten sich innerhalb weniger Sekunden verbessert, am Ende lag Vettel aber doch vor den beiden McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button, der am Sonntag (13.45 Uhr im LIVE-TICKER) sein 200. WM-Rennen bestreitet.

Pole als Dankeschön

Dass Vettel nach zwei Rennen ohne Pole und Sieg wieder von Platz eins startet, hatte er auch seinen Red-Bull-Mechanikern zu verdanken. Diese schraubten die ganze Nacht an "Kinky Kylie", Vettels Auto.

"Die Jungs haben eine Menge am Auto geändert und nicht viel Schlaf bekommen. Ich glaube, sie sind erst um viertel vor Fünf ins Bett gekommen. Aber es hat sich gelohnt, ein solches Resultat ist die beste Art, mich zu bedanken", sagte Vettel.

Newey zieht den Nachtschicht-Joker

"Sebastian musste eine brillante Runde abliefern, und es hat gereicht", sagte Teamchef Christian Horner: "Er hat den Mechanikern zurückgezahlt, was sie für harte Arbeit geleistet haben."

Viermal im Jahr dürfen die Teams die Boxen-Nachtruhe zwischen 2 und 8 Uhr brechen.

[kaltura id="0_ku3kxiwr" class="full_size" title="Eine Runde in Budapest"]

"Wir haben das in der Nacht zum Samstag zum ersten Mal in diesem Jahr genutzt", sagte Red-Bull-Technikchef Adrian Newey und ergänzte schmunzelnd: "Es ist sehr, sehr spät geworden."

Welche Änderungen am Auto vorgenommen wurden, drang nicht nach außen, aber offenbar gab es Hinweise aus dem Werk in England, die in der Nachtschicht umgehend umgesetzt wurden. Im Freien Training war der Weltmeister nur Fünfter gewesen.

Hamilton härtester Verfolger

Der am Freitag wie zuvor im Rennen auf dem Nürburgring dominierende Hamilton scheint auch in Budapest wieder der stärkste Rivale zu sein.

Fernando Alonso wurde einen Tag nach seinem 30. Geburtstag dagegen nur Fünfter und verlor sogar mit 15 Tausendstelsekunden erstmals in diesem Jahr das Quali-Duell gegen Ferrari-Teamkollege Felipe Massa.

Vettels Stallrivale Mark Webber, Zweiter der WM-Wertung, startet sogar nur von Rang sechs. Vor dem letzten Rennen vor der Sommerpause am Sonntag führt Vettel die WM-Wertung mit 216 Punkten vor Webber (139), Hamilton (134), Alonso (130) und Button (109) an.

Jubilar Rosberg einmal mehr vor Schumi

Mercedes-Pilot Nico Rosberg gewann vor seinem 100. Formel-1-Rennen als Siebter zum zehnten Mal in diesem Jahr das interne Duell mit Rekordweltmeister Michael Schumacher, der hinter Adrian Sutil gar nur Neunter wurde.

"Das Positive ist, dass wir auf der sauberen Seite stehen", sagte der 42-Jährige und ergänzte: "Der neunte Platz war mir lieber als der achte." Dennoch werde es am Sonntag "ein schwerer Nachmittag, weil unsere Race-Pace nicht so gut ist. Wir sind zu langsam."

Heidfeld hofft auf Punkte

Der bei Renault in die Kritik geratene Nick Heidfeld musste sich mit Rang 14 begnügen.

"Die Runde war in Ordnung, die Position ist natürlich nicht gut", sagte der Routinier: "Wir hoffen, noch irgendwie in die Punkte zu kommen."

Virgin-Pilot Timo Glock landete - auch dank der Rückversetzung von Sebastien Buemi - als 20. nur einen Rang hinter seinem besten Quali-Ergebnis zuletzt auf dem Nürburgring, war aber nicht zufrieden: "Es war schwierig, das Auto war wie vom Winde verweht. Wir hatten hier nicht die Performance, die wir in den letzten drei Rennen hatten."

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