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McLaren feierte beim Ungran-Grand-Prix den dritten Erfolg in den letzten fünf Rennen © imago

Beim Rennen in Budapest feiert McLaren den zweiten Sieg in Folge. Lösen die Silbernen Red Bull als Top-Team der Formel 1 ab?

Von Olaf Mehlhose

München - Hat die Wachablösung bereits stattgefunden?

Mit dem zweiten Grand-Prix-Sieg in Folge beim Rennen in Ungarn (Bericht) meldete McLaren seine Ansprüche auf die derzeitige Vormachtstellung unter den Formel-1-Teams an. ( 436489DIASHOW: Die Bilder des Rennens)

Bereits im Qualifying hatten der spätere Sieger Jenson Button und Lewis Hamilton mit den Plätzen zwei und drei Stärke demonstriert. Im Rennen gehörten beide Piloten bei wechselnden Bedingungen zu den schnellsten Fahrern im Feld.

"Die McLaren sind sehr stark, und zwar unter allen Bedingungen. Sie haben in den letzten Rennen einen Schritt nach vorne gemacht und wir müssen zurückkommen", musste auch Weltmeister Sebastian Vettel anerkennen. (NACHBERICHT: Mit Sorgen in die Sommerpause)

Stuck: Gute Teamharmonie

Auf SPORT1-Nachfrage erklärte Motorsportexperte Hans-Joachim Stuck den Aufschwung bei McLaren mit der guten Teamharmonie.

"Die Erfolge sind zum einen das Ergebnis konsequenter Entwicklungsarbeit", analysierte Stuck: "Andererseits hat Teamchef Martin Whitmarsh die beiden Piloten sehr gut im Griff. Sie haben sich in Ungarn einen fairen Super-Zweikampf geliefert. Die Entwicklungen kommen beiden Piloten zugute.

Anders sehe es bei Red Bull aus: "Man hat den Eindruck, dass sowohl Vettel als auch Webber jeden Vorteil erst einmal für sich behalten."

Abstand ist geschrumpft

Einen Grund zu Besorgnis sah er allerdings nicht. "Wenn jemand vorneweg fährt, ist er immer der Gejagte. Jetzt war vielleicht mal McLaren dran, aber das heißt ja nicht, dass bei Red Bull nichts mehr geht", sagte der ehemalige Formel-1-Pilot.

Allerdings räumte auch Stuck ein, dass der Vorsprung auf die Verfolger zuletzt deutlich geschrumpft ist: "Beide McLaren waren im Regen und im Trockenen schneller unterwegs als Vettel."

Das Rennen auf dem Hungaroring sei seiner Meinung nach durchaus repräsentativ für den derzeitigen Leistungsstand der Teams.

"Im Qualifying hat man bereits gesehen, dass die Überlegenheit von Red Bull nicht so groß war. Hamilton war dran. Ich glaube, dass es auch in den kommenden Rennen knapp bleiben wird."

Sommerpause kommt Vettel entgegen

Die Sommerpause - der nächste Grand Prix in Belgien findet erst am letzten August-Wochenende statt - komme dem Weltmeister auf jeden Fall entgegen. (DATENCENTER: Rennkalender und Kurse)

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"Ich glaube, es ist gut, dass er jetzt erst mal ein bisschen Urlaub hat, damit er den Kopf frei kriegt und sich keinen unnötigen Druck macht", vermutete der 74-malige Grand-Prix-Starter: "Denn man muss auch mal sehen, dass er fast 100 Punkte Vorsprung hat, deshalb braucht er sich keinen großen Kopf zu machen."

Titel nicht in Gefahr

Zumal er auch in Budapest seinen Vorsprung auf den zweitplatzierten Teamkollegen Mark Webber noch einmal ausgebaut hatte.

Dass die Konkurrenten Vettel im Kampf um die WM noch ernsthaft gefährden, kann glaubt der 60-Jährige ohnehin nicht.

"Rechnerisch ist immer etwas drin. Allerdings liegen zwischen Theorie und Praxis noch jede Menge Punkte. Vettels Glück ist, dass er eine Reihe von Verfolgern hat, die sich gegenseitig die Punkte wegnehmen", erklärte Stuck.

"Nur zufrieden, wenn er gewinnt"

Der zweimalige Le-Mans-Sieger betonte aber, dass weitere Grand-Prix-Siege für den 24-Jährigen keinesfalls einfach werden dürften: "Wer Vettel kennt, weiß, dass er nur zufrieden ist, wenn er gewinnt. Da wird er sich jetzt gehörig anstrengen müssen."

Das unterstrich übrigens auch Vettel: "Wenn ich Rennen fahre, rechne ich nicht. Und mein Ziel sind keine zweiten und dritten Plätze."

Neue Wunderwaffe in Spa?

Bei Red Bull arbeiten Ingenieure und Mechaniker bereits fieberhaft daran, die entscheidenden Korrekturen am Auto herbeizuführen.

Vor allem auf ihrem Spezialgebiet seien noch Verbesserungen drin, kündigte Teamchef Christian Horner bereits an: "McLaren hat den größten Sprung im Bereich des angeblasenen Diffusors gemacht. Dort haben wir aber auch noch Potential nach oben."

Beim Grand Prix in Spa soll der RB7 mit verbessertem Unterboden und einem neu konstruierten Diffusor ausgerüstet werden. Durch das neue Design erhoffen sich die "Bullen" einen Zeitgewinn von drei Zehnteln.

Der erste Testlauf für den neuen "Bullen"-Boliden findet auf dem Circuit de Spa-Francorchamps statt.

Keine große Sprünge

Stuck kann sich zumindest vorstellen, dass der Vettel-Rennstall die Spitzenposition bis Spa zurückerobert.

"Zutrauen tue ich es Red Bull auf jeden Fall - sie müssen es nur umsetzen", stellte "Strietzel" klar, der jedoch keine großen Sprünge mehr erwartet: "Die Frage wird sein, was Adrian Newey noch im Köcher hat. Ich erwarte aber nur geringfügige Verbesserungen, weil die Teams nicht mehr testen können."

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