vergrößernverkleinern
Sebastian Vettel fuhr beim Belgien-Grand-Prix seinen siebten Saisonsieg ein © getty

Der Champ gewinnt erstmals in Belgien. Die Rivalen fallen zurück. Hamilton hat trotz eines Nullers Glück, Schumi beeindruckt.

Spa - Jetzt hat auch Sebastian Vettel seinen Ehrenplatz in Michael Schumachers "Wohnzimmer":

Der Weltmeister feierte seinen ersten Sieg auf dem Traditionskurs in Spa (Zusammenfassung, ab 21.30 Uhr im TV auf SPORT1) und machte einen weiteren großen Schritt zur erfolgreichen Titelverteidigung. (447008DIASHOW: Die Bilder des Rennens)

Schumacher selbst zeigte bei seinem 20-jährigen Formel-1-Jubiläum ebenfalls eine Klasseleistung und kämpfte sich vom letzten Startpatz grandios bis auf Rang fünf vor.

Vettel feierte im zwölften Rennen der Saison seinen siebten Sieg und hat jetzt bereits mehr Punkte auf dem Konto als bei seinem WM-Triumph im vorigen Jahr. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Vettel jubelt

"Juchu, danke Jungs. Was für ein Rennen", rief der Red-Bull-Pilot nach dem Rennen in seinen Boxenfunk.

"Ich bin sehr glücklich und stolz, mich hier in die Siegerliste eingetragen zu haben. Das ist eine sehr schöne Strecke, ich habe jede Runde genossen", sagte Vettel nach der in Spa traditionell verkürzten Ehrenrunde.

Und weiter: "Ich bin sehr zufrieden mit dem Rennen, vor allem damit, wie wir mit den Reifen umgegangen sind. Denn vor dem Rennen hatten wir noch Zweifel, denn es gab Probleme mit den Vorderreifen. Wir sind ein großes Risiko eingegangen, aber es ist aufgegangen."

Red Bull dominiert

Teamkollege Mark Webber machte den Red-Bull-Doppelsieg perfekt. Der Australier rundete damit ein für ihn positives Wochenende ab. Am Samstag hatte er zu seinem 35. Geburtstag seinen Vertrag bei den "Bullen" bis Ende 2012 verlängert.

Webber bleibt damit auch in der Gesamtwertung mit 167 Punkten auf Rang zwei hinter Dominator Vettel (259), der jetzt 92 Punkte Vorsprung hat. (DATENCENTER: Der WM-Stand)

Nachdem er am Samstag mit seiner 24. Pole Position zu den dreimaligen Weltmeistern Niki Lauda und Nelson Piquet aufgeschlossen hatte, ließ er am Sonntag seinen insgesamt 17. GP-Sieg folgen.

Bester Nicht-"Bulle" in der Gesamtwertung ist Ferrari-Pilot Fernando Alonso (157), der in Spa aber nur Vierter hinter Jenson Button (149) wurde, der von Startplatz 13 als Dritter noch aufs Podium fuhr.

Brillanter Schumi

Schumacher zeigte eines seiner stärksten Rennen. Nach dem verpatzten Qualifying, als er an seinem Silberpfeil ein Rad verloren hatte, war er von Rang 24 gestartet und zeigte eine beeindruckende Aufholjagd.

[kaltura id="0_0iqq6lvi" class="full_size" title="Spa Die Strecke"]

1995 hatte er in Spa schon einmal von Startplatz 16 noch den Sieg geholt. Am Ende landete er vor Rosberg, der von Startposition fünf ins Rennen gegangen war und zwischenzeitlich sogar geführt hatte.

"Das war sicher ein sehr schönes Ende", sagte Schumacher: "Nachdem es am Samstag so enttäuschend begonnen hatte und wir nichts mehr zu verlieren hatten, hatte ich schon ein Gefühl, dass es ganz gut wird."

Keine Geschenke von Rosberg

Rosberg entkräftete später auch die Vermutung, dass er Schumi gegen Ende des Rennens freiwillig vorbeigelassen habe.

"Ich habe ihm bestimmt kein Jubiläums-Geschenk gemacht. Ich habe versucht, mich zu verteidigen, aber keine Chance, wir hatten andere Reifen", sagte der 26-Jährige, der am Ende Benzin sparen musste, aber zumindest seine Führungsrunden genossen hatte: "Das ist schon cool, besonders in der Situation dieses Jahr."

Hinter Rosberg fuhr Adrian Sutil auf Platz sieben im Force-India-Mercedes als vierter deutscher Fahrer noch in die Punkteränge. Virgin-Pilot Timo Glock belegte Rang 18.

Abflug von Hamilton

Einen Rückschlag erlebte Lewis Hamilton. Der McLaren-Mercedes-Pilot (146) schied in Runde 13 aus, nachdem er nach einer Kollision mit Sauber-Pilot Kamui Kobayashi heftig gegen die Leitplanke geprallt war.

"Mir geht's gut", sagte der Brite, der zumindest unverletzt geblieben war: "Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich bin von irgendwem getroffen worden, da war das Rennen vorbei."

Zumindest auf Podiumskurs hätte Hamilton sich gesehen, der Titel sei aber schon vor dem Rennen nicht mehr drin gewesen.

Silberpfeile starten stark

Beim Start behauptete Vettel seine Führung, Rosberg kam sehr gut weg und schob sich in der ersten Kurve auf Rang zwei. Webber fiel bis auf Rang acht zurück.

Schumacher arbeitete sich mit einem Klassestart vom 24. auf den 15. Rang vor.

Noch bei der ersten langen Bergaufpassage überholte Rosberg Vettel und übernahm die Führung, die sich der Weltmeister aber in Runde drei zurückholte.

Spektakuläre Manöver

Zwei Runden später fuhr Vettel aber zum ersten Reifenwechsel an die Box, was ihn auf Rang neun zurückwarf. Rosberg war wieder Erster, wurde aber von Alonso (7.) und Hamilton (8.) überholt.

Hamilton übernahm Platz eins, als Alonso in Runde 8 an die Box fuhr und unmittelbar vor Webber wieder auf die Strecke kam, der ihn dann spektakulär außen in der Eau Rouge überholte.

Safety-Car nach Hamilton-Crash

In Runde 10 fuhr Vettel außen in einer Kurve an Rosberg vorbei und eroberte kurz darauf die Führung zurück, als Hamilton zum Reifenwechsel abbog.

Seine neuen Gummis konnte der Brite aber nur zwei Runden nutzen, bevor er nach der Kollision heftig gegen die Leitplanke prallte und ausschied. Die Rennleitung schickte das Safety-Car auf die Strecke, was Vettel noch schnell zum zweiten Reifenwechsel nutzte.

Hinter Alonso und Webber reihte sich Vettel auf Platz drei wieder ein, Rosberg war Fünfter, Schumacher lag auf Rang neun.

Feuerwerk von Button

In Runde 17 wurde das Rennen wieder freigegeben, Vettel schnappte sich zunächst Webber, eine Runde später dann Alonso und ging wieder in Führung.

Rosberg kletterte auf Rang vier, Schumacher auf sieben. Danach beruhigte sich das Rennen ein bisschen, Vettel setzte sich rund fünf Sekunden von Alonso ab.

Von hinten arbeitete sich Button nach vorne und war in Runde 24 bereits Fünfter. Kurz darauf schob er sich an Rosberg vorbei auf Rang vier.

Rosberg muss Benzin sparen

Alonso fuhr in Runde 29 zum nächsten Boxenstopp, Vettel folgte in Runde 30, Webber in Runde 31, was Button kurzzeitig die Führung bescherte, die sich Vettel aber schon einige hundert Meter später zurückholte.

Schumacher schob sich in Runde 34 auf Rang sechs vor und machte danach Jagd auf den vor ihm fahrenden Rosberg.

In Runde 37 holte sich Webber Alonso und übernahm Platz zwei. Alonso musste in Runde 41 auch noch Button vorbeilassen.

Schumacher überholte in der Schlussphase noch Teamkollege Rosberg, der über Funk informiert worden war, Benzin sparen zu müssen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel